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Nach UN-Sanktionen Nordkorea feuert Kurzstreckenraketen ab

BildNordkorea feuert Rakete ab
Archiv - Eine nicht datierte Bilddatei zeigt das abfeuern einer Kurzstreckenrakete in Nordkorea

(Quelle: dpa)

VideoUN-Resolution gegen Nordkorea
Nach den jüngsten Atomwaffen-Tests in Nordkorea haben sich die USA und China auf neue Sanktionen verständigt. Der UN-Sicherheits-Rat soll in den kommenden Tagen darüber abstimmen.

Nach den jüngsten Atomwaffen-Tests in Nordkorea haben sich die USA und China auf neue Sanktionen verständigt. Der UN-Sicherheits-Rat soll in den kommenden Tagen darüber abstimmen.

(25.02.2016)

VideoTest von Langstreckenrakete
Nordkorea hat eine Langstreckenrakete gestartet. Laut Pjönjang sei mit der Rakete ein Satellit ins Weltall gebracht worden. Der Raketenstart stieß international auf scharfe Kritik.

Nordkorea hat eine Langstreckenrakete gestartet. Laut Pjönjang sei mit der Rakete ein Satellit ins Weltall gebracht worden. Der Raketenstart stieß international auf scharfe Kritik.

(07.02.2016)

Rund zwei Monate hat der UN-Sicherheitsrat nach dem weltweit kritisierten Atomtest Nordkoreas für eine Reaktion gebraucht. Dann verschärft das Gremium seine Sanktionen gegen Pjöngjang massiv - und prompt schießt Nordkorea wieder Raketen ab. 

Nur Stunden nach Verkündung der bislang schärfsten UN-Sanktionen gegen Nordkorea hat der kommunistische Staat nach Angaben Südkoreas mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert. Die Raketen seien am Donnerstag in Wonsan an der Ostküste in Richtung Japanisches Meer (Ostmeer) abgeschossen worden und ins Wasser gestürzt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Anzahl und Typ der Raketen waren zunächst unklar. Erst am Mittwoch hatte der UN-Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet, die eine drastische Verschärfung der Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang vorsieht.

UN-Sanktionen wegen Atomtest im Januar

Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen reagierte damit auf einen nordkoreanischen Atomtest im Januar und einen ebenfalls weltweit kritisierten Start einer Weltraumrakete im Februar. Die internationale Gemeinschaft sieht den jüngsten Satellitenstart als Vorwand zum Test einer militärischen Langstreckenrakete, während
Nordkorea von einem Start zu friedlichen Zwecken spricht.

Die nun beschlossene Resolution sieht unter anderem Kontrollen aller Frachter von und nach Nordkorea sowie ein Verkaufsverbot von Handfeuerwaffen vor. Die Sanktionen, die die USA und Nordkoreas traditioneller Verbündeter China ausgehandelt hatten, sollen dazu beitragen, das nordkoreanische Nuklearprogramm zu beenden.

"Ich habe schon immer gesagt, dass Nordkorea für seine Aktionen Konsequenzen sehen würde und begrüße diese Resolution als starke, gemeinsame und angemessene Reaktion der internationalen Gemeinschaft", sagte US-Präsident Barack Obama.

Auch die EU und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßten die verschärften Sanktionen. "Die heutige einstimmige Handlung des Sicherheitsrats sendet eine klare Botschaft an Nordkorea, dass das Land seine internationalen Verpflichtungen wieder voll erfüllen muss", sagte Ban. Südkorea kündigte an, mit der internationalen Gemeinschaft verstärkt auf ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms hinzuarbeiten.

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Nordkorea soll sein Atomprogramm aufgeben

"Der Sicherheitsrat betont erneut seine Entscheidung, dass Nordkorea alle nuklearen Waffen und alle existierenden Atomprogramme auf vollständige, verifizierbare und unumkehrbare Weise aufgeben muss", heißt es in der verabschiedeten Resolution. Zu den Sanktionen gehören auch ein Exportverbot für bestimmte Bodenschätze und ein Verkaufsverbot von Luxusgegenständen wie teuren Uhren und Sportzubehör. Außerdem gibt es neue Ausreisesperren, zudem werden die Konten von 16 Personen und zwölf Unternehmen eingefroren. Derart scharfe Sanktionen hat der Sicherheitsrat seit rund 20 Jahren nicht mehr verhängt.

In einem am Montag veröffentlichten Bericht hatte eine von den Vereinten Nationen beauftragte Expertengruppe ernsthafte Zweifel an der Wirksamkeit der bislang bestehenden Sanktionen geäußert. Das Regime in Pjöngjang habe diese geschickt umgangen, außerdem setzten UN-Mitgliedstaaten die Sanktionen nicht ausreichend um.

Nach Angaben aus westlichen Quellen werden Hunderttausende Menschen in Nordkoreas politischen Haftanstalten gefangen gehalten. An der Spitze der von einem Geflecht aus kommunistischer Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur steht Kim Jong Un. Das abgeschottete und bitterarme Land hat rund 25 Millionen Einwohner.

Die bitterarme Atommacht Nordkorea

Die Diktatur von Kim Jong Un

Kim Jong Un

Mit rund 1,2 Millionen Soldaten unterhält das mehrfach von Hungersnöten geplagte Nordkorea eine der größten Armeen Asiens. An der Spitze der von einem Geflecht aus Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur steht Kim Jong Un. Er hatte seinen im Dezember 2011 gestorbenen Vater Kim Jong Il abgelöst. Unter der Führung von Kim Jong Uns Großvater Kim Il Sung war die "Demokratische Volksrepublik Korea" 1948 gegründet worden.
Die abgeschottete Diktatur hat 24,6 Millionen Einwohner und ist mit knapp 123.000 Quadratkilometern etwas größer als die frühere DDR. Die Verletzung der Menschenrechte ist an der Tagesordnung. Die Zahl der politischen Gefangenen wird auf 200.000 geschätzt. Mit nur 69,2 Jahren ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Nordkoreaner rund zehn Jahre geringer als im reichen kapitalistischen Süden des geteilten Landes.

Misswirtschaft und Atomprogramm

Misswirtschaft ruinierte den an Bodenschätzen reichen Norden. Die Industrieproduktion ging seit 1990 um mehr als zwei Drittel zurück. Unwetter und Zwangswirtschaft führten 1997 zu einer Hungerkatastrophe mit einem Massensterben. Nach UN-Schätzung sind weiterhin Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht. Trotzdem haben Ausgaben für das Militär Vorrang. Internationale Besorgnis löst Nordkoreas Atomprogramm aus, das zusammen mit dem Raketenprogramm des Landes als Bedrohung in der Region gilt.

Quelle: dpa

03.03.2016, Quelle: dpa, afp
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