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merkzettel

Pflege in der Familie Experte: Pflege ohne Osteuropäerinnen undenkbar

VideoPflege in Familien
Jowita und Anne am Esstisch.

Arbeitssuchende Frau aus Osteuropa tauscht ihre Familie gegen geldbringende Pflege in deutschem Haushalt. Ein Dokumentarfilm zeigt die Auswirkungen eines immer stärker werdenden Geschäftsmodells.

(23.01.2016)

VideoGröhe: Mehr Personal nötig
Hermann Gröhe und Dunja Hayali

"Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Wir brauchen gut ausgebildetes Personal und bessere Arbeitsbedingungen", so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe angesichts der Pflegeversicherungsreform.

(13.11.2015)

VideoStreit um die Eckpunkte
Frau mit Rollator und Pfleger

Vor rund 20 Jahren trat in Deutschland die Pflegeversicherung in Kraft. Nun will der Bundestag eine Pflegereform beschließen. So sollen Demenzkranke besser gestellt werden, doch es geht um viel Geld.

(13.11.2015)

VideoDemenzkranke profitieren
Altenheim

Die Pflegereform bringt vor allem für Demenzkranke Verbesserungen - sie sollen vom Pflegesystem besser als bisher erfasst werden.

(14.08.2015)

Pflegekräfte aus Polen - für viele Angehörige die einzig bezahlbare Lösung. "Wenn wir die Frauen aus Osteuropa nicht hätten, könnten wir in Deutschland nur noch beten", sagt der Münchner Pflegeexperte Claus Fussek im ZDF-Interview. Bei der Suche hilft vor allem Mund-zu-Mund-Propaganda. 

ZDF: Wie wäre die Situation in Deutschland ohne osteuropäische Frauen in der Pflege?

Claus Fussek...
Claus Fussek

... ist einer der bekanntesten Pflege-Kritiker in Deutschland. Der Sozialpädagoge ist auch Buchautor.

Claus Fussek: Über 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden in den Familien versorgt. Wenn wir die Frauen aus Osteuropa nicht hätten, könnten wir in Deutschland nur noch beten. Denn wer kann sich sonst eine legalisierte Rund-um-die-Uhr-Versorgung leisten? Die meisten der pflegenden Angehörigen sind nach kürzester Zeit am Ende, vor allem, wenn die Pflege länger dauert. Und häufig gibt es diese Familienstrukturen gar nicht mehr, das heißt, es bleibt nur noch das Pflegeheim als Alternative.

ZDF: Was kostet denn eine normale Fremdpflege etwa durch eine deutsche Pflegekraft?

Fussek: Das könnte eine alleine gar nicht machen, sie bräuchten immer mehrere Leute. Denn da sind die Arbeitszeitgesetze, Lohnfortzahlung im Urlaubs- und im Krankheitsfall. Es sind ganz normale Arbeitsverhältnisse, die nach Tarif bezahlt werden, zumindest aber den Mindestlohn erhalten müssen. Das sind mindestens fünf bis sechs verschiedene Frauen, die sich abwechseln würden und dann liegen sie Minimum bei 15.000 Euro im Monat.

ZDF: Wann holen sich Familien fremde Unterstützung ins Haus?

TV-Tipp

Die Dokumentation "Family Business - Pflege in Familien" sehen Sie am Samstag um 18:00 Uhr bei ML mona lisa im ZDF.

Fussek:
Das hängt sehr von der Familienkonstellationen ab. In manchen Familien sind keine Kinder da. Oder die Kinder sind nicht bereit, nicht in der Lage, oder berufstätig, oder wohnen woanders. Es gibt verschiedenste Gründe. Aber natürlich auch aus finanziellen Gründen. Ein Pflegeheim kostet etwa 3.500 Euro, die Pflege durch eine osteuropäische Haushaltshilfe kommt auf ungefähr 2.500 Euro im Monat. Die Motive sind sehr unterschiedlich.

ZDF: Wer hat am Ende das Sagen, wenn in einer Familie zum Beispiel die Mutter betreut wird?

Fussek: Die Mutter, denn sie bezahlt diese Frau aus Osteuropa. In der Regel ist es aber so, dass die Familie das Sagen hat. Wenn das klar ist, dann ist das eine harmonische Situation. Das heißt, die Frau aus Osteuropa weiß, dass sie dafür da ist, dass es dem alten Menschen gut geht. Und wenn die Chemie stimmt, das zeigen auch unsere Erfahrungen, dann ist das kein Thema, denn dafür wird sie auch bezahlt. Wenn es gut läuft, kommen die Frauen zum Teil über Jahre hinweg. Ziel ist es, dass sich zwei oder drei Pflegerinnen abwechseln, damit es nicht zu einer zu starken Personalfluktuation kommt. Die Frau aus Osteuropa fühlt sich wohl, verdient ihr Geld und für den pflegebedürftigen Menschen besteht die Möglichkeit, dass er in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann. Die Angehörigen sind entlastet.

Die Kernpunkte der Pflegereform

Was wird aus den bisherigen Pflegestufen?

Pflegereform

Die drei bisherigen Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade ersetzt. Die Pflegegrade eins bis drei gelten für geringe, erhebliche beziehungsweise schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. Der Grad vier umfasst schwerste Beeinträchtigungen, bei Grad fünf kommen "besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung" hinzu. Bei der Einordnung in einen Pflegegrad wird darauf geachtet, inwiefern sich der Pflegebedürftige noch selbst versorgen kann und wie mobil er ist. Zu den Kriterien, die unterschiedlich gewichtet werden, gehören zudem die kognitiven Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen.

Schlechterstellung für Pflegebedürftige?

Nein. Es soll einen Bestandsschutz geben, der gewährleisten soll, dass den bisherigen Pflegebedürftigen keine Nachteile erwachsen. Das gilt auch für Pflegebedürftige, die sich in der Hoffnung auf eine höhere Einstufung neu begutachten lassen. Ergibt die Untersuchung, dass sie eigentlich herabgestuft werden müssten, wird dies nicht umgesetzt - und es bleibt bei der vorherigen Einstufung. Für Menschen, die nach Einführung des neuen Systems pflegebedürftig werden, kann sich aber - verglichen mit dem alten System - durchaus eine Verschlechterung ergeben.

Können für die Versicherten neue Kosten entstehen?

Auch zusätzliche Kosten sollen für die Betroffenen vermieden werden. Durch die Einstufung in einen höheren Grad soll sich der zu entrichtende Eigenanteil nicht erhöhen. Anders sieht es aus, wenn dem Anbieter der Pflegeleistung durch andere Faktoren Mehrkosten entstehen - etwa durch Gehaltserhöhungen beim Personal.

Was ändert sich für pflegende Angehörige?

WISO-Tipp: Pflegeversicherung

Künftig soll die Pflegeversicherung Rentenbeiträge für Angehörige zahlen, die ein Familienmitglied pflegen. Wer dafür aus dem Beruf aussteigt, soll von den Pflegekassen dauerhaft Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bezahlt bekommen. Bisher war dies nur für sechs Monate der Fall.

Wie wird die Reform finanziert?

Durch die Erhöhung des Beitrages in der Pflegeversicherung. Die erneute Anhebung des Beitragssatzes um 0,2 Beitragssatzpunkte zum 1. Januar 2017 führt 2017 zu Mehreinnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro. Bis 2020 steigen die Mehreinnahmen voraussichtlich auf rund 2,7 Milliarden Euro. Bereits zu Beginn dieses Jahres war der Beitragssatz um 0,3 Punkte gestiegen.

Auswirkung auf die Zahl der Anspruchsberechtigten?

Die Bundesregierung geht davon aus, dass sich durch die Umstellung die Zahl der Anspruchsberechtigten um 500.000 erhöht. Die Gesamtzahl steigt damit von 2,7 Millionen auf 3,2 Millionen.

Wie sieht der Zeitplan für das neue Gesetz aus?

Nach der Befassung des Kabinetts am Mittwoch soll der Entwurf nach der Sommerpause im Bundestag beraten werden. Der Regelung muss der Bundesrat nicht zustimmen. Zum Teil soll das Gesetz bereits Anfang 2016 formal in Kraft treten, damit genügend Zeit zur Vorbereitung für den Start der neuen Leistungen ab dem 1. Januar 2017 bleibt.

ZDF: Was würden Sie Angehörigen in Konfliktsituationen raten?

Fussek: Grundsätzlich gilt: Immer miteinander reden und zwar von Beginn an. Bei guten Agenturen ist von vornherein festgelegt, was sind die Wünsche, was sind die Essenswünsche, was wollen sie auf keinen Fall, auf was muss man Rücksicht nehmen. Man versucht dann auch, Frauen zu finden, die vielleicht früher schon in einer ähnlichen Situation gearbeitet haben, die zusammenpassen und wenn Konflikte da sind, miteinander reden. Da ist es umso wichtiger, dass sich die Angehörigen, soweit sie da sind, auch selbst kümmern und die Frauen aus Osteuropa entlasten.

ZDF: Wie findet man seriöse Anbieter?

Weitere Links zum Thema
Fussek: Nach meiner Erfahrung durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Das Internet ist voll, es ist natürlich auch ein Riesengeschäft und es herrscht eine große Konkurrenz. Man muss sich einen Eindruck von der Vermittlungsagentur verschaffen: Wie seriös treten die auf, kümmern die sich um die Frauen oder hat man das Gefühl, da werden Sklavinnen vermarktet. Kennen sie diese Frauen, begleiten sie diese Frauen in deren Situation?

Diese Frauen haben auch Familien in ihrer Heimat, sind 20, 30 Fahrtstunden entfernt und wenn dort Probleme auftreten, dann stehen die Frauen auch unter Strom. Es ist klar, dass Angehörige von zu Pflegenden diese Frauen ebenfalls hegen und pflegen müssen. So wie man ein Pflegeheim aussucht, muss auch hier die Chemie stimmen. Aber entscheidend sind die individuellen und persönlichen Bedürfnisse des alten Menschen. Und es ist auch klar, dass es für alte Menschen eine große Herausforderung ist, sich plötzlich einem fremden Menschen anvertrauen zu müssen, sich mit ihm auseinandersetzen und eigentlich arrangieren zu müssen.

ZDF: Worauf sollte man besonders achten bei der Suche?

Claus Fussek: Das wichtigste ist das Vertrauen, neben der Sprache und Kommunikation. Da ist man plötzlich 24 Stunden zusammen und kann nicht miteinander sprechen, das geht gar nicht. Vertrauen, das heißt, man muss das Gefühl haben, dass man Mutter oder Vater dieser Frau anvertrauen kann und zwar 24 Stunden. Das muss stimmen.

ZDF: Worauf muss sich jede Familie finanziell einrichten, wenn die Situation eintritt und man Angehörige nicht ins Heim geben will?

Claus Fussek: Wenn man es legal macht, muss man mindestens mit 2.500 Euro im Monat rechnen, bei freier Unterkunft und Verpflegung plus Fahrtkosten. Man muss auch mitrechnen, dass man diesen Frauen Freizeit geben muss, sie müssen mindestens ein, zwei freie Tage pro Woche haben, und Möglichkeiten, mit ihrer eigenen Familie zu kommunizieren, zu telefonieren, zu skypen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Pflege in Deutschland

Wie viele Pflegeplätze gibt es?

Eine Pflegerin und eine Seniorin in einem Wohnheim

Im Jahr 2013 gab es in der Bundesrepublik etwa 13.030 Pflegeheime mit mehr als 902.000 Pflegeplätzen. Davon stellten kirchliche Träger 7.063 Einrichtungen mit rund 508.000 Plätzen; auf die privaten Träger entfielen 5.300 Heime mit 342.000 Plätzen. Zugleich gab es 12.745 ambulante Pflegedienste.

Wie viele Beschäftigte gibt es in der Pflege?

Christina Carneiro am Krankenbett

In den Pflegeheimen waren mehr als 685.000 Menschen beschäftigt, darunter 204.000 Vollzeitbeschäftigte. Bei ambulanten Pflegediensten arbeiteten 320.000 Bundesbürger, davon 86.000 in Vollzeit.

Wie viele Menschen erhalten Pflege?

Krankenschwester führt alte Frau in ihr Zimmer

2013 erhielten rund 2,62 Millionen Bundesbürger Leistungen der Pflegeversicherung; 64,6 Prozent davon waren Frauen. 1,86 Millionen der Leistungsempfänger wurden zu Hause versorgt, darunter 1,24 Millionen allein durch Angehörige und rund 616.000 auch durch ambulante Pflegedienste. 764.000 der Leistungsempfänger lebten in vollstationären Heimen. Von den 2,62 Millionen Leistungsempfängern waren 55,8 Prozent in die Pflegestufe I eingruppiert, 31,9 Prozent in Pflegestufe II und 11,8 Prozent in Pflegestufe III.

Gibt es in Zukunft mehr Pflegebedürftige?

Nach einer Prognose des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 auf 3,5 Millionen ansteigen. 2060 könnten es 4,6 Millionen sein. Die Statistiker rechnen vor allem mit einem Anstieg der pflegebedürftigen Hochbetagten, die über 90 Jahre alt sind. Ihre Zahl steigt laut Prognose von heute 420.000 auf 897.000 bis 2030 und auf 1,8 Millionen bis 2060.

Der Anteil der Pflegebedürftigkeit nimmt mit dem Alter ständig zu. So betrug 2013 die Pflegequote von Menschen im Alter von unter 60 Jahren weniger als ein Prozent. Von den über 90-Jährigen sind hingegen etwa jeder zweite Mann und zwei von drei Frauen pflegebedürftig. Die Pflegequote der Frauen ist ab dem 75. Lebensjahr zunehmend höher als jene der Männer, das heißt hochaltrige Frauen werden häufiger gepflegt als hochaltrige Männer.

(Quelle: kna)

23.01.2016
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