25.06.2016

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merkzettel

Ehefrauen Melania Trump setzt auf Diskretion

BildMelania und Donald Trump
Melania und Donald Trump am 11.11.2015

"Ich habe meine eigene Meinung", sagt Melania Trump. "Ich bin mein eigener Herr und ich glaube, mein Mann mag dies an mir."

(Quelle: imago)

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Ihr Mann ist unter den Republikanern derzeit Top-Favorit für das Rennen um die US-Präsidentschaft, doch Melania Trump hält sich bewusst aus der Öffentlichkeit. Das würde sich mit einem Einzug ins Weiße Haus schlagartig ändern. 

Von Donald Trump hat man im US-Wahlkampf um die Präsidentschaft schon sehr viel gehört, von seiner Frau Melania Trump so gut wie gar nichts. Kein Wort darüber, wie sie sich ihre Rolle als First Lady vorstellt, falls ihr Mann von den Republikanern als Kandidat nominiert werden und dann auch noch die Präsidentschaftswahl gewinnen sollte. Bewusst habe sie sich von der Öffentlichkeit ferngehalten, sagt die 45-jährige gebürtige Slowenin. So könne sie sich um den gemeinsamen neunjährigen Sohn kümmern.

Mehrsprachig, Ex-Model, Faible für Haute Couture

Doch sollte Trump tatsächlich am Ende als Kandidat der Republikaner für das Rennen um das Weiße Haus auserkoren werden, würde sich auch das Leben von Melania radikal ändern. In einer Woche, am 1. Februar, geht es bereits mit den republikanischen Vorwahlen im Staat Iowa los.

Ex-Model und mehrsprachig, ist die Braunhaarige mit einem Faible für Haute Couture eine auffallende Erscheinung und des öfteren als Trumps größte Unterstützerin bei Ereignissen zu sehen, aber kaum zu hören. Ihr erster "Einsatz" bei einer Wahlkampfveranstaltung war im vergangenen November, als Trump seine Familie in Myrtle Beach in South Carolina auf die Bühne bat. Der schillernde wie umstrittene Kandidat wandte sich dabei Melania, seiner dritten Frau, zu und fragte, ob sie etwas sagen wolle.

Zuerst gab sie ihm einen Korb - weil er in Begleitung war

Sie näherte sich dem Mikrofon, reckte einen sorgfältig manikürten Daumen und sagte: "Ist er nicht der Beste? Er wird der beste Präsident aller Zeiten sein. Wir lieben Dich!" Ähnlich wie Trump kennt auch sie keine Untertreibung. Trump bedankte sich bei ihr mit einem Kuss und sagte hörbar für andere: "Danke, Liebling, sehr nett".

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Dies war der bisher unverstellte Blick in das Leben des Paares, das seinen elften Hochzeitstag am vergangenen Freitag feierte. Ihre Beziehung hatte sechs Jahre zuvor begonnen, als sie sich 1998 auf einer Party in Manhattan trafen: Der 24 Jahre ältere Trump bat das damalige Model Melania Knauss um seine Telefonnummer. Sie ließ ihn abblitzen, weil er an jenem Abend mit Damenbegleitung unterwegs war, wie Melania später sagte. Doch im Jahr darauf waren sie bereits ein Paar. Und 2000 wollte Trump sich als Präsidentschaftskandidat für die Reformpartei des Unternehmers Ross Perot bewerben. Damals wurde Melania als seine Freundin gefragt, wie sie sich als First Lady sehen würde. "Ich wäre sehr traditionell, wie Betty Ford oder Jackie Kennedy", sagte sie.

In so mancher Hinsicht würde Melania im Falle des Wahlsiegs ihres Mannes gleich so einige Präzedenzfälle schaffen. Zum Beispiel wäre sie die erste First Lady, die die dritte Ehefrau eines Präsidenten ist. Sie wäre auch die erste, die in einem kommunistischen Land geboren wurde und aufwuchs, wie Carl Anthony von der Bibliothek National First Ladies' Library weiß. Und sie dürfte bei weitem die meiste Haut aller First Ladies gezeigt haben - 2006 ließ sich das Ex-Model hochschwanger und in goldenem Bikini für die "Vogue" ablichten.

Als First Lady könnte sie im Denkmalschutz eine Rolle spielen

Andererseits wäre Melania in einer Rolle als First Lady nicht die erste, die aus dem Ausland stammt - das war die in England geborene Louisa Adams im 19. Jahrhundert. Sie wäre auch nicht die erste, die einen geschiedenen Mann geheiratet hat - da kam ihr Nancy Reagan zuvor. Und sie wäre schon die dritte Frau im Weißen Haus, die zuvor als Model gearbeitet hat: Pat Nixon und Betty Ford lassen grüßen.

Experten finden es klug, dass sich Melania Trump derzeit in der Öffentlichkeit eher rarmacht, vor allem, wenn sie sich dabei nicht wohlfühlt, über Politik zu sprechen. Aber an einem bestimmten Punkt, so die Beobachter weiter, wäre es gut, darauf aufzubauen, was sie weiß. So studierte Mrs. Trump Design und Architektur an der Universität von Ljubljana in Slowenien - eine Rolle als Beraterin für Denkmalschutz etwa wäre da nicht abwegig.

Anders als ihr Mann beherrscht sie mehrere Sprachen

Sie könnte auch ihre gemeinnützige Arbeit ausweiten. Melanias modelhafte Haltung oder ihre Mehrsprachigkeit könnten ferner eine wichtige Stütze für ihren Ehemann bei Staatsbanketts oder sozialen Events im Weißen Haus sein - Donald Trump beherrscht nur die englische Sprache.

"Es ist das Beste, wenn sie (die First Ladies) von ihrer Erfahrung zehren und diese kombinieren mit dem allgemeinen Fokus der Regierung ihrer Männer", meint Anita McBride, die Stabschefin von Laura Bush gewesen war.

Im Moment ist Trumps Tochter Ivanka aktiver

Allerdings will Donald Trump möglicherweise Aufgaben auch an seine Tochter Ivanka, eines seiner fünf Kinder, delegieren. Sie war es - und nicht Melania - die ihn vorstellte, als er seine Kandidatur bekanntgab. Und es war Ivanka, die der 69-Jährige in Pausen während der Debatten der republikanischen Kandidaten knuddelte.

Trotz aller Diskretion stellt Melania aber klar: Sie ist mehr als Trumps Accessoire. "Ich habe meine eigene Meinung", sagte sie der Modezeitschrift "Harper's Bazaar" in einem Interview, das diesen Monat erschien. "Ich bin mein eigener Herr und ich glaube, mein Mann mag dies an mir."

In Trumps Show "The Apprentice" (etwa: Der Lehrling) gab sie ein Beispiel von ihrem Selbstbewusstsein: Einer der Teilnehmer sagte bei einem Besuch in dem Luxusapartment von Trump mit Blick auf den New Yorker Central Park zu Melania: "Sie haben sehr, sehr viel Glück". Die mögliche künftige First Lady antwortete "Dankeschön" mit einem Glas Champagner in der Hand und sagte mit einem strahlenden Lächeln: "Und er, hat er kein Glück?"

25.01.2016, Quelle: von Laurie Kellman, AP
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