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Griechisch-mazedonische Grenze Erzwungene Rückkehr nach Idomeni

VideoIdomeni: Erzwungene Rückkehr
Flüchtling im Flüchtlingslager von Idomeni

Die Lage im Flüchtlingslager von Idomeni hat sich zugespitzt: Über 1.000 Menschen versuchten bei eiskaltem Wetter einen Fluss zu überqueren, um nach Mazedonien zu gelangen. Andrea Maurer ist vor Ort.

(15.03.2016)

Video"Dramatische Szenen am Fluss"
Andrea Maurer

"2.000 Flüchtlinge haben es nach Mazedonien geschafft, sie werden nun mit Reisebussen zurück nach Idomeni gebracht", so ZDF-Reporterin Andrea Maurer. Ein Flugblatt habe die Grenzübertritte ausgelöst.

(15.03.2016)

VideoTausende verlassen Lager
Griechische Polizisten stoppen Flüchtlinge am 14.03.2016

Tausende Menschen haben das Auffanglager in Idomeni verlassen. Die quälende Warterei hat die Menschen Richtung Norden getrieben. Wie weit die Menschen k

(14.03.2016)

VideoLage in Idomeni kritisch
Zelte im Flüchtlingscamp

12.000 Flüchtlinge sitzen noch immer an der griechisch-mazedonischen Grenze fest. Die Lage verschlechtert sich täglich. Katastrophale Hygiene- Bedingungen machen vor allem kleinen Kindern zu schaffen.

(14.03.2016)

Ein Teil der Flüchtlinge aus Idomeni, die am Montag über einen Fluss nach Mazedonien gelangt waren, sind wieder zurück in dem überfüllten Lager. Das mazedonische Militär hatte sie zurückgedrängt. Griechenlands Ministerpräsident Tsipras rief die Flüchtlinge in Idomeni auf, in andere Lager zu gehen. 

"Die Flüchtlinge, die an der mazedonischen Grenze gestoppt wurden, kommen alle langsam zurück", berichtet ZDF-Reporter Michael Bewerunge. Einige erzählten, sie seien von mazedonischen Soldaten geschlagen worden. 

"Verzweiflungstat ohne Erfolg"

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Eine größere Gruppe von etwa 1.000 Menschen, die es geschafft hatten, nach Mazedonien vorzudringen, seien in den mazedonischen Grenzort Gevgelija gebracht worden, so Bewerunge. Diese Menschen würden alle wieder zurück nach Idomeni abgeschoben. "Diese Verzweiflungstat war letztendlich nicht von Erfolg gekrönt."

Hunderte Flüchtlinge aus Idomeni hatten sich am Montag auf eine mehrstündige Wanderung gemacht, durchquerten einen Fluß und nutzen schließlich eine Lücke im Grenzzaun. Auf mazedonischem Gebiet wurden sie jedoch von der Polizei oder von Soldaten aufgegriffen. Mazedonische Medien berichteten, dass drei leblose Körper, vermutlich Flüchtlinge, im Grenzfluss gefunden worden seien.

In Idomeni sitzen mehr als 12.000 Menschen nach der Schließung der Balkanroute fest, darunter viele Frauen und Kinder. Sie kampieren dort seit Tagen bei Regen und Kälte in Zelten im Schlamm und hoffen, doch noch nach Norden weiterziehen zu können. EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos wollte sich am Dienstag ein Bild von der Lage in Idomeni machen, teilte Kommissionssprecher Margaritis Schinas per Twitter mit.

Tsipras: Spiel mit Menschenleben muss aufhören

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras forderte die Flüchtlinge auf, in die Auffanglager seines Landes zu gehen, wo bessere Bedingungen herrschten. "Es ist ausgeschlossen, dass die Balkanroute sich noch einmal öffnen wird", stellte er bei einer Pressekonferenz klar. Die Flüchtlinge sollten daher das Lager Idomeni verlassen, in dem sie ihr Leben riskierten. "Wir werden zusammenarbeiten, um Ihren legalen Transfer nach Europa zu beschleunigen", versprach Tsipras.

Er verurteilte die Flugblatt-Aktion von Idomeni scharf. Am Montag waren Flyer an die Migranten verteilt worden, die beschrieben, wie man über die grüne Grenze nach Mazedonien gelangen könnte. Viele folgten dem Aufruf, einen reißenden Fluss zu durchqueren. Tsipras bezeichnete die Flugblattaktion als "gefährliches Verhalten zu Lasten der Flüchtlinge". "Dieses Spiel mit Menschenleben muss aufhören."

Nach UNHCR-Angaben befinden sich derzeit 44.000 Flüchtlinge in Griechenland - zuletzt kamen täglich zwischen 1.500 und 2.500 an. "Viele haben noch immer die Hoffnung, dass die Grenze sich wieder öffnet", sagte ein UNHCR-Mitarbeiter.

Idomeni - Fragen und Antworten

Die Hoffnung schwindet immer mehr

Flüchtlinge in Idomeni

42.000 Flüchtlinge stecken in Griechenland fest, 13.000 von ihnen im Übergangslager in
Idomeni, nachdem die Staaten nördlich von Griechenland die sogenannte Balkanroute in die Mitte Europas gesperrt haben. Die Menschen harren dort unter widrigsten Umständen aus. Wie lange noch? Dazu einige Fragen und Antworten.

Wie sind die Zustände in Idomeni?

Das Lager war ursprünglich für 2.000 Menschen angelegt - für sie gibt es Plätze in wetterfesten Großzelten. Schon in den letzten Wochen vor der Grenzsperre hat Mazedonien den Durchlass von Asylsuchenden stark gedrosselt. So entstand in Idomeni ein Rückstau an Menschen. Helfer verteilten an sie kleine Kuppelzelte, mit denen sie sich auf den Wiesen und Feldern rund um das eigentliche Lager niederließen.

Wie ist das Wetter?

Seit zwei Tagen regnet es beinahe unablässig. Die Wiesen und Felder haben sich in Schlammwüsten verwandelt. In den Nächten wird es noch richtig kalt. Vor allem die Kinder frieren und werden wegen Kälte und Durchnässung häufig krank. Ein Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR sagte am Donnerstag: "Das ist kein Ort, an dem Menschen leben können."

Warum harren die Asylsuchenden trotzdem aus?

Viele hoffen immer noch darauf, dass sich das Grenztor nach Mazedonien wieder öffnet, und diesen Moment wollen sie nicht verpassen. Andere merken vielleicht schon, wohin sich die Lage entwickelt hat, wollen aber die Veränderung nicht wahrhaben.

Woher kommen die Menschen?

Die meisten kommen aus Syrien, wo seit fünf Jahren ein Bürgerkrieg wütet. Es gibt aber auch viele Iraker, unter ihnen wiederum besonders Kurden aus Gebieten, die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrolliert oder angegriffen werden. Mehr als die Hälfte der Lagerbevölkerung sind Frauen und Kinder.

Wird die Grenze zu Mazedonien wieder geöffnet?

Es deutet nichts darauf hin. Beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel ist zwar in der Schlusserklärung die Formulierung über die Schließung der Balkanroute auf Drängen Deutschlands abgeschwächt worden. Doch die Balkanstaaten nördlich von Griechenland sowie Österreich, das auf eine Abschottungslinie gegenüber Flüchtlingen umgeschwenkt ist, haben vollendete Tatsachen geschaffen.

Erwägt Griechenland eine Räumung des Lagers?

Die Regierung in Athen lehnt eine Zwangsräumung unter Einsatz der Bereitschaftspolizei dezidiert ab. Vielmehr will sie die Menschen dazu überreden, auf freiwilliger Basis in Aufnahmelager zu ziehen, die über ganz Griechenland verstreut sind.

Freiwillig in Aufnahmezentren?

Theoretisch schon. Aber vorerst fehlt es an Aufnahmezentren in geeigneter Zahl und Größe. Diese würden aber derzeit aufgebaut, wird in Athen versichert. Schon jetzt kann man Busse sehen, die Menschen aus Idomeni wegbringen. Sie fahren nach Athen und werden von privaten Unternehmen betrieben. Die Menschen müssen für die mehr als 500 Kilometer lange Fahrt 25 Euro bezahlen.

Wie soll es mit den Flüchtlingen weitergehen?

Das ist noch völlig unklar. Zumal trotz aller Absprachen mit der Türkei und trotz NATO-Einsatzes immer noch täglich bis zu 3.000 Bootsflüchtlinge am Tag über die Ägäis in Griechenland eintreffen. In ganz Griechenland sitzen nach Angaben vom Donnerstag fast 42.000 Menschen fest. Griechenland, das eine schwere wirtschaftliche und soziale Krise durchlebt, wird nicht in der Lage sein, auf Dauer Hunderttausende Flüchtlinge aufzunehmen.

Quelle: dpa

15.03.2016, Quelle: dpa, reuters, ap
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