26.09.2017

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Serie zur Bundestagswahl Parteien, Personen, Programme

VideoDie SPD im Wahlkampf
Martin Schulz will Kanzler werden, doch seine Partei steckt im Umfragetief. Kann er das Ruder noch rumreißen? Die Genossen hoffen vor allem auf die vielen unentschlossenen Wähler.

Martin Schulz will Kanzler werden, doch seine Partei steckt im Umfragetief. Kann er das Ruder noch rumreißen? Die Genossen hoffen vor allem auf die vielen unentschlossenen Wähler.

(15.09.2017)

VideoDie Union im Wahlkampf
Bleibt Merkel Kanzlerin? Das ist das große Ziel von CDU und CSU - dafür haben die Schwesterparteien auch ihre Streitigkeiten beigelegt. In den Umfragen liegt die Union vorne, ein Selbstläufer wird die Wahl aber nicht.

Bleibt Merkel Kanzlerin? Das ist das große Ziel von CDU und CSU - dafür haben die Schwesterparteien auch ihre Streitigkeiten beigelegt. In den Umfragen liegt die Union vorne, ein Selbstläufer wird die Wahl aber nicht.

(15.09.2017)

InteraktivWahl-O-Mat zur #btw17
InteraktivKandidaten-Check 2017

(Quelle: ZDF)

CDU/CSU, SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD: Das werden sehr wahrscheinlich die sechs Parteien sein, die im neuen Bundestag mit Fraktionen vertreten sein werden. Welche Spitzenkandidaten für die Parteien antreten und die wichtigsten Ziele, stellen wir in einer Serie vor. 

Parteien, Personen, Programme

CDU/CSU

Bleibt Merkel Kanzlerin? Das ist das große Ziel von CDU und CSU - dafür haben die Schwesterparteien auch ihre Streitigkeiten beigelegt. In den Umfragen liegt die Union vorne, ein Selbstläufer wird die Wahl aber nicht.

Bleibt Angela Merkel Kanzlerin? Das ist das große Ziel von CDU und CSU - dafür haben die Schwesterparteien auch ihre Streitigkeiten beigelegt. In den Umfragen liegt die Union mit ihrer Spitzenkandidatin vorne, ein Selbstläufer wird die Wahl aber nicht.

ANGELA MERKEL: Die Liste ihrer Titel ist lang: Kohls Mädchen, die Unterschätzte, die Wankelmütige, Klimakanzlerin, Sphinx, Flüchtlingskanzlerin, Wahlkampfmaschine, mächtigste Frau der Welt. Was stimmt? Vielleicht alles - oder ein bisschen oder jeweils zu seiner Zeit.

Angela Merkel, Pfarrerstocher aus der DDR, promovierte Physikerin, hochbegabt und lange scheu, kaperte nach dem Mauerfall als Quereinsteigerin zuerst die von Männern dominierte CDU. Später eroberte sie als Kanzlerin die Bundesrepublik. Mit Ausdauer und Beharrlichkeit, Anpassungsfähigkeit und Härte, Zurückhaltung und Mut.

Seit zwölf Jahren ist sie an der Macht. Dort könnte die 63-Jährige mit einem Wahlsieg am 24. September weitere vier Jahre bleiben. 

Merkel kommt eigentlich aus dem Westen, geboren 1954 in Hamburg. Aber aufgewachsen ist sie in Templin, im Osten, im autoritären Regime der DDR, das 1989/90 zusammenbrach. Distanz und Misstrauen haben die Politikerin geprägt - und sind bis heute bei ihr zu spüren.

Merkel gibt schon seit Jahren nicht mehr gerne preis, was sie bewegt. 1991 charakterisierte sie sich noch offenherzig. Sie war gerade Frauen- und Jugendministerin im Kabinett von Helmut Kohl geworden. Der Fotografin Herlinde Koelbl sagte sie für deren Buch "Spuren der Macht": "Ich habe eine gewisse Art von Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen, obwohl ich auch nachgeben und mich mit Kompromissen abfinden kann. Außerdem habe ich einigermaßen gute Nerven und kann den Kräfteverschleiß bei einer so abrupten Karriere in Grenzen halten, obwohl ich längst noch nicht so hartgesotten bin, wie man das in der Politik wahrscheinlich auf Dauer sein muss."

Die 63-Jährige ist sich in vielem treu geblieben. Aber mit zunehmender Macht kamen auch Veränderungen. Heute ist sie so hartgesotten, wie sie es damals nur bei anderen erlebte. Männer, die ihr im Wege standen, hat sie bekämpft oder auf andere Gleise gesetzt. Friedrich Merz, Roland Koch, Christian Wulff. Auf internationaler Bühne bietet sie schwierigsten Kalibern wie Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan die Stirn. Und zeigt sich dann auch immer wieder kompromissbereit.

SPD

Martin Schulz will Kanzler werden, doch seine Partei steckt im Umfragetief. Kann er das Ruder noch rumreißen? Die Genossen hoffen vor allem auf die vielen unentschlossenen Wähler.

Martin Schulz will Kanzler werden, doch seine Partei steckt im Umfragetief. Kann er das Ruder noch rumreißen? Die Genossen hoffen vor allem auf die vielen unentschlossenen Wähler.

MARTIN SCHULZ: Erst sechs Monate ist es her, da ist Martin Schulz der Messias der SPD. "Gottkanzler", so nennen ihn seine jungen Fans im Internet. Mit 100 Prozent wird er zum Vorsitzenden der ältesten deutschen Partei gewählt. Danach erlebt der 61 Jahre alte Buchhändler aus Würselen mit der SPD eine Landtagswahl-Niederlage nach der anderen.

Das TV-Duell gegen Angela Merkel brachte die erhoffte Wende nicht. Schulz ist gar nicht mal schlecht. Beim Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei treibt er Merkel vor sich her. Dass er dabei eines seiner eigenen Prinzipien - nichts versprechen, was nicht einlösbar ist - aus taktischen Gründen über Bord wirft? Nun ja, geschenkt. Was soll ein Herausforderer machen, dessen Partei so kurz vor der Wahl 15 Punkte hinter der Union herhechelt? Und die Kanzlerin zieht in Sachen Türkei ja einfach mit.

Der "Pechmartin" versuchte, sich gegen die Rückschläge immun zu machen, die inneren Zweifel zu verdrängen. Schwierig, denn die Probleme sind oft auch hausgemacht, weil Strippenzieher überfordert sind oder der Kandidat seine Linie nicht halten mag. Doch für den Kampf hat er sich vorbereitet. Seinen Körper hat er gestählt, mit Power-Walking und Kalorien-Selbstdisplizin über zwölf Kilo abgespeckt. Seitdem darf seine Ehefrau Inge, eine kluge, PR-scheue Landschaftsarchitektin, die für die Medienwand im Willy-Brandt-Haus immerhin den erdbraunen Umbra-Farbton durch ein optimistisch wirkendes Blau ersetzen lässt, ihn nicht mehr wie in Brüssel liebevoll als "Klotz" aufziehen. Schwerer als die Pfunde kann der Kandidat seine Emotionen bändigen.

Schulz kann herzergreifend lustig sein, Promis parodieren, in Hotelfoyers Witze mit perfekter Pointe vortragen, Menschen nahe kommen. Auf Kritik reagiert er oft verletzlich und nachtragend. 

AfD

Die AfD im Wahlkampf

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die AfD mit ihren Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland zum ersten Mal in den Bundestag einziehen.

ALEXANDER GAULAND: Der 76-Jährige spricht meist mit leiser, betont unaufgeregter Stimme. Der stellvertretende Parteivorsitzende gilt als wichtigster Strippenzieher der AfD. Gauland ist der klassische Bildungsbürger. Er liebt die Oper und würzt seine Wahlkampfreden gelegentlich mit historischen Anspielungen, die viele seiner Zuhörer überfordern. Zu diesem Image passt seine Vorliebe für Tweed-Sakkos und Krawatten in Dunkelgrün. Gauland war CDU-Mitglied und Staatssekretär in Hessen, später dann Herausgeber der "Märkischen Allgemeinen" in Potsdam.

Die AfD ist seine späte Rache dafür, dass sich in der CDU eines Tages keine Mehrheit mehr für den von ihm und einigen Gleichgesinnten vertretenen rechtskonservativen Kurs fand. Gauland hat eine erwachsene Tochter, die keinerlei Affinität zur AfD hat. Seine Unterstützung für den rechtsnationalen Flügel der Partei um Björn Höcke ist nicht bloß Taktik. Wie Höcke lehnt er eine Zuwanderung von Menschen aus Asien und Afrika in nennenswerter Zahl ab.

ALICE WEIDEL: Die 38-Jährige ist neu in der Politik. Die Ökonomin war 2013 aus Protest gegen die Eurorettungspolitik der Bundesregierung zur AfD gestoßen. Zuletzt arbeitete sie als Unternehmensberaterin. Beruflich war sie viel in China unterwegs. Ihr Verhältnis zu Parteichefin Frauke Petry war lange Zeit sehr gut. Beide stimmten im Bundesvorstand dafür, ein Parteiausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke einzuleiten.

Nachdem sich Weidel beim Bundesparteitag im Frühjahr dieses Jahres entschloss, gemeinsam mit Gauland das Spitzenteam zu bilden, ist das Verhältnis abgekühlt. Weidel zieht mit ihrer Lebenspartnerin gemeinsam zwei Kinder groß. In Wahlkampfreden spricht sie viel über "illegale Migration".

Die Linke

Die Linke im Wahlkampf

Die Linke setzt auf ihre Spitzenkandidaten Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch. Ihr Slogan: "Sozial. Gerecht. Frieden. Für alle."

DIETMAR BARTSCH: Im Wahlkampf tritt Dietmar Bartsch oft pointiert und witzig auf. Der 59-Jährige ist ein erfahrener Stratege seiner Partei. In der Politik ist er gut vernetzt. Im persönlichen Umgang gilt er als unkompliziert und hat ein gewinnendes Wesen. Dennoch hat er es als ein Hoffnungsträger für Rot-Rot-Grün im Bund schwer, gilt doch ein Linksbündnis nach der Wahl als wenig aussichtsreich.

Zum Durchsetzen von Zielen brauche man Partner, zum Koalieren Kompromisse, betont der Linken-Politiker. In der DDR trat er noch als Heranwachsender in die SED ein, studierte Ökonomie und promovierte in Moskau. Von 1991 bis 1997 war er Schatzmeister der Nachfolgepartei PDS. Anschließend wurde er Bundesgeschäftsführer - bis er sich 2010 mit seinem damaligen Parteichef Oskar Lafontaine überwarf.

2012 unterlag der Stralsunder in einem Flügelkampf um den Parteivorsitz, an dem auch Lafontaine beteiligt war. Gemeinsam mit Sahra Wagenknecht trat Bartsch 2015 die Nachfolge von Gregor Gysi im Fraktionsvorsitz an.

SAHRA WAGENKNECHT: Die 48-Jährige hat viel von ihrer Schärfe früherer Jahre abgelegt, tritt aber immer noch für eine Überwindung des Kapitalismus in Deutschland ein. Sie zieht die Aufmerksamkeit eines Massenpublikums auf sich - in Talkshows ist sie gefragt. Im Bundestag ruft sie regelmäßig gereizte Reaktionen der anderen Parteien hervor.

Als Rednerin kann die Frau von Oskar Lafontaine Hallen für sich einnehmen. Sie ist kontrolliert und ehrgeizig, ob im Wahlkampf oder auf ihrem Fahrrad, mit dem sie große Touren zuhause im Saarland unternimmt.

Lange war sie Wortführerin der Parteigruppierung "Kommunistische Plattform", ließ ihre Mitgliedschaft aber nach dem Aufstieg in die Parteispitze ruhen. Seit dem Rückzug Lafontaines aus der Bundespolitik führte Wagenknecht den linken Parteiflügel an.

Bündnis 90 / Die Grünen

Die Grünen im Wahlkampf

Die Grünen treten mit ihrem Spitzenduo Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir an. Das Ziel: die drittstärkste Partei werden. Die Gegner: FDP, Linke und die AfD.

CEM ÖZDEMIR: Denkbar knapp hat die Grünen-Basis den Parteichef zum Spitzenkandidaten gewählt. 76 Stimmen machten den Unterschied. Seine Anhänger finden, er sei für diesen Wahlkampf genau der Richtige. Als Sohn türkischer Gastarbeiter wirke seine Kritik an der türkischen Regierung glaubwürdig. Als Schwabe verbinde man ihn mit dem beliebten Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Er tauche auch regelmäßig in der Liste der beliebtesten Politiker auf - aktuell auf Platz 5.

Gern erzählt Özdemir von seinem Aufwachsen zwischen zwei Kulturen in Bad Urach und von seiner Ausbildung als Erzieher. Integration ist eines der wichtigsten Themen des Realpolitikers. Viele trauen ihm zu, in einer Koalition Außenminister zu werden.

Niemand stand länger an der Spitze der Ökopartei. Seit 2008 ist er Vorsitzender, noch einmal wird er sich wohl nicht zur Wahl stellen. Bei den Grünen ist der 50-Jährige seit 1981 und zog 1994 als erster Abgeordneter türkischer Herkunft in den Bundestag ein. Von 2004 bis 2009 war Özdemir Abgeordneter des EU-Parlaments.

KATRIN GÖRING-ECKARDT: Dass keine Frau vom linken Parteiflügel der Realo-Politikerin die Spitzenkandidatur streitig gemacht hat, werten Parteifreunde als Beweis für die starke Stellung der 51-Jährigen. Sie macht den Job schon zum zweiten Mal. Anders als Co-Kandidat Jürgen Trittin rückte sie nach der Wahl 2013 nicht in die zweite Reihe, sondern wurde Chefin der grünen Bundestagsfraktion. Das war sie auch schon von 2002 bis 2005.

Im Bundestag sitzt Göring-Eckardt seit 1998. Der fünffachen Großmutter liegt Soziales besonders am Herzen. Für Bürgerrechte argumentiert sie oft mit ihren Erfahrungen in der DDR. Die Thüringerin war 1989 an der Gründung der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt beteiligt, die im Bündnis 90 aufging.

Ihr Theologiestudium schloss die passionierte Joggerin nicht ab, in der evangelischen Kirche ist sie bis heute aktiv. Göring-Eckardt wird manchmal als langweilig kritisiert, kann aber auch scharf angreifen.

FDP

Die FDP und Parteichef Christian Lindner sind im Wahlkampfmodus - das klare Ziel: Der Wiedereinzug in den Bundestag. Die Chancen stehen nicht schlecht.

Die FDP und Parteichef Christian Lindner sind im Wahlkampfmodus - das klare Ziel: Der Wiedereinzug in den Bundestag. Die Chancen stehen nicht schlecht.

CHRISTIAN LINDNER: Auf dem Kennzeichen von Christian Lindners Auto steht "D - CL 2017". Das könnte man auch als Wahlkampf-Slogan deuten. Ein Comeback der FDP im Bundestag 2017 - mit und dank Christian Lindner. 2013 waren die Liberalen rausgeflogen, nachdem sie sich vier Jahre mit ihren Koalitionspartner CDU und CSU in den Haaren gelegen hatten. Der Absturz vor vier Jahren fegte die alten FDP-Spitzenkräfte fort.

Lindner dagegen startete durch. Er führte die nordrhein-westfälischen Liberalen schon 2012 zum Erfolg: Mit smartem Auftritt, starken Reden und dem Gespür für die richtigen Themen holte er im Düsseldorfer Landtag 8,6 Prozent. Er wiederholte diesen Triumph im Frühjahr 2017.

Konsequenterweise wurde er noch Ende 2013, im Jahr des Desasters der Bundes-FDP, Bundesvorsitzender. Er trat einen schweren Gang an. Schritt für Schritt führte er die Partei zurück in die Landtage. In Rheinland-Pfalz regiert die FDP heute in einer Ampel mit SPD und Grünen, in Schleswig-Holstein unter Wolfgang Kubicki neuerdings in einer sogenannten Jamaika-Koalition mit Union und Grünen.

Der Politikwissenschaftler, der mit einer Journalistin verheiratet ist und schnelle Autos liebt, galt schon früh als Wunderkind der FDP. Lindner redet pointiert und druckreif zu allen Themen - wenn es sein muss anderthalb Stunden lang ohne Manuskript. Und er kommt bei vielen gut an. Psychologe Stephan Grünewald sprach im "Spiegel"-Interview von einer regelrechten Lindner-Verliebtheit. "Der FDP-Mann wirkt als moderner Serienheld, ja sogar als 007, der noch etwas bewegen kann." Das dürfte im übrigen auch mit den provozierenden FDP-Wahlplakaten zusammenhängen, die vor allem ein Motiv zeigen: Christian Lindner.

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16.09.2017, Quelle: ZDF, dpa
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