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merkzettel

Nach dem Super Tuesday Amerika steuert auf Trump vs. Clinton zu

VideoSuper Tuesday in den USA
Hillary Clinton beim Super Tuesday in den USA.

Möglicherweise die Vorentscheidung im Kampf ums Weiße Haus. An diesem Tag wird in den meisten Bundesstaaten gleichzeitig gewählt und es wird über die meisten Delegierten entschieden.

(01.03.2016)

Video"Clinton ist die klare Favoritin"
Daniel Pontzen

Es gebe "eine Art Katastrophentourismus: Viele Wähler sind nicht von Trump überzeugt, wollen aber sehen, wie die Bombe Trump in Washington einschlägt", sagt ZDF-Korrespondent Daniel Pontzen.

(02.03.2016)

VideoPorträt: Hillary Clinton
Hillary Clinton

First Lady, Senatorin, Außenministerin: Hillary Clinton ist seit Jahrzehnten in der US-Politik. Sie will die erste US-Präsidentin werden. Über Stärken, Schwächen und Chancen der Demokratin.

(29.02.2016)

VideoPorträt: Donald Trump
Donald Trump

Donald Trump verspricht, Amerika wieder groß zu machen - und punktet damit im Präsidentschaftswahlkampf bei der frustierten Mittelschicht. Über Stärken, Schwächen und Chancen des Republikaners.

(29.02.2016)

Wer geht ins Rennen ums Weiße Haus? Entschieden hat das der Super Tuesday noch nicht, doch der Trend spricht für zwei Bewerber: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump Kandidat der Republikaner wird, war nie so groß wie heute", sagt ZDF-Korrespondent Pontzen. Bei den Demokraten ist Clinton "klare Favoritin". 

Sieben gewonnene Staaten verleihen Donald Trump noch mehr Macht. Hillary Clinton hat genauso viele gewonnen und ist weiter voll auf Kurs Richtung Nominierung. Ted Cruz ist auch ein Sieger, aber Bernie Sanders ebenso. Spät am Abend schnappt sich Marco Rubio mit Minnesota ganz dringend benötigte, letzte Zentimeter Rettungsseil, aber dieses könnte doch zu kurz sein.

Guter Abend für Clinton, Achtungserfolge für Sanders

Alle reklamieren nach diesem bislang wichtigsten Tag im US-Vorwahlkampf ein Stück vom Kuchen für sich. Bernie Sanders gewinnt immerhin vier von elf Staaten, und wirklich knapp ist es nirgends. Er entfacht weiter größte Begeisterung. Hillary schleppt ihr Problem mit den Jungen weiter mit sich, mit ihrer Glaubwürdigkeit und mit ihren E-Mails. Trotzdem: Sieben von elf Staaten gewonnen, davon mit Texas das Sahnestück und auch alle anderen mit den meisten Delegierten, das ist ein guter Abend für sie. "Clinton hat einen robusten Vorsprung", sagt Daniel Pontzen, ZDF-Korrespondent in Washington. Für Sanders werde es jetzt sehr schwer, auch wenn seine Kandidatur rechnerisch noch möglich sei.

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Trump gewinnt mit Staaten wie Alabama und Massachusetts die allerunterschiedlichsten Wähler für sich, und erneut haben ihn überall so gut wie alle Gruppen unterstützt. Überzeugte Konservative, Evangelikale, Moderate, Arbeiter, höher Gebildete, Menschen ohne Abschluss, dazu kommen die üblichen Mitläufer und Siegerbewunderer. Der "Super-Tuesday" hat diese wachsende Welle nicht gebrochen.

Trump und der Wunsch nach einfachen Lösungen

Es gibt in diesen Tagen beunruhigende Studien, die das sprungartige Anwachsen der Trump-Bewegung mit der Sehnsucht nach einem starken Mann erklären. Mit dem Wunsch, all die Veränderungen im Land (weniger Weiße, mehr Liberalität, sieben Jahre Obama) und der Welt (Globalisierung, sinkender Einfluss der USA) mögen rasch geheilt werden: Grenzen dicht, Andersartigkeit raus. Was sich hier kristallisiert, ist nicht mehr der Kern der Republikanischen Partei oder des Konservatismus, das ist etwas Neues.

Vox.com zitiert Politikforscher, die überzeugend darlegen, Trump sei erst der Anfang einer Entwicklung: die USA auf dem Weg zu einem Obrigkeitsstaat. Perfekt verkörpere Trump die Führungseigenschaften des Autoritarismus: simpel, mächtig, strafend.

Was man auf allen Veranstaltungen und in fast jedem Gespräch immer wieder hört: Trump, endlich jemand, der unsere Sprache spricht. Der sagt, was ist. Mit seiner zur Schau getragenen Radikalität befriedigt Trump den offensichtlich weit verbreiteten Wunsch nach vermeintlich einfachen Lösungen, der - in einem Land mit weniger als fünf Prozent Arbeitslosen - im Slogan "Let's make America great again" gerinnt.

Mit Volldampf zur Nominierung

Sehr, sehr spät wachen nun die Republikaner auf und zetteln eine echte Revolte an. Gegen den eigenen Mann, wohlgemerkt. Entsetzt starrt das Establishment auf seinen Bewerber, der bislang in beinahe allen Staaten Erster oder Zweiter wurde. Der weiter mit maximalem Dampf zur Nominierung unterwegs ist. Den sie schon lange nicht mehr kontrollieren. Trump gilt ihnen nur als Zerrbild eines Konservativen.

Während die Republikaner in ihren Bürgerkrieg ("Washington Post") abstürzen, verbreitert Trump seine Basis. Staat für Staat.

Zwei Siege für Cruz, einer für Rubio

Dass Ted Cruz seinen Heimatstaat Texas gewinnen würde, war zu erwarten, Oklahoma nicht unbedingt. In Alaska setzte er sich knapp gegen Trump durch. Cruz zieht daraus am Abend eine geradezu lodernde Siegeszuversicht. "Ein Trump-Sieg wäre ein Debakel!", ruft er theatralisch der Partei zu, hinter ihm mögen sich alle versammeln, niemand sonst könne Trump schlagen, ein solcher Präsident sei doch peinlich für die Kinder.

Marco Rubios Lächeln gerät nach einem ganz schlechten Abend etwas schief. Unendlich müde sieht er aus. Nur einen Staat gewonnen, wenig Delegierte bekommen, unsanft kollidiert der selbst erklärte Hoffnungsträger der Mitte mit der Härte der Wahlkabinen. "Es ist wohl zu spät, um Trump als Kandidaten noch zu verhindern", sagt Pontzen. Er werde nicht unbedingt wegen seiner Politik gewählt. "Viele sind einfach gespannt, wie die Bombe Trump in Washington einschlagen würde."

Super Tuesday

Ergebnisse der Republikaner

Karte: Super Tuesday der Republikaner

Donald Trump gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Vermont und Virginia. Ted Cruz siegt in Oklahoma, Texas und Alaska. Marco Rubio hat in Minnesota die Nase vorn.

Ergebnisse der Demokraten

Karte: Super Tuesday der Demokraten

Hillary Clinton gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Texas und Virginia, Bernie Sanders in Colorado, Minnesota, Oklahoma und Vermont.

Zahl der Delegierten

Am Super Tuesday ging es bei den Republikanern um mehr als 600 Delegierte und bei den Demokraten um rund 1.000. Auf dem Spiel standen bei beiden Parteien gut ein Fünftel der Delegiertenstimmen. Für den Gesamtsieg braucht ein Bewerber bei den Republikanern 1.237 Delegierte. Bei den Demokraten muss der Sieger mindestens 2.382 Delegierte auf sich vereinen.

Wie es jetzt weitergeht

Grafik

Die Vorwahlen ziehen sich noch bis Juni. Ein wichtiges Datum ist der 15. März, wenn sich die Präsidentschaftsbewerber beider Parteien in fünf Staaten dem Votum der Wähler stellen, darunter Florida und Ohio. Bei den Republikanern werden die Delegierten ab Mitte März nicht mehr proportional zum Wahlergebnis vergeben, sondern gehen komplett an den Sieger in dem Bundesstaat.

(Quelle: afp, dpa)

So geht es weiter

Was heißt das alles für das weitere Jahr und die Wahl am 8. November?

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Der 15. März könnte dann die Vorentscheidung bringen. Gewinnt Trump Florida (Rubios Heimatstaat) und Ohio, wonach es in allen Umfragen aussieht, dann wird es schwer für Cruz & Co. Beides sind "Winner takes all"-Staaten, der Sieger bekommt alle Delegierten, und das sind dort viele. Nach diesem Powermonat März wird man mehr wissen, aber vielleicht dauert es in diesem verrückten Wahljahr auch noch länger.

"Jetzt bin ich Mainstream"

Jedenfalls: Würde jetzt USA-weit gewählt, würde Trump nach einer CNN-Umfrage sowohl gegen Clinton als auch gegen Sanders verlieren. Interessanterweise schneidet Sanders dabei im direkten Vergleich sehr viel besser ab als Clinton, auch wenn es gegen Rubio oder Cruz ginge. Es gibt ernstzunehmende Stimmen und Studien, die sagen, der einzige, der Trump besiegen könne, sei in der Tat der 74-jährige Sanders.

Diese Umfragen sind acht Monate vor der Wahl freilich nur eine Momentaufnahme. Und ob alle, die Trump tatsächlich wählen, auch den Mut haben, sich zu bekennen? Man wird in den nächsten Wochen immer weniger mutig sein müssen, Trump gut zu finden. Wie sagt er selber? "Tut mir ja leid, aber ich bin jetzt Mainstream." Trump hat bisher alle überrascht. Alle. Kaum jemand, der ihn nicht unterschätzt hätte. Die Wahl zum 45. Präsidenten der USA ist ein völlig offenes Rennen.

US-Wahl 2016: Kandidaten

Hillary Clinton (Demokraten)

Hillary Clinton

2008 unterlag sie Barack Obama in den innerparteilichen Vorwahlen. Der machte sie später zur Außenministerin. Diesmal gilt die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton als große Favoritin bei den Demokraten - auch wenn ihr Kontrahent Bernie Sanders ihr mehr zu schaffen macht, als ihr lieb sein kann. Clinton hat als einzige Bewerberin überhaupt ein politisches Profil im Ausland. Sie steht für eine Fortsetzung der Außenpolitik Obamas, einen härteren Kurs gegen die Waffenlobby und soziale Erleichterungen für Familien.

Bernie Sanders (Demokraten)

Bernie Sanders

Der 74-Jährige ist der erfahrenste Parlamentarier im Rennen um das Präsidentenamt, 1990 wurde er erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt. Seit 2006 ist er Senator für den Staat Vermont. Sanders bezeichnet sich selbst als "demokratischer Sozialist" und wurde lange als krasser Außenseiter erachtet. Doch wenn er vor Tausenden Studenten spricht, bebt die Arena, Sanders verbreitet ungewöhnlich viel Energie. Er steht für eine liberalere Drogenpolitik, vor allem eine deutlich striktere Regulierung von Banken und Finanzmärkten.

Donald Trump (Republikaner)

Donald Trump

Er wirft mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, ist aber als Parteispender in Erscheinung getreten. Er unterstützte sowohl Republikaner als auch Demokraten. Im Jahr 2000 hatte er sich für die inzwischen unbedeutende Reform-Party schon einmal zur Wahl gestellt. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen. Er holzt vor allem gegen Migranten aus Mexiko und will eine Mauer zwischen beiden Ländern bauen.

02.03.2016, Quelle: dpa
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