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Flucht nach Europa Türkei nimmt 1.300 Flüchtlinge fest

BildFlüchtlingslager in der Türkei
Syrische Flüchtlinge vor ihren Zelten im Flüchtlinslager im Suruc District in der Nähe von Sanliufa in der Türkei im Januar 2015

Die Türkei hat 1.300 Flüchtlinge an der Überfahrt nach Griechenland gehindert. Die Migranten stammen aus dem Iran, dem Irak sowie aus Afghanistan und Syrien. Sie wurden in Flüchtlingslager geschickt. (Archivbild)

(Quelle: dpa)

VideoEinigung nach EU-Türkei-Gipfel
ZDF-Korrespondent Stefan Leifert berichtet aus Brüssel.

Auf dem EU-Türkei-Gipfel wurde eine bessere Sicherung der türkischen Grenze nach Griechenland vereinbart. Laut Korrespondent Leifert bleibt die Frage, wie die Flüchtlinge in Europa verteilt werden.

(30.11.2015)

Video"Drei Milliarden Euro zahlt die EU"
ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek.

Bei einem Sondergipfel in Brüssel sichert die Türkei zu, den syrischen Flüchtlingsstrom nach Europa einzudämmen. Über die Verhandlungen berichtet ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek.

(29.11.2015)

VideoTürkische Schlepperbanden
Schlepperbanden in der Türkei

Der Strom der Flüchtlinge wächst täglich. Vom türkischen Mersin aus werden sie nach Griechenland gebracht. Für die türkischen Schlepper ist die kurze Fahrt übers Mittelmeer ein lukratives Geschäft.

(13.08.2015)

Erst am Sonntag haben die EU und die Türkei einen Aktionsplan zur besseren Kontrolle der Flüchtlingsströme vereinbart. Nun nahmen die türkischen Behörden 1.300 Flüchtlinge fest, die offenbar nach Griechenland wollten. Eine Aktion, die laut Amnesty International illegal und gewissenlos ist. 

Nur einen Tag nach der Einigung von EU und Türkei auf einen Flüchtlings-Aktionsplan haben die türkischen Behörden rund 1.300 Menschen vor einer möglichen Überfahrt nach Griechenland gestoppt. Zudem seien während des Einsatzes in der Hafenstadt Ayvacik drei Schlepper gefasst sowie mehrere Flüchtlings - und Motorboote beschlagnahmt worden. Dies meldeten die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu und die Nachrichtenagentur Reuters übereinstimmend. Ayvacik ist Startpunkt für Fahrten zur griechischen Insel Lesbos.

Die festgenommen Migranten stammten aus dem Iran, dem Irak sowie aus Afghanistan und Syrien. Sie wurden in Bussen zu einem Abschiebungslager gebracht, wie die private türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete. Einige von ihnen würden in ihre Heimatstadt zurückgeschickt, hieß es in den Behörden.

"Das ist so illegal, wie es gewissenlos ist"

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Festnahmen als alarmierend. Sie warf den türkischen Behörden vor, seit September Dutzende Flüchtlinge gewaltsam zurück nach Syrien oder den Irak geschafft zu haben. "Das ist so illegal, wie es gewissenlos ist", sagte Andrew Gardner von AI.

Weitere Links zum Thema
Erst am Sonntag hatten die EU und die Türkei einen Aktionsplan zur besseren Kontrolle der Flüchtlingsströme vereinbart. Gardner erklärte, die Festnahmen würden deshalb auch auf dem Gewissen der EU lasten. Ob der Einsatz direkt mit dem Aktionsplan zusammenhing, war allerdings unklar.

EU zahlt Ankara drei Milliarden Euro

Nach dem Sondergipfel zur Flüchtlingskrise sucht die Europäische Union nach Wegen, um die Hilfsmilliarden für die Türkei zusammenzubekommen. Noch in dieser Woche wollten die ständigen EU-Botschafter darüber beraten, hieß es am Montag in Brüssel. Das Thema sei kompliziert und umstritten und könne letztlich wieder die EU-Staats- und Regierungschefs beschäftigen.

Beim Sondergipfel am Sonntag hatten EU und Türkei einen Aktionsplan vereinbart, um den Zustrom syrischer Flüchtlinge nach Europa einzudämmen. Die EU sagte Ankara drei Milliarden Euro zu, damit Flüchtlinge im Land versorgt werden und Flüchtlingskinder eine Schule besuchen können. Die EU-Kommission will davon selbst 500 Millionen Euro schultern, nach dem üblichen EU-Schlüssel käme auf Berlin dann die gleiche Summe zu. Der Sondergipfel vereinbarte zudem, die Gespräche zum visafreien Reisen und die EU-Beitrittsverhandlungen zu beschleunigen. Ankara versprach, die heimischen Küsten besser zu schützen und effektiver gegen Schlepper vorzugehen.

30.11.2015, Quelle: ap, reuters, dpa
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