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Manöver der USA und Südkoreas Nordkorea droht mit Atomschlag

BildKim Jong Un
Kim Jong-un

Machthaber Kim Jong Un hatte bereits vergangene Woche die sofortige Einsatzbereitschaft der Atomwaffen Nordkoreas angeordnet.

(Quelle: dpa)

VideoUN-Resolution gegen Nordkorea
Nach den jüngsten Atomwaffen-Tests in Nordkorea haben sich die USA und China auf neue Sanktionen verständigt. Der UN-Sicherheits-Rat soll in den kommenden Tagen darüber abstimmen.

Nach den jüngsten Atomwaffen-Tests in Nordkorea haben sich die USA und China auf neue Sanktionen verständigt. Der UN-Sicherheits-Rat soll in den kommenden Tagen darüber abstimmen.

(25.02.2016)

Drohungen aus Nordkorea gehören zum politischen Alltag in Fernost. Doch das gemeinsame Militärmanöver von USA und Südkorea brachte das Regime in Pjöngjang zu einer neuen Stufe der Kriegsrhetorik: Von Atomschlag ist da die Rede, auch präventiv. 

Angesichts eines gemeinsamen Manövers der USA und Südkoreas hat Nordkorea erneut mit einem Atomschlag gegen die beiden Länder gedroht. Es schließe einen "präventiven Atomangriff im Namen der Gerechtigkeit", nicht aus, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA aus einer Erklärung des Oberkommandos der nordkoreanischen Streitkräfte. Kurz darauf starteten die USA und Südkorea ihr jährliches gemeinsames Militärmanöver.

So viele Soldaten wie noch nie

Das am Montag begonnene Manöver der USA und Südkoreas richte sich unverblümt gegen die Souveränität Nordkoreas, erklärte das Oberkommando in Pjöngjang. Daher sei der Einsatz von Atomwaffen gegen Ziele in Südkorea, aber auch in den USA möglich. An dem knapp zweimonatigen Manöver der USA und Südkoreas beteiligen sich mit 300.000 südkoreanischen und 17.000 US-Soldaten dieses Mal so viele Soldaten wie noch nie. Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums sagte am Montag, sein Land werde "hart und gnadenlos" auf eine Provokation des Nordens reagieren.
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Bereits nach der Verschärfung der UN-Sanktionen vergangene Woche hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un angeordnet, die Atomwaffen des Landes zum Einsatz bereit zu machen - auch für einen Präventivschlag. Kriegsdrohungen gehören zur Rhetorik des isolierten Staates, wann immer die Spannungen wachsen, doch sind sich die meisten Experten einig, dass der Norden kein Interesse an einem militärischen Konflikt hat. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte kürzlich, das Land habe bisher nicht bewiesen, dass es eine Interkontinentalrakete mit einem Atomsprengkopf bestücken könne.

Überdies seien die US-Streitkräfte gewappnet, um "Angriffe mit Gegenschlägen zu eliminieren, falls es notwendig ist". Experten sind sich aber einig, dass Nordkorea über mehrere Atomsprengköpfe verfügt. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Mittwoch als Reaktion auf völkerrechtswidrige Tests mit Atomwaffen und ballistischen Raketen die bislang schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Erstmals sind nun alle UN-Mitglieder verpflichtet, sämtliche für Nordkorea bestimmten oder aus dem Land kommenden Waren zu überprüfen. Alle Schiffe mit womöglich illegalen Lieferungen müssen in die Häfen beordert werden. Überdies wurden die Exportbeschränkungen für Nordkorea drastisch verschärft.

Die bitterarme Atommacht Nordkorea

Die Diktatur von Kim Jong Un

Kim Jong Un

Mit rund 1,2 Millionen Soldaten unterhält das mehrfach von Hungersnöten geplagte Nordkorea eine der größten Armeen Asiens. An der Spitze der von einem Geflecht aus Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur steht Kim Jong Un. Er hatte seinen im Dezember 2011 gestorbenen Vater Kim Jong Il abgelöst. Unter der Führung von Kim Jong Uns Großvater Kim Il Sung war die "Demokratische Volksrepublik Korea" 1948 gegründet worden.
Die abgeschottete Diktatur hat 24,6 Millionen Einwohner und ist mit knapp 123.000 Quadratkilometern etwas größer als die frühere DDR. Die Verletzung der Menschenrechte ist an der Tagesordnung. Die Zahl der politischen Gefangenen wird auf 200.000 geschätzt. Mit nur 69,2 Jahren ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Nordkoreaner rund zehn Jahre geringer als im reichen kapitalistischen Süden des geteilten Landes.

Misswirtschaft und Atomprogramm

Misswirtschaft ruinierte den an Bodenschätzen reichen Norden. Die Industrieproduktion ging seit 1990 um mehr als zwei Drittel zurück. Unwetter und Zwangswirtschaft führten 1997 zu einer Hungerkatastrophe mit einem Massensterben. Nach UN-Schätzung sind weiterhin Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht. Trotzdem haben Ausgaben für das Militär Vorrang. Internationale Besorgnis löst Nordkoreas Atomprogramm aus, das zusammen mit dem Raketenprogramm des Landes als Bedrohung in der Region gilt.

Quelle: dpa

07.03.2016, Quelle: Von Hwang Sung-Hee, afp
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