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Anschlag in Ankara Türkei macht Kurden für Anschlag verantwortlich

BildAnschlag in Istanbul
Polizisten am Anschlagsort

(Quelle: reuters)

Video"Herz des Staates getroffen"
Luten Leinhos

"Die Polizei hat den Tatort weiträumig abgesperrt", so ZDF-Reporter Luten Leinhos. Noch halte sich die Regierung zurück bei der Schuldzuweisung. Die Verschärfung des Kurdenkonflikts sei zu befürchten.

(18.02.2016)

VideoKämpfe im Kurdengebiet
Polizisten am Anschlagsort am 17.02.2016

Ankaras Sicherheitskräfte gehen gegen separatistische Kurden vor. Unter den anhaltenden Kämpfen leiden besonders die Zivilisten.

(30.01.2016)

VideoTerror in der Türkei
Bewaffnete Polizei in der Türkei

Im Südosten der Türkei herrscht Bürgerkrieg. Ankara fährt Panzer auf und die Kurden setzen sich ähnlich brutal zur Wehr. Trägt die türkische Politik zu den aktuellen Ereignissen bei?

(12.01.2016)

Kurzmeldung

  • Neuer Anschlag in der Türkei 10:28 Uhr 18.02.2016
    Einen Tag nach dem schweren Anschlag von Ankara sind bei einem neuen Angriff auf die türkische Armee im Südosten des Landes mindestens sechs Soldaten getötet worden. Ziel des Anschlags in der Ortschaft Lice in der Provinz Diyarbakir sei am Donnerstagmorgen ein Militärkonvoi gewesen, hieß es aus Kreisen der Sicherheitskräfte. Bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi in der Hauptstadt Ankara waren am Mittwoch 28 Menschen getötet und 61 weitere verletzt worden. Regierungschef Davutoglu machte die PKK und eine syrische Kurdenmiliz dafür verantwortlich.

Der tödliche Anschlag in Ankara ist nach Angaben von Regierungschef Davutoğlu von der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans und einer syrischen Kurdenmiliz verübt worden. Die Regierung spricht von einer Attacke auf die ganze Nation - und kündigt Vergeltung an. 

Bei dem Anschlag am Mittwochabend auf einen Konvoi mit Bussen der Armee wurden mindestens 28 Menschen getötet und 61 weitere verletzt. Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus sprach von einem Angriff "auf die gesamte Nation".

Ziel des Anschlags im Regierungsviertel Cankaya in der Nähe des Parlaments waren nach Angaben der Armee Busse, die Angehörige der Streitkräfte transportierten. Das Militär bestätigte, dass unter den Toten Soldaten seien.

Anschlagsort in Ankara

Infokarte

Infokarte: Anschlagsort in Ankara

Die türkische Luftwaffe bombardierte am Mittwochabend Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak, wie der irakische Fernsehsender Al Sumaria berichtete. Unklar war zunächst, ob die Luftschläge im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Ankara standen, zu dem sich zunächst niemand bekannte. Die PKK greift aber immer wieder türkische Sicherheitskräfte an. Sie hat zudem angekündigt, Angriffe auf staatliche Institutionen auszuweiten.

Davutoğlu sagt Besuch bei EU-Gipfel in Brüssel ab

Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu sagte nach dem Anschlag seinen Besuch in Brüssel zu Gesprächen über die Flüchtlingskrise ab. Davutoğlu wollte an diesem Donnerstag in Brüssel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras zusammenkommen.

Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier reagierten entsetzt auf den Bombenanschlag. "Die Bundesregierung verurteilt diesen neuerlichen terroristischen Akt auf das Schärfste", sagte Merkel nach einer Mitteilung des Bundespresseamtes. Auch die EU und die USA verurteilten die Tat.

NATO-Partner USA betont Solidarität

Das Außenministerium in Washington teilte mit, man bestätige dem NATO-Partner Türkei im Kampf gegen die gemeinsame Bedrohung durch den Terrorismus aufs Neue die starke Partnerschaft beider Länder. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hofft, dass die Verantwortlichen rasch zur Rechenschaft gezogen würden. "In dieser tragischen Zeit stehen die Vereinten Nationen den Menschen und der Regierung der Türkei solidarisch zur Seite."

Die türkische Regierung verhängte aus Gründen der "nationalen Sicherheit" eine Nachrichtensperre über den Anschlag, die aber nicht offizielle Verlautbarungen betrifft. Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP - der Erdogan eine Nähe zur PKK vorwirft - verurteilte den Anschlag.

Türkei - immer wieder Anschlagsziel

Türkische Sicherheitskräfte sind in den vergangenen Monaten vor allem in der Südosttürkei immer wieder Ziel von Anschlägen der PKK geworden. Im September starben bei einem Anschlag im südosttürkischen Ort Daglica 16 Soldaten.

Weitere Links zum Thema

Die Armee geht seit Mitte Dezember mit einer Offensive gegen PKK-Kämpfer vor, die sich in Städten im überwiegend von Kurden bewohnten Südosten der Türkei verschanzt haben. In mehreren Bezirken gelten seitdem Ausgangssperren. Zuletzt hatte die Armee ihren Einsatz in der Nacht zum Mittwoch auf die Stadt Idil ausgeweitet. Ein mehr als zwei Jahre anhaltender Waffenstillstand zwischen PKK und türkischer Regierung war im Juli gescheitert. Seitdem eskaliert der Konflikt.

Türkei kämpft an mehreren Fronten

In der Vergangenheit kam es jedoch auch immer wieder zu Anschlägen, die nicht von der PKK verübt wurden, sondern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder linksterroristischen Gruppen angelastet wurden. Im vergangenen Monat riss ein Selbstmordattentäter in Istanbul elf deutsche Touristen mit in den Tod. Die Regierung machte den IS für diese Tat verantwortlich.

Im Oktober waren in Ankara beim schwersten Anschlag in der jüngeren Geschichte der Türkei mehr als hundert Menschen getötet worden. Ziel waren damals Teilnehmer einer regierungskritischen Friedensoperation. Die Regierung machte auch dafür den IS verantwortlich.

18.02.2016, Quelle: dpa
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