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Nach Anschlag in Istanbul Ankara: Selbstmordattentäter war IS-Anhänger

BildAnschlag in Istanbul
Forensiker am 19.03.2016 in Istanbul im Einsatz

Forensiker untersuchen den Anschlagsort in Istanbul.

(Quelle: reuters)

VideoTote bei Explosion in Istanbul
Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag in einer beliebten Einkaufsstraße in Istanbul sind mindestens 5 Menschen getötet worden. Mindestens 30 weitere wurden verletzt.

Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag in einer beliebten Einkaufsstraße in Istanbul sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens 30 weitere wurden verletzt.

(19.03.2016)

VideoWie sicher ist es in der Türkei?
Nachtaufnahme Minarett

Das deutsche Generalkonsulat sowie deutsche Schulen bleiben in Istanbul und Ankara nach jüngsten Bedrohungen geschlossen. Kurz vor den Osterferien stellt sich die Frage: Wie sicher ist die Türkei?

(18.03.2016)

VideoAnschlag erschüttert Ankara
Trauernde Menschen nach dem Selbstmordanschlag in Ankara.

Der Terror in Ankara hält weiterhin an. Nach einem Selbstmordanschlag im Zentrum der Hauptstadt am Sonntag gibt es mittlerweile 37 Tote. Die Regierung vermutet kurdische Extremisten als Täter.

(14.03.2016)

Bei dem Selbstmordattentäter von Istanbul handelt es nach Regierungsangaben um einen Anhänger der Terrormiliz IS, der mittlerweile identifiziert sei. In der Türkei geht derweil die Furcht vor weiteren Anschlägen um. Das Fußball-Derby zwischen Galatasaray gegen Fenerbahce Istanbul wurde abgesagt. 

Der türkische Innenminister Efkan Ala teilte in Ankara mit, der Attentäter sei als Mehmet Ö. identifiziert worden. Er stamme aus dem türkischen Gaziantep. Der IS bekannte sich zunächst nicht zu der Tat.

Anschlag auf Deutsche: IS verantwortlich?

Der Selbstmordattentäter hatte am Samstag in der belebten Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal vier Menschen mit in den Tod gerissen und nach neuesten Angaben 39 verletzt. Drei der Todesopfer sind Israelis. Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, 15 Verletzte befänden sich noch im Krankenhaus.

Die türkische Regierung macht den IS auch für einen Anschlag auf eine deutsche Reisegruppe im Januar verantwortlich. Damals riss ein Selbstmordattentäter in der Istanbuler Altstadt zwölf Deutsche mit in den Tod.  Ein Attentat auf eine regierungskritische Demonstration im Oktober vergangenen Jahres soll nach Regierungsangaben ebenfalls der IS verübt haben. Mehr als 100 Menschen wurden damals getötet. Der IS hatte sich zu keinem der Anschläge bekannt.

Furcht vor weiteren Anschlägen

Nach dem Selbstmordanschlag herrscht in der Türkei die Furcht vor weiteren Anschlägen zum kurdischen Neujahrsfest. Die Straßen der Metropole waren am Sonntag ungewöhnlich ruhig, die Einkaufsstraße Istiklal - Ort des Attentats vom Samstag - auf Fernsehaufnahmen fast menschenleer. Über der Stadt kreisten Polizeihubschrauber. Das für Sonntagabend angesetzte Fußball-Derby zwischen den Clubs Galatasaray und Fenerbahce werde wegen einer "ernsten" Gefahr verschoben, erklärte die Stadtverwaltung Istanbuls. Die deutsche Schule in Ankara bleibt nach eigenen Angaben eine weitere Woche geschlossen, über die Wiedereröffnung der diplomatischen Einrichtungen will Berlin am Montag entscheiden.

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Das Auswärtige Amt erklärte, Deutsche seien nicht unter den Toten oder 36 Verletzten. Nach Angaben der Regierung in Jerusalem kamen bei dem Anschlag drei Israelis ums Leben. Zwei von ihnen hatten demnach zudem die US-Staatsbürgerschaft.

Soziale Medien blockiert?

Türkische Internet-Nutzer berichteten am Wochenende von Schwierigkeiten, Facebook und Twitter aufzurufen. Die Behörden haben nach früheren Anschlägen bereits den Zugang zu sozialen Netzwerken blockiert, weil dort oft Bilder der Angriffe veröffentlicht wurden. Ein türkischer Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, die PKK wolle während des diesjährigen Newroz-Festes weitere Anschläge verüben. Die Organisation sandte ihrerseits in einer Erklärung Grüße an die Kurden und rief junge Mitglieder der Bevölkerungsgruppe auf, sich ihr anzuschließen.

Wenige Straßenzüge vom Anschlagsort entfernt liegen das deutsche Generalkonsulat und eine deutsche Schule. Beide Einrichtungen waren wie die Botschaft in Ankara am Donnerstag wegen Terrorwarnungen aus islamistischen Kreisen vorsorglich geschlossen worden. Das Auswärtige Amt hatte am Sonntag zunächst noch nicht entschieden, ob die Vertretungen am Montag wieder geöffnet werden sollten.

Tödliche Anschläge in der Türkei

Chronologie

Anschlag in Ankara
  • März 2016: In Istanbul reißt ein Selbstmordattentäter vier Menschen mit in den Tod. Die Regierung macht den IS dafür verantwortlich. In Ankara werden bei einem Anschlag 37 Menschen getötet. Wenige Tage danach bekennt sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) zu dem Attentat.
  • Februar 2016: Bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi im Regierungsviertel von Ankara sterben 30 Menschen, darunter der Selbstmordattentäter. Später bekennt sich die TAK zu der Tat. Die türkische Regierung macht die PKK und ihren syrischen Ableger YPG für den Anschlag mitverantwortlich.
  • Januar 2016: Bei einem Anschlag im historischen Zentrum Istanbuls werden zwölf Deutsche getötet. Der Angreifer sprengt sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Der Attentäter gehörte nach Angaben der türkischen Regierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.
  • Oktober 2015: Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht den IS verantwortlich.
  • September 2015: Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.
  • August 2015: Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.
  • Juli 2015: Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen den IS verantwortlich, der sich allerdings nie zu der Tat bekennt.
  • Juni 2015: Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben.
  • Mai 2013: Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.
  • September 2011: Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

(Quelle: dpa)

20.03.2016, Quelle: dpa, reuters
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