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UN-Sicherheitsrat plant Sondersitzung Raketenstart: Nordkorea brüskiert die Weltgemeinschaft

VideoNordkorea startet Rakete
Nordkorea hat eine Langstreckenrakete gestartet. Laut Pjönjang sei mit der Rakete ein Satellit ins Weltall gebracht worden. Der Raketenstart stieß international auf scharfe Kritik.

Nordkorea hat eine Langstreckenrakete gestartet. Laut Pjöngjang sei mit der Rakete ein Satellit ins Weltall gebracht worden. Der Raketenstart stieß international auf scharfe Kritik.

(07.02.2016)

VideoUN: Scharfe Kritik an Nordkorea
Die UN hat den von Nordkorea verkündeten Atomtest scharf verurteilt. Er sei eine

Die UN hat den von Nordkorea verkündeten Atomtest scharf verurteilt. Er sei eine "klare Bedrohung für Frieden und Sicherheit" in der Welt. Nun sollen "zusätzliche Maßnahmen" ergriffen werden.

(07.01.2016)

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Mein Besuch in Nordkorea: Menschen vor einem Haus

Freies Reisen ist für Ausländer in Nordkorea verboten. Doch selbst die von Behörden organisierten und streng begleiteten Reisen ermöglichen kleine Einblicke die ein Bild von dem Land bilden.

(28.01.2015)

Die Vereinten Nationen sehen mehrere UN-Resolutionen verletzt, Washington droht mit "ernsten Konsequenzen": Der erneute Start einer Weltraumrakete wird vom nordkoreanischen Regime als Erfolg gefeiert. Dabei isoliert er das Land noch mehr vom Rest der Welt. 

Allen internationalen Warnungen zum Trotz hat Nordkorea nur einen Monat nach seinem weltweit kritisierten Atomtest eine Weltraumrakete gestartet. Die Trägerrakete habe den Satelliten "Kwangmyongsong-4" (Leuchtender Stern) erfolgreich auf eine Erdumlaufbahn gebracht, berichteten die Staatsmedien unter Berufung auf die nationale Raumfahrtbehörde. Die USA, Südkorea und Japan werteten den Start als schwere Provokation und sehen in ihm einen verdeckten Test für das Atomwaffenprogramm des kommunistischen Regimes. Eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats wurde angesetzt.

Nach knapp zehn Minuten im Orbit

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Die Trägerrakete sei um 9.00 Uhr ("Pjöngjang-Zeit"; 1.30 Uhr MEZ) von der Abschussrampe in Sohae an der Westküste abgehoben, erklärte die nordkoreanische Raumfahrtbehörde den Berichten zufolge. Der Satellit habe 9:46 Minuten nach dem Start den Orbit erreicht. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Die Behörde verteidigte den Start gegen Kritik. Nordkorea habe bloß sein "legitimes Recht auf die Weltraumforschung zu unabhängigen und friedlichen Zwecken" ausgeübt. Das Land werde in Zukunft noch mehr Satelliten ins All schießen.

UN-Sicherheitsrat plant Sondersitzung

Südkorea, die USA und Japan befürchten, dass Pjöngjang vor allem die Technologie atomar bestückter Interkontinentalraketen testen will. Die drei Länder beantragten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York, die auf Sonntagvormittag 11.00 Uhr (Ortszeit; 17.00 Uhr MEZ) terminiert wurde. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Raketenstart, der bestehende Resolutionen des Sicherheitsrats verletze.

Erst vor einem Monat hatte der vierte nordkoreanische Atomtest weltweit Empörung ausgelöst. Später kündigte Nordkorea an, einen "Erdbeobachtungssatelliten" ins All schießen zu wollen. Das Datum hierfür wurde dann vorverlegt, nachdem ursprünglich ein Startfenster zwischen dem 8. und 25. Februar vorgesehen gewesen war.

USA: "Destabilisierende Verletzung" einer UN-Resolution

Die USA bezeichneten den Raketenstart als "destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung" zahlreicher UN-Resolutionen. Die Vereinigten Staaten würden sich für "ernste Konsequenzen" einsetzen, teilte US-Sicherheitsberaterin Susan Rice in Washington mit. Außenminister John Kerry erklärte, die USA würden mit ihren Partnern und Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates weiter an "bedeutenden Maßnahmen" arbeiten, um Nordkorea zur Rechenschaft zu ziehen.

Die USA drängen China, schärferen Sanktionen gegen Nordkorea zuzustimmen, dessen Rückhalt bei der Führung in Peking seit geraumer Zeit schwindet. Der größte Wirtschaftspartner des Landes hatte Pjöngjang mehrfach vergeblich zur Zurückhaltung aufgefordert, um die Spannungen in der Region nicht weiter eskalieren zu lassen. Nach dem dennoch erfolgten Raketenstart machte Chinas Regierung über die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua ihr "Bedauern" publik.

Südkorea fordert harte UN-Sanktionen

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye warf dem kommunistischen Regime in Pjöngjang eine schwere Provokation vor, die nicht toleriert werden könne. Sie forderte - wie schon nach dem Atomtest des Nachbarns - harte Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea.

Auch Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem Verstoß gegen UN-Resolutionen. Sein Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, der Raketenabschuss sei eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit der Welt. Man werde bei Pjöngjang vehement protestieren.

Nordkorea: Jüngster Atomtest im Januar

Nordkorea hatte zuletzt Ende 2012 eine Weltraumrakete abgefeuert. Schon der Start damals wurde weltweit verurteilt. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar dieses Jahres nahm der UN-Sicherheitsrat Diskussionen über schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang auf.

Nordkorea

Nach Jahrzehnten kommunistischer Diktatur ist das mehrfach von Hungersnöten geplagte Nordkorea zu einem bettelarmen Staat geworden. Die Infrastruktur ist marode, die Energieversorgung unzureichend. Das Land produziert nur wenige wettbewerbsfähige Konsumgüter, unterhält aber eine der größten Armeen in Asien.

An der Spitze der von einem Geflecht aus Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur steht Kim Jong Un, der seinen Ende 2011 gestorbenen Vater Kim Jong Il abgelöst hat. Unter der Führung von Kim Jong Uns Großvater Kim Il Sung war die "Demokratische Volksrepublik Korea" 1948 gegründet worden.

Die abgeschottete Diktatur hat rund 25 Millionen Einwohner und ist mit knapp 123.000 Quadratkilometern etwas größer als die frühere DDR. Die Verletzung der Menschenrechte ist Amnesty International zufolge an der Tagesordnung. Hunderttausende sollen in politischen Straflagern und anderen Haftanstalten gefangen gehalten werden. Nordkoreas Atomprogramm löst internationale Besorgnis aus.

(Quelle: dpa)

07.02.2016, Quelle: dpa
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