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Nach Übergriffen in Silvesternacht Kölns Polizeipräsident muss gehen

VideoPolizeipräsident muss gehen
Archiv: Wolfgang Albers am 16.09.2015 in Köln

Der Druck auf Polizeipräsident Albers wurde zu groß: NRW-Innenminister Jäger versetzte ihn in den einstweiligen Ruhestand.

(08.01.2016)

VideoCDU will schärfere Gesetze
Die CDU-Spitze fordert nach den Übergriffen in Köln massive Gesetzesverschärfungen. Flüchtlinge, die zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt wurden, sollten ihr Recht auf Asyl verlieren.

Die CDU-Spitze fordert nach den Übergriffen in Köln massive Gesetzesverschärfungen. Flüchtlinge, die zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt wurden, sollten ihr Recht auf Asyl verlieren.

(08.01.2016)

VideoKöln - Eine Woche nach den Übergriffen
roettig in koeln

Wie ist die Stimmung in Köln eine Woche nach den Vorfällen in der Silvesternacht? Und was wird getan um das Sicherheitsgefühl in der Stadt wieder zu stärken? Unser Mima-Reporter war vor Ort.

(08.01.2016)

VideoNach den Übergriffen in Köln
Zwei junge Frauen gehen einen Weg entlang.

Nach den massiven sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht sind viele Frauen verunsichert. Etta Hallenga von der Frauenberatungsstelle Düsseldorf ordnet die Vorfälle ein und gibt Tipps.

(07.01.2015)

Der Druck auf Kölns Polizeipräsident Albers wurde zu groß: NRW-Innenminister Jäger versetzte ihn in den einstweiligen Ruhestand. Die Entscheidung sei notwendig gewesen, um nach den Vorfällen in der Silvesternacht das Vertrauen der Bürger in die Polizei zurückzugewinnen. 

Nach massiver Kritik im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz in der Silvesternacht zieht NRW-Innenminister Ralf Jäger die Reißleine und versetzte den Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers in den einstweiligen Ruhestand. Er wolle mit dem Schritt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Polizei zurückgewinnen, sagte Jäger in Düsseldorf.

"Die Menschen wollen zurecht wissen, was in dieser Silvesternacht passiert ist, wer die Täter sind und wie solche Vorfälle zukünftig verhindert werden können." Die Polizei sei "mit Hochdruck" dabei, alles zu den Vorfällen zuammenzutragen, um am Montag den Landtag und die Öffentlichkeit zu informieren.

Albers: Polizisten haben "Kritik nicht verdient"

Nach internen Polizeiberichten gelang es den Einsätzkräften nicht, die massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen am Kölner Dom zu unterbinden. Albers wird zudem vorgeworfen, erst Tage später die Vorfälle zugegeben zu haben.

Auszug aus dem Polizeibericht

"Während der Einsatzbesprechung zur Meldezeit wurde durch den Polizeiführer mitgeteilt, dass sich gegen 21 Uhr bereits etwa 400 'Flüchtlinge' im Bereich des Bahnhofsvorplatzes aufgehalten haben und dort erheblich alkoholisiert unter massiver Verwendung von Feuerwerkskörpern feiern sollen. [...] Tatsächlich konnten gegen 22:48 Uhr im Bereich Roncalliplatz/Domplatte/Bahnhofsvorplatz mehrere tausend Personen (genaue Verifizierung nicht möglich) mit Migrationshintergrund (vermutlich mit Flüchtlingsbezug) festgestellt werden."

Quelle: ZDF

Bis zuletzt hatte Polizeipräsident Albers versucht, sein Handeln zu rechtfertigen. In einer persönlichen Erklärung räumte er ein, die öffentliche Debatte um seine Person sei "dazu angetan" gewesen, die detaillierte Aufklärung der Vorfälle "zu erschweren und zu verzögern". Die Polizisten, die im Dienst waren, hätten aber "diese Kritik nicht verdient".

In Köln war es in der Silvesternacht rund um den Hauptbahnhof aus einer großen Menschengruppe heraus zu sexuellen Übergriffen auf Frauen und zu anderen Straftaten gekommen. Es steht der Verdacht im Raum, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern um junge Männer aus arabischen und nordafrikanischen Staaten handeln könnte.

Zahl der Anzeigen steigt weiter

In den vergangenen Tagen war die Polizeiführung wegen der Einsatzplanung und Kommunikationsstrategie nach den Vorfällen in die Kritik geraten. Teilweise wurde ihr dabei unterstellt, den Migrationshintergrund möglicher Verdächtiger verschwiegen zu haben. Albers wies diese Vorwürfe als "vollkommen abstrus" zurück.

Weitere Links zum Thema

Die Zahl der Anzeigen im Zusammenhang mit den Übergriffen in Köln steigt immer noch. Bisher sind rund 170 Anzeigen eingegangen. Der Bundespolizei sind inzwischen 31 Verdächtige namentlich bekannt. Neun von ihnen stammen demnach aus Algerien, acht aus Marokko, fünf aus Iran, vier aus Syrien, einer aus dem Irak, einer aus Serbien, einer aus den USA und zwei aus Deutschland. 18 sind nach Angaben des Innenminsteriums Asylbewerber.

Die Ermittlungsgruppe der Kölner Polizei identifizierte bislang 16 mögliche Verdächtige. Am Kölner Hauptbahnhof waren sowohl Bundes- als auch Landespolizisten im Einsatz, beide Behörden erfassen ihre Einsatzvorgänge separat. Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft wurden am Freitag in Köln zwischenzeitlich zwei mögliche Täter festgenommen. Diesen kamen noch am selben Tag wieder frei.

Köln: Was wir wissen - und was nicht

Anzahl der Täter

Am Silvesterabend versammelte sich eine große Menschenmenge vor dem Kölner Bahnhof, darunter eine große Zahl gewalttätiger Männer. Viele waren betrunken und enthemmt. Sie feuerten Raketen und Böller in die Menge.

Gegen 23 Uhr hatte sich die Gruppe auf dem Bahnhofsvorplatz und der Treppe zum Dom auf etwa 1.000 bis 1.500 Personen vergrößert, heißt es im Bericht des NRW-Innenministeriums. Die Stimmung war aggressiv, deswegen räumte die Polizei den Platz.

Sexuelle Gewalt und Diebstahl

Aus der Menschenmenge bildeten sich kleinere Gruppen von Männern. Sie umzingelten Frauen und begrapschten oder beraubten ihre Opfer. Auch Vergewaltigungen wurden bei der Polizei angezeigt.

Bislang liegen der Polizei mehr als 500 Anzeigen vor. In mehr als 230 Fällen handelt es sich um Sexualstraftaten, teils zusammen mit Diebstahl. Bei den übrigen Anzeigen geht es um Diebstahl und Körperverletzung.

Identität der Täter

Die Bundespolizei, die für die Sicherheit an Bahnhöfen zuständig ist, hat etwas mehr als 30 Verdächtige identifiziert - größtenteils Migranten aus Algerien, Marokko, auch einige aus Iran und Syrien. Viele der Verdächtigen sind Asylbewerber.

Vier der Tatverdächtigen sind dem Innenministerium zufolge bereits in Untersuchungshaft, ihnen wird Diebstahl und Raub in Zusammenhang mit den Ereignissen in der Silvesternacht vorgeworfen. Welche Delikte die anderen begangen haben sollen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Beweisführung wird in jedem Falle problematisch. Das Getümmel und die Menge an Beteiligten erschweren den Nachweis konkreter Verbrechen Einzelner.

Organisierte Banden?

Die Polizei kann bislang nicht bestätigen, dass organisierte Banden für die Übergriffe verantwortlich sind. Es ist unklar, ob es zwischen den Taten in Köln und in anderen Städten zum Jahreswechsel einen Zusammenhang gibt.

Unter anderem in Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart häufen sich die Anzeigen von Frauen, die in der Silvesternacht sexuell belästigt und ausgeraubt wurden. In Hamburg gingen mehr als 100 Strafanzeigen ein.

Widersprüchliche Informationspolitik

Die Informationspolitik der Behörden folgte offenbar einer Salamitaktik: Die Erkenntnisse kamen in den Tagen nach den Übergriffen scheibchenweise. Teilweise widersprachen sich die Informationen der Polizei.

(Quelle: dpa)

08.01.2016, Quelle: dpa, zdf, afp
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