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Das Ende ist in Sicht Ölpreis-Schlacht mit Haken

VideoÖlpreis-Schlacht mit Haken
ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann

Der Ölpreis fällt und fällt. Die Erdöl exportierenden Länder spüren es bereits ganz konkret in ihren Kassen. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann zu den Folgen weltweit.

(11.02.2016)

VideoRaue Zeiten für Nordseeöl
Grafikvideo zum Thema Nordsee-Öl

Ölförderung in der Nordsee ist aufwändig und teuer, da sie in hundert Metern Tiefe stattfindet. Ein großer Aufwand, der sich bei sinkendem Ölpreis immer weniger rentiert.

(29.01.2016)

VideoNiedriger Ölpreis
Grafik

Öl ist so billig wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Die Verbraucher profitieren. Was sind die Gründe und geht es mit den Ölpreisen bald wieder aufwärts?

(18.01.2016)

VideoÖlpreis auf Talfahrt
Heizöl-Tanklaster

Der Ölpreis sinkt, Benzin und Heizöl sind so günstig wie seit Jahren nicht. Das freut die Verbraucher, laut Wirtschaftsexperten hat der Preisverfall jedoch auch hierzulande Schattenseiten.

(21.01.2016)

Der Ölpreis fällt und fällt. Die Erdöl exportierenden Länder spüren es bereits ganz konkret in ihren Kassen. Die deutschen Verbraucher freuen sich. Das dürfte auch noch einige Monate so weiter gehen, doch die Preiswende wird kommen, meint ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann (siehe Video). 

Verbraucher wie Autofahrer oder Heizölkunden jubeln über das anhaltende Tief der Rohstoffkosten. Doch für die Produzenten hierzulande wird die Lage immer kritischer - inklusive möglicher Jobkürzungen. Denn selbst wenn das umstrittene Fracking eines Tages auch in Deutschland kommen sollte, dürfte das den Abwärtsdruck noch erhöhen. Und die internationalen Rohstoffriesen, die teils auch in der Bundesrepublik aktiv sind, ächzen weiter unter der Ölschwemme.

Sorgenfalten bei Siemens

"Zwar hat die aktuelle Entwicklung kurzfristig noch keine Auswirkung auf die Produktion, langfristig aber schon", sagt Miriam Ahrens vom Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) in Hannover. Direkt betroffen sei bereits die Zulieferindustrie - vor allem wegen unsicherer Rahmenbedingungen etwa beim Thema Fracking. Aber auch wegen des Ölpreisverfalls selbst stehen bei vielen Firmen die Zeichen auf Sparkurs. Ahrens: "Die kämpfen mit Kurzarbeit."

Bei Siemens sorgt die Entwicklung für Kummerfalten. Bleibt eine Erholung aus, könnten hohe Abschreibungen beim Ölindustrie-Zulieferer Dresser-Rand folgen, bangen Investoren. In den USA hat Schlumberger - weltgrößter Öl-Dienstleister - weitere 10.000 Stellen abgebaut.

Umsätze von Ölkonzernen brechen ein

In Deutschland wirft die besonders von der Förderung der OPEC-Länder und dem US-Fracking gespeiste Ölflut die Frage der Wirtschaftlichkeit der zur Neige gehenden Lagerstätten auf. Niedrige Preise können die Konjunktur zwar zunächst befeuern - bei längerer Betrachtung aber bremsen, weil sie Investitionen in weniger rentable Felder stoppen. "Geplante Investitionen werden erst mal vertagt", erklärt Ahrens vom Verband WEG.

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3sat makro: Saudis in Geldnot
Genau das haben globale Größen wie Shell, ExxonMobil, BP oder Chevron angekündigt oder umgesetzt. Sie verdienen ständig weniger: Bei Shell brach der Gewinn 2015 um fast 90 Prozent ein, der Statoil-Konzern in Norwegen rutschte bei Einschluss aller Faktoren in die Verlustzone.

Aktuell ist das Fass der Nordsee-Sorte Brent für gut 30 Dollar zu haben, vor einem Jahr waren es mehr als doppelt so viel. Die Förderer setzt das mehr und mehr unter Druck. Der Rohstoffpreisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) fiel zum Jahreswechsel auf einen tieferen Stand als zur Zeit der Finanzkrise 2008/2009. Die Ratingagentur Fitch äußerte sich in einer Analyse zur Schuldensituation der Öl- und Gas-Multis vor kurzem skeptisch.

Niedersachsen als Deutschlands Ölquelle

Nach WEG-Angaben deckt Deutschland zwölf Prozent seines Erdgasverbrauchs aus heimischer Förderung. Beim Öl sind es gerade mal 2,5 Prozent - im internationalen Vergleich ist Deutschland hier also ein Zwerg. Vor dem geopolitischen Hintergrund ist die inländische Förderung für die Sicherung der Versorgung jedoch von Interesse. Schließlich importiert Deutschland Öl noch oft aus instabilen Regionen wie dem Nahen Osten.

Weitere Links zum Thema
Zu den größten deutschen Ölförderern gehört der Ableger von ExxonMobil, der auf eine jährliche Fördermenge von rund 500.000 Tonnen kommt, aber nur zu zehn Prozent im Ölfördergeschäft tätig ist. "Für uns sind daher die Gaspreise maßgeblich", sagt Sprecher Klaus Torp.

Zufällig Erdöl entdeckt

Dagegen heißt es beim Branchenprimus, der Kasseler BASF-Tochter Wintershall: "Als Folge der Ölpreisentwicklung bewerten wir unsere Investitions- und Explorationsprojekte noch intensiver."

Das Epizentrum der deutschen Förderung liegt in Niedersachsen, wo die industrielle Ölgewinnung 1858 bei Wietze begann. Bei Bohrungen wurde eher zufällig Erdöl statt Braunkohle entdeckt, das damals vor allem für Lampen benutzt wurde. Weitere Funde bei Peine oder im Emsland, dann aber auch in Schleswig-Holstein oder im Rheintal kamen hinzu.

Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) schätzte 2015 die sicheren und wahrscheinlichen Ölreserven in Deutschland auf 31,1 Millionen Tonnen - überwiegend im Norddeutschen Becken. Auch auf niederländischer Seite liegen Reserven, dort in der Region um Groningen kommt es jedoch immer wieder zu Mini-Erdbeben.

Rund 2,4 Millionen Tonnen deutschen Rohöls wurden 2014 gefördert - in den 1950er Jahren war es fast vier Mal so viel. Der exportorientierte Standort profitiert einerseits von der Schwemme. "Volkswirtschaftlich gesehen kann man Deutschland schon als Nutznießer der niedrigen Ölpreise sehen, da wir nicht so hohe Fördermengen haben", sagt NordLB-Analyst Frederik Kunze. Er schränkt aber ein: Eine Exportnation ist eben auch stark abhängig von der Weltkonjunktur.

Deutschlands Erdöl- und Erdgasproduktion

Epizentrum Niedersachsen

Mittelplate

Nach Angaben des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnug (WEG) stammen 96 Prozent des deutschen Erdgases aus Niedersachsen, der Rest kommt aus Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Die meisten Vorkommen liegen in den Gebieten Weser-Ems, Elbe-Weser und westlich der Ems. Bundesweit werden in 495 Förderstätten 9,2 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert. Beim Öl hat Schleswig-Holstein dank der Ölbohrinsel Mittelplate mit 55 Prozent den höchsten Anteil an der bundesweiten Förderung - vor Niedersachsen mit 34 Prozent, Rheinland-Pfalz (8) und Bayern (2). Das restliche Prozent verteilt sich auf diverse Bundesländer, darunter Brandenburg.

Nach den aktuellen Zahlen von 2014 sprudelten aus 1.066 Bohrstellen 2,4 Millionen Tonnen Rohöl - 2015 dürfte der Wert ähnlich sein. Er ist weit von den 8,2 Millionen Tonnen aus den 1950er Jahren entfernt. Nach einer Ende 2015 veröffentlichten Studie der Bundesanstalt für Rohstoffe (BGR) sank der Wert der heimischen Rohstoffproduktion 2014 im Vergleich zum Vorjahr um knapp neun Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Mengenmäßig lag die Produktion der heimischen Energierohstoffe bei 188,2 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl sowie 10,1 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Nach den aktuellsten WEG-Zahlen von Ende 2014 beschäftigte die Branche bundesweit 10.044 Mitarbeiter.

(Quelle: dpa)

11.02.2016, Quelle: von Ralf E. Krüger und Jan-Henrik Petermann, dpa
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