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Vorfall in Kieler Einkaufszentrum Mehr als 20 Männer bedrängen drei Mädchen

BildPolizist
Polizist von hinten

Bei der Festnahme leisteten die Verdächtigen laut Polizei massiven Widerstand - sie beschimpften, bespuckten und attackierten die Beamten.

(Quelle: dpa)

VideoErste Prozesse nach Silvester in Köln
Steckbrief

Ein erster Prozess gegen Täter der Kölner-Silvesternacht zeigt: Wer nach Deutschland kommt und kriminell wird, kann nicht mehr davon ausgehen, mit ein paar Tagen Untersuchungshaft davon zu kommen.

(24.02.2016)

Mehr als 20 Männer haben in einem Kieler Einkaufszentrum drei junge Frauen bedrängt und belästigt. Ersten Erkenntnissen zufolge kam es nicht zu körperlichen Übergriffen. Die Polizei nahm vier Verdächtige vorläufig fest. 

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei am frühen Donnerstagabend in einem Shopping-Center in der Nähe des Kieler Hauptbahnhofs. Demnach beobachteten zunächst zwei Afghanen die Mädchen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren, verfolgten sie in ein Restaurant und filmten sie mit ihren Mobiltelefonen. Dann verschickten sie die Bilder offensichtlich weiter, worauf nach und nach 20 bis 30 "Personen mit Migrationshintergrund" dazukamen.

Beamte bespuckt und beschimpft

Auch diese beobachteten und belästigten die Opfer demnach. Zwischenzeitlich flüchteten zwei Mädchen, kehrten dann aber zu ihrer zurückgelassenen Freundin in das Restaurant zurück. Daraufhin kehrten den Angaben zufolge auch die zwei Afghanen zurück, setzten sich direkt neben sie und machten weiterhin Aufnahmen. Beobachter alarmierten den Sicherheitsdienst des Einkaufszentrums, der die Polizei verständigte. Im Gegensatz zu den Silvesterattacken in Köln und Hamburg kam es nicht zu sexuellen Übergriffen.

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Die Beamten nahmen die beiden 19 und 26 Jahre alten Afghanen, die in Kiel leben, in Polizeigewahrsam. Zwei weitere Festgenommene wurden nach Feststellung ihrer Identität wieder entlassen. In dem Einkaufszentrum und auf dem Weg ins Polizeirevier wehrten sich die Männer vehement gegen die Beamten - sie beleidigten, bespuckten und attackierten die Polizisten. Bei einer medizinischen Untersuchung bedrohten und beschimpften sie auch den Arzt.

Innenminister verurteilt massive Belästigung

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt verurteilte die Tat. Der Vorfall sei nicht hinnehmbar, sagte der SPD-Politiker. Sein ganzes Bedauern gelte den Betroffenen. Die Polizei habe gut und richtig reagiert. Eine Ermittlungsgruppe wertet nun unter anderem auch die Handys der Beschuldigten aus. Die Polizei will in den nächsten Tagen in der schleswig-holsteinischen Hauptstadt stärkere Präsenz zeigen.

Der Bundesrat stimmte an diesem Freitag in Berlin einer erleichterten Ausweisung straffälliger Ausländer zu. Die Neuregelung ist auch eine Reaktion auf die Kölner Silvesternacht, in der es zu zahlreichen Straftaten und massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen war.

26.02.2016, Quelle: afp, dpa
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