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Nach abgesagtem Länderspiel Live: Polizei in Hannover zur Spielabsage

BildPolizeipräsenz im Stadion
Training der Fussball Nationalmannschaft der Niederlande

(Quelle: dpa)

VideoSicherheit zuerst in Hannover
Absage

Fans, Medienvertreter und Sicherheitsleute - alle mussten das Stadion verlassen. Das Spiel Deutschland - Holland ist wegen Sicherheitsbedenken abgesagt worden.

(17.11.2015)

VideoHannover: Länderspiel abgesagt
Ein Polizist mit Maschinenpistole vor dem Fußballstadion in Hannover

Das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover ist aus Sicherheitsgründen abgesagt worden.

(17.11.2015)

Nach der Absage des Fußball-Länderspiels wegen eines befürchteten Anschlags bleibt die Lage in Hannover angespannt. Die Polizei suchte an verschiedenen Orten der Stadt nach Verdächtigen - Festnahmen oder Sprengstoff-Funde gab es allerdings bislang nicht. 

"Ich war genauso traurig wie Millionen Fans, dass diese Absage erfolgen musste. Aber die Sicherheitsbehörden haben eine verantwortliche Entscheidung getroffen", sagte Merkel in einem kurzen Statement. Ähnlich äußerte sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Sowohl das ursprüngliche Festhalten an dem Spiel trotz der Anschläge von Paris als auch die Absage aus Sicherheitsgründen seien richtig gewesen, sagte Weil am Mittwoch in Hannover vor Journalisten. Es habe "seit dem frühen Abend konkrete Hinweise auf konkrete Gefahren" gegeben, sagte Weil. Wenn es konkrete Hinweise gebe, müsse der Schutz von Menschenleben Vorrang haben.

Niedersachens Innenminister Boris Pistorius (SPD) wollte ebenso wie Weil weiter keine Details zu den Hinweisen auf eine Sicherheitsgefährdung geben. Wenn die Politik solche Angaben nach außen gebe, drohten die Quellen für diese Informationen zu versiegen, sagte Pistorius. "Wir haben schlicht und ergreifend eine sorgfältige Abwägung vorgenommen", sagte Pistorius zum Zustandekommen der Spielabsage.

Hinweis von ausländischem Geheimdienst

Das Fußball-Länderspiel war am Dienstagabend kurz nach dem Einlass abgesagt worden - wegen Angst vor einem Anschlag. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen kamen die Hinweise von einem ausländischen Geheimdienst. Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe sagte der dpa: "Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte."

Nach ersten Informationen soll der französische Geheimdienst die Quelle der Information sein. Zunächst habe es Hinweise gegeben, dass eine Gruppe um einen namentlich bekannten Nordafrikaner einen Anschlag planen könne. Es sei konkret von Sprengmitteln, Sprengstoffgürteln, automatischen Waffen und Sprengsätzen an den Zufahrtswegen die Rede gewesen. Dann habe der französische Geheimdienst auf einen irakischen Schläfer hingewiesen, der einen Anschlag auf das Freundschaftsspiel geplant haben soll.

Bislang kein Sprengstoff gefunden

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In der Nacht zum Mittwoch blieb es ruhig in der Stadt. Die Polizei zeigte weiterhin Präsenz. Die Suche nach Verdächtigen ging an zahlreichen Orten weiter. Festnahmen gab es aber bisher nicht. Auch Sprengstoff wurde bislang nicht gefunden.

"Wir sind an verschiedenen Orten im Einsatz", sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Hannover, Martina Stern. Details wollte sie nicht nennen. Seit der Absage des Länderspiels am Dienstagabend habe es mehrere Überprüfungen von verdächtigen Gegenständen gegeben, die sich alle nicht bestätigt hätten.

Suche nach Verdächtigem aus ICE

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Attrappe in einem ICE im Bahnhof Hannover sucht die Polizei auch nach dem Mann, der das Paket dort liegen ließ. "Wir werten alles Material aus, das wir haben, und wenn es Videoaufnahmen gibt, dann auch die", sagte Jörg Ristow, Sprecher der Bundespolizei.

Ein Reisender hatte am Abend in dem Zug einen verdächtigen Gegenstand bei der Ankunft in Hannover entdeckt und die Bundespolizei alarmiert. Ein unbekannter Mann soll das Paket auf der Gepäckablage abgelegt haben. Eine Mitreisende habe den Mann darauf aufmerksam gemacht, dass er etwas vergessen habe, als dieser aufstand und ging. Der Unbekannte habe aber nicht darauf reagiert, sondern den Zug verlassen und sei geflüchtet.

Elektronische Bauteile gefunden

Bundespolizisten untersuchten das Paket. Nachdem auch ein Sprengstoffsuchhund angeschlagen habe, seien Entschärfer hinzugezogen worden. Sie fanden beim Röntgen diverse elektronische Bauteile. Bei dem Fund handelte es sich nach Aussagen von Bundespolizeisprecherin Sandra Perlebach um eine gut gemachte Sprengstoff-Attrappe und nicht um eine scharfe Bombe, wie zunächst befürchtet worden war. Der betroffene Zug war auf dem Weg von Hannover über Bremen nach Oldenburg.

18.11.2015, Quelle: dpa
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