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merkzettel

Nach Massenhinrichtung Neue Spannungen im Nahen Osten befürchtet

BildDemonstranten in Bahrain
Ein Demonstrant in Bahrain hält das Bild des in Saudi-Arabien hingerichteten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr.

Ein Demonstrant in Bahrain zeigt das Konterfei des in Saudi-Arabien hingerichteten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr.

(Quelle: ap)

Video47 Menschen exekutiert
Schiiten demonstrieren am 23. Mai 2015 in der Provinz Katif im Rahmen eines Begräbnisses der Opfer eines Anschlags auf eine schiitische Moschee

(02.01.2016 Quelle: dpa)

VideoSaudis und Türkei verbünden sich
Saudi-Arabien und die Türkei wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Sie gründen dazu einen gemeinsamen Rat, der sich unter anderem mit Sicherheitsfragen und wirtschaftlicher Kooperation befasst.

Saudi-Arabien und die Türkei wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Sie gründen dazu einen gemeinsamen Rat, der sich unter anderem mit Sicherheitsfragen und wirtschaftlicher Kooperation befasst.

(30.12.2015)

VideoEU ehrt saudischen Blogger
Links hält die Frau von Raif Badawi, Ensaf Haida, ein Bild von ihrem Mann hoch, während ihm Martin Schuz den Sacharow-Preis verleiht.

Das EU-Parlament hat Raif Badawi den Sacharow-Preis für geistige Freiheit verliehen. Wegen eines Blogeintrags, der den Islam beleidigt haben soll, sitzt er seit 2011 im Gefängnis.

(16.12.2015)

Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Sunniten und Schiiten droht nach der Massenhinrichtung in Saudi-Arabien weiteren Schaden zu nehmen. Vor allem die Hinrichtung des einflussreichen Geistlichen Nimr al-Nimr erzürnt die Schiiten in der Region. 

Hunderte Unterstützer des getöteten Scheichs protestierten am Samstag unter anderem in seiner Heimatstadt im Osten Saudi-Arabiens, im benachbarten Bahrain und bis hin in den Norden Indiens. Schiitische Anführer im Iran und in anderen Staaten verurteilten die Hinrichtung al-Nimrs und 46 weiterer Häfltinge ebenso massiv wie Menschenrechtsorganisiationen.

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei warnte Saudi-Arabien gar vor der "Rache Gottes". "Das ungerechtfertigt vergossene Blut dieses Märtyrers wird rasche Konsequenzen haben und die Hand Gottes wird Rache an der saudi-arabischen Führung nehmen", sagte Chamenei vor Geistlichen in Teheran. "Dieser Gelehrte ermutigte Menschen weder zu bewaffnetem Handeln, noch schmiedete er geheime Pläne. Das Einzige, was er tat, war öffentlich Kritik zu äußern."

Ringen um Vorherrschaft

Nachdem das iranische Außenministerium den saudischen Gesandten in Teheran einberufen hatte, zitierte auch Saudi-Arabien in Riad den iranischen Vertreter herbei. Wie die saudische Nachrichtenagentur SPA am Samstagabend berichtete, beschrieb das Außenministerium die Kritik aus Iran am Justizsystem Saudi-Arabiens als "eklatante Einmischung" in seine inneren Angelegenheiten.

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Iran und Saudi-Arabien ringen seit Jahrzehnten um die Vorherrschaft im Nahen Osten. Nach den Protesten im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 traten sie in Stellvertreterkriege in Syrien und im Jemen ein.

Beziehung zum Irak gefährdet

Die USA schalteten sich mit mahnenden Worten ein. Das Königreich müsse gerechte juristische Verfahren ermöglichen und friedlichen Ausdruck abweichender Meinungen erlauben, erklärte Außenamtssprecher John Kirby. Mit allen Parteien im Land müsse nach den Hinrichtungen zusammengearbeitet werden, um entstandene Spannungen zu entschärfen. Die USA fürchteten wegen al-Nimrs Hinrichtung weitere Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten. Gerade jetzt - zu Zeiten von Konflikten wie denen in Syrien und im Jemen - müssten diese reduziert werden.

Der Tod al-Nimrs könnte auch die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Irak gefährden. Der höchste schiitische Geistliche im Irak, Ajatollah Ali al-Sistani, hat die Hinrichtung al-Nimrs in Saudi-Arabien als "ungerecht" verurteilt. "Wir haben mit extremer Trauer und Kummer die Nachricht des Martyriums unserer gläubigen Brüder, darunter Scheich Nimr al-Nimr, erhalten", sagte al-Sistani am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenseite Alsumaria. Neben dem schiitischen Geistlichen waren in Saudi-Arabien am Samstag 46 weitere Menschen exekutiert worden - darunter Berichten zufolge drei weitere Schiiten.

In der zentralirakischen Provinz Al-Wasit protestierten Hunderte Schiiten auf den Straßen gegen die Hinrichtung. Sie forderten die irakische Regierung auf, die erst im Dezember nach 25 Jahren wiedereröffnete saudische Botschaft in Bagdad erneut zu schließen.

Was die Hinrichtung al-Nimrs bedeutet

Wer war Scheich Nimr Al-Nimr?

Al-Nimr war ein weithin akzeptierter und verehrter schiitischer Geistlicher und zugleich ein Regierungskritiker Saudi-Arabiens. Er war im Oktober 2014 wegen Volksverhetzung und anderen Vorwürfen zum Tode verurteilt worden. Al-Nimr war Anführer schiitischer Proteste im Osten Saudi-Arabiens 2011. Er war auch ein Kritiker der Regierung von Bahrain, wo eine von Sunniten geführte Monarchie Proteste von Schiiten unterdrückte, obwohl Letztere die Mehrheit darstellen. Saudi-Arabien schickte Truppen, um Bahrain bei der Zerschlagung des Aufstands zu helfen. Denn es bestand die Furcht, dieser könne sich ausweiten und andere Golfstaaten destabilisieren.

Al-Nimr unterstützte aber nicht alle Schiiten ausnahmslos. So sprach er sich wegen der Tötung von Regierungsgegnern gegen die vom schiitischen Iran unterstützte alawitische Führung in Syrien aus. Die Alawiten gehören ebenfalls dem schiitischen Spektrum an. Al-Nimr kritisierte die regierende Königsfamilie in Saudi-Arabien wegen der Innenpolitik direkt. Die politischen Vorwürfe gegen sich stritt er nicht ab. Aber er bestand darauf, nie Waffen getragen oder zu Gewalt aufgerufen zu haben. Er war Mitte 50.

Warum hat seine Hinrichtung Folgen?

Sein Tod soll all jenen als Warnung dienen, die daran denken, Reformen und politische Freiheiten in Saudi-Arabien zu fordern. Darüber hinaus sind saudische Schiiten angesprochen, die behaupten, von den Behörden des Königreichs diskriminiert zu werden. Viele ultrakonservative Sunniten betrachten die Schiiten als Ketzer. Einige schiitische Moscheen und Gebetsplätze im Osten des Landes waren 2015 von sunnitischen Extremisten angegriffen worden.

Die Hinrichtung von Al-Nimr kam sogar für seine Familie überraschend, wie sein Bruder Mohammed al-Nimr der Nachrichtenagentur ap sagte. Trotz harter Urteile bekommen Regierungskritiker in Saudi-Arabien meist lange Gefängnisstrafen, auch nach Berufungen, die die Todesstrafe aufrechterhalten.

Es wird erwartet, dass sich durch seinen Tod die Stellvertreterkriege um die regionale Vorherrschaft zwischen Saudi-Arabien und dem Iran verschärfen werden. Die beiden Rivalen unterstützen derzeit die jeweils gegnerischen Seiten in den Bürgerkriegen in Syrien und im Jemen.

Welche Auswirkungen hat die Hinrichtung?

Die schiitischen Geistlichen im Iran haben den Tod Al-Nimrs benutzt, um Saudi-Arabien heftig zu kritisieren. Das Königreich stützt sich auf die ultrakonservative sunnitische Ideologie, die unter dem Begriff Wahhabismus bekannt ist. Das iranische Außenministerium warnte, Saudi-Arabien werde einen hohen Preis zahlen müssen. Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani sagte, Saudi-Arabien werde einem "Strudel" entgegensehen, aus dem es nicht entkommen könne.

Iran und Saudi-Arabien konkurrieren seit der iranischen Revolution 1979, bei der kompromisslose schiitische Geistliche an die Macht kamen, um die Vorherrschaft in der muslimischen Welt. Der Krieg der USA im Irak verschärfte die religiösen und ethnischen Spannungen weiter und führte dazu, dass eine schiitisch geführte Regierung in Bagdad an die Macht kam. Das führte zu einer wesentlichen Verlagerung der konfessionellen Machtbalance in der Region.

Nach den Protesten im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 traten Iran und Saudi-Arabien in Stellvertreterkriege in Syrien und im Jemen ein. Im Jemen bombardiert Saudi-Arabien die vom Iran gestützten Rebellen seit März. Die beiden Länder unterstützen auch gegnerische politische Gruppen im Libanon, Irak und in Bahrain.

Schiiten und Sunniten

Hintergrund

Bei Konflikten in der islamischen Welt prallen häufig schiitische und sunnitische Weltsicht aufeinander. Die religiöse Trennung zwischen den beiden wichtigsten Glaubensausrichtungen im Islam reicht bis ins 7. Jahrhundert nach Christus zurück. Ursprung ist der Streit um die Nachfolge des Propheten Mohammed nach dessen Tod im Jahr 632. Für beide Glaubensgruppen ist der Koran das Wort Gottes. Die Unterschiede liegen in der theologischen Auslegung und der religiösen Praxis. Manche Differenzen sind marginal: So halten beispielsweise Schiiten ihre Hände beim Beten seitlich des Körpers, Sunniten hingegen kreuzen sie vor der Brust oder dem Bauch.

Interpretation der Lehre

Entscheidender sind Fragen, die sich um die Interpretation der Lehre drehen. Die Schiiten argumentieren, dass nur ein Blutsverwandter auf Mohammed folgen kann und sehen daher in dessen Cousin und Schwiegersohn Ali und seinen Nachfahren die rechtmäßigen Erben des Propheten. Letztlich kommt der Begriff Schiiten von "Schiat Ali" - Partei Alis.

Die Sunniten hingegen bestehen nicht auf einer Blutsverwandtschaft. Sie ließen ihren Anführer nach Mohammeds Tod wählen und so huldigten sie in den Wirren des 7. Jahrhunderts zunächst den drei Kalifen Abu Bakr, Umar und Uthman, bevor Ali für einige Zeit die Macht errang. Die vier gelten nach sunnitischer Lehre als die vier Rechtgeleiteten Kalifen. Nach Alis Tod 661 errangen erneut die Sunniten die Oberhand und konnten ihre Macht für die folgenden Jahrhunderte in verschiedenen Herrscherdynastien festigen.

Im Schiismus entwickelte sich daraufhin die Lehre der geistlichen Führerschaft des Imams, dem ein besonderes religiöses Wissen und Unfehlbarkeit zugesprochen werden, was die Sunniten ablehnen. Angefangen mit Ali gab es nach Mohammed zwölf Imame. Die meisten von ihnen wurden von Sunniten getötet und starben als Märtyrer. Der zwölfte indes starb nicht, sondern entschwand, um eines Tages als der Rechtgeleitete, der Messias, zurückzukehren und Gerechtigkeit zu üben.

Gründe für die Spaltung

Die Sunniten werfen den Schiiten vor, ein übersteigertes Bild von Ali zu pflegen und diesen auf eine Stufe mit Mohammed zu stellen. Genau betrachtet ist der Vorwurf falsch, denn die Schiiten sehen in Mohammed den letzten Propheten, was eine zentrale Lehre des Islams ist.

Heute wie damals sind die Sunniten in der Mehrheit. Schätzungen zufolge machen Sunniten zwischen 85 bis 90 Prozent der Muslime aus, Schiiten bis zu 15 Prozent. In Nahost leben und herrschen Schiiten vor allem in Iran, Irak und in Bahrain. Große Gemeinden gibt es zudem unter anderem in Syrien, Saudi-Arabien, Kuwait, im Libanon und Jemen.

Die erbitterte Feindschaft von einst nährt noch heute Ressentiments und Streitigkeiten zwischen den Glaubensgemeinschaften. Selbst moderate Schiiten würden ihre Kinder wohl kaum nach den ersten drei Kalifen Abu Bakr, Umar und Uthman nennen. Politische Trennlinien in der arabischen Welt lassen sich entlang der Glaubenszugehörigkeit ablesen. Doch nur die überzeugtesten Hardliner setzen die theologischen Differenzen in Gewalt und Hass um, wie im Irak und Syrien, wo sunnitische Extremisten gegen schiitische Regierungen kämpfen.

(Quelle: dpa)

03.01.2016, Quelle: dpa
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