29.05.2016

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merkzettel

Überfall auf Geldtransporter RAF-Ermittler: "Geld für das Leben im Untergrund"

Video"Geld für das Leben im Untergrund"
Frühere RAF-Ermittler Klaus Pflieger im Gespräch mit Marietta Slomka

"Ich habe in Vernehmungen erlebt, wie aufwendig es ist, nicht aufzufallen, krampfhaft ohne Kontakte zu leben, wie man sich Geld beschaffen muss", erklärt der frühere RAF-Ermittler Klaus Pflieger.

(19.01.2016)

VideoSpuren zu Ex-RAF-Terroristen
RAF-Fahndungsplakat

Es gibt Spuren zu seit den 80er und 90er Jahren gesuchten RAF-Terroristen. An den Tatorten von Raubüberfällen fand man genetische Fingerabdrücke von drei im Untergrund lebenden RAF-Terroristen.

(20.01.2016)

VideoNeue Spuren aus dem Untergrund
unsere kombo aus archivbildern zeigt potraets der deutschen terroristen jan-carl raspe, gudrun ensslin und andreas baader, von links, aufgenommen im mai 1977 in der stuttgarter justizvollzugsanstalt stammheim.  vor fast 25 jahren, am 18. oktober 1977, nahmen sich die raf-haeftlinge baader, ensslin und raspe im hochsicherheitsgefaengnis stuttgart-stammheim das leben. (ap photo)

Nach einem Überfall auf einen Geldtransporter bei Bremen im vergangenen Juni wurden DNA-Spuren früherer RAF-Mitglieder gefunden. Die Täter waren nach Schüssen auf den Transporter ohne Beute geflohen.

(19.01.2016)

BilderserieBilderserie RAF

Drei frühere RAF-Terroristen sollen im bei Bremen einen Geldtransporter überfallen haben. Staub, Garweg und Klette könnten zudem bei einem weiteren Überfall beteiligt gewesen sein. Kommt nun eine vierte Generation der RAF oder geht es nur um die Altersversorgung pensionierter Terroristen? 

Es ist wie ein Schatten aus düsterer Vergangenheit. Fast zwei Jahrzehnte nach der Auflösung der linksterroristischen Roten Armee Fraktion gibt es wieder bedrohliche Nachrichten. Es geht um Überfälle des mutmaßlichen RAF-Trios Daniela Klatte (57), Ernst-Volker Staub (61) und Burkhard Garweg (47) auf Geldtransporter bei Bremen und in Wolfsburg in den letzten Monaten.

"Mich hat es überrascht, dass es so lange gedauert hat, dass nach Jahren wieder Spuren von ehemaligen RAF-Leuten aufgetaucht sind", sagt der frühere RAF-Ermittler Klaus Pflieger im ZDF heute journal. Er hofft nun auf neue Ermittlungsansätze - "jedenfalls, wenn man offensichtlich sieht, dass die in Geldnöten sind."

Mehr als 30 Menschen starben zwischen 1972 und 1993 bei Anschlägen der RAF. 1998 gab die RAF ihre Auflösung bekannt. 18 Jahre später werden DNA-Spuren von drei Schlüsselfiguren der "dritten Generation" der RAF bei den zwei Überfällen in Norddeutschland gefunden.

Mutmaßliche Angreifer waren wohl Profis

Die Staatsanwaltschaft ist sich zwar relativ sicher: "Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat vom 6. Juni 2015 gibt es bislang nicht. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Tat allein der Finanzierung des Lebens im Untergrund dienen sollte." So heißt es nach dem missglückten Überfall in Stuhr bei Bremen. Und auch bei dem ebenfalls fehlgeschlagenen Angriff in Wolfsburg am 28. Dezember gebe es "keine Hinweise für einen terroristischen Hintergrund."

Bei einem Überfall benutzter Transporter

Dieser VW-Transporter wurde bei dem Überfall am 6.6.2015 benutzt.
Quelle: dpa

Die Schilderung des Tathergangs bei Bremen lässt zunächst ein eher dilettantisches Vorgehen der Kriminellen vermuten. "Die Täter waren maskiert. Auf der Bekleidung zumindest eines der Täter stand auf dem Rücken 'POIZEI' (Polizei ohne L)." Allerdings sind die drei Untergetauchten und mutmaßlichen Angreifer alles andere als Amateure.

Pflieger: Terroristen suchen Anonymität der Großstadt

Sie sollen nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft 1993 als Kommando "Katharina Hammerschmidt" einen Sprengstoffanschlag auf die im Bau befindliche Justizvollzugsanstalt im hessischen Weiterstadt verübt haben. Gesamtschaden: 123 Millionen D-Mark. Das war fünf Jahre bevor die RAF 1998 offiziell ihre Auflösung bekannt gab. 1999 dann soll das Trio einen Geldtransport in Duisburg-Rheinhausen überfallen haben. Die Beute: rund eine Million D-Mark.

Undatierte Fotos von Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette

Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette
Quelle: ap

"Ich war schon damals im Jahr 1999 der Auffassung, (...) dass diese Geldbeschaffung nicht mehr Bestandteil der RAF-Ideologie war", sagte Pflieger im ZDF. Vielmehr sei es damals wie heute wohl eher darum gegangen, "Geld für das Leben im Untergrund ohne Identität" zu beschaffen.

Aus Vernehmungen von ehemaligen Terroristen wisse er, "wie vorsichtig man sein muss, nicht aufzufallen." Die ehemaligen Terroristen seien krampfhaft bemüht in der Anonymität zu leben. Etwa "in Hochhäusern, wo man möglichst wenig Kontakte - am besten gar keine - hat".

Neue RAF als Reaktion auf "NSU-Terror"?

"Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch." Ist der Satz, den Bert Brecht über das ideologische Erbe der Nazis schrieb, auch für die RAF zutreffend? Mehr oder weniger ernstzunehmende Hinweise auf eine Wiederkehr des Linksterrorismus in Deutschland hat es immer wieder gegeben. Schon 2001 gab es Berichte, wonach RAF-Aktivisten die Logistik der alten Roten Armee Fraktion nutzten, vor allem unentdeckte Waffendepots.

Zu der neuen Gruppe, so berichtete damals der "Spiegel", gehörten auch Daniela Klette und Ernst Volker Staub, also zwei der drei 14 Jahre später wieder aufgetauchten RAF-Veteranen. Schon damals war von einer "Vierten Generation der RAF" die Rede. Aber die Befürchtungen einer neuen Welle des Linksterrorismus bestätigten sich nicht.

Im November 2015 berichtete dann die "Ostthüringer Zeitung" von einer anonymen Gruppe namens "RAF 4.0", die insgesamt 40 Morde an zehn Richtern, zehn Staatsanwälten, zehn Polizisten und zehn Politikern angekündigt habe. Als Motiv wurde das Staatsversagen bei den Ermittlungen gegen die rechte NSU-Terrorzelle genannt. Schon hieß es in diversen Medien: "Die RAF ist wieder da." Immerhin wäre in der Reaktion auf den NSU-Terror und die Ermittlungsfehler ein plausibles Motiv erkennbar.

Streit um "Vierte Generation der RAF"

Fachleute sind sich in der Bewertung der jüngsten Nachrichten uneins. Des Terrorexperte Butz Peters hält Sorgen vor einer neuen Welle der politischen Gewalt von links für unbegründet. "Also, dass jetzt eine vierte Generation losmarschieren will, glaube ich nicht", sagte Peters der Nachrichtenagentur dpa. Der Dresdener Rechtsanwalt geht wie Pflieger und die ermittelnde Staatsanwaltschaft davon aus, dass es dem Trio in erster Linie um seine Altersvorsorge ging.

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Das sieht der Sicherheitsexperte Wolfgang Petri anders. "Es geht nicht nur um die reine Geldversorgung. Die alte Idee lebt fort." Petri, der selbst 16 Jahre als Kriminalpolizist gearbeitet hat, verweist auf die brachiale Gewalt der Überfälle, die brutale Kommandoaktion: "Der modus operandi trägt eindeutig die Handschrift von Profis." Und er warnt: Angesichts des islamistischen Terrorismus sei der Staat "in einem sehr angeschlagenen Zustand". Linke Terroristen könnten versuchen, dies auszunutzen - ob man sie nun die dritte oder die vierte RAF-Generation nennt.

Der ehemalige RAF-Ermittler Pflieger sieht dagegen in den Überfällen auf Transporter in Norddeutschland eher die Chance heraus, die ehemaligen Terroristen doch noch zu erwischen. Im Zusammenhang mit dem Überfall in Bremen seien wohl Phantombilder gefertigt worden. "Das sind neue Ansätze mit neuen Bildern, denn die alten Bilder, die wir von diesen drei RAF-Leuten hatten, die sind natürlich vollkommen überaltert", sagt Pflieger. Da zwei Überfälle nun misslungen seien, müssten die drei Verdächtigen sich schließlich "bei der nächsten Aktion aus der Deckung" wagen.

RAF - Chronik des Terrors

1967: Tod von Benno Ohnesorg

RAF Chronik: Ohnesorg

"Schah, Schah, Scharlatan", skandieren die Sprechchöre. Studenten protestieren gegen den Besuch des persischen Herrschers in Berlin. Doch auch Schah-Anhänger haben sich versammelt – die meisten Agenten des iranischen Geheimdiensts. Plötzlich schlagen die "Jubelperser" auf die Demonstranten ein. Auch die Polizei geht an diesem 2. Juni 1967 mit Knüppeln auf die Studenten los.

Benno Ohnesorg liegt schon am Boden, als ihn ein Schuss trifft. Ohne erkennbaren Grund feuert ein Polizist auf den Studenten. Ohnesorg stirbt, der Schütze wird freigesprochen. Am 2. Juni 1967 entscheidet sich ein Teil der Studentenbewegung für die Gewalt.

1968: Brennende Kaufhäuser

RAF Chronik: Kaufhausbrand Urteil

Kurz vor Mitternacht brennt am 2. April 1968 im dritten Stock des Kaufhaus' Schneider in Frankfurt ein altdeutscher Schrank. Wenig später lodern auch im ersten Stock Flammen. Die Feuerwehr ist noch am Löschen, als keine 200 Meter weiter Alarm ausgelöst wird: Der Kaufhof brennt. Es entsteht ein Schaden von Hunderttausenden Mark, verletzt wird niemand.

Unter den Brandstiftern sind zwei der späteren RAF-Gründer: der kleinkriminelle Macho Andreas Baader und die Germanistik-Studentin Gudrun Ensslin (Foto). Ihr Motiv: Protest gegen den Vietnam-Krieg. Ihr Urteil: drei Jahre Zuchthaus. Nach 14 Monaten kommen sie vorübergehend frei und tauchen unter. Baader wird im April 1970 in Berlin gefasst.

1970: Baader-Befreiung

RAF Chronik: Baader Befreiung

Offiziell geht es um ein Buch über "randständige Jugendliche", das die Journalistin Ulrike Meinhof (Foto) mit dem Häftling Andreas Baader schreiben will. Zum gemeinsamen Quellenstudium wird er am 14. Mai 1970 ins Institut für soziale Fragen in Berlin-Dahlem gebracht. Plötzlich stürmen Bewaffnete den Lesesaal, Schüsse fallen. Ein Institutsangestellter wird schwer verletzt. Baader und Meinhof springen durch das Fenster nach draußen. Für die Journalistin ist es der Sprung in die Illegalität.

Baader und seine Befreier erklären, eine Stadtguerilla aufbauen zu wollen – es ist die Geburtsstunde der Roten Armee Fraktion, kurz RAF. Per Tonband teilt Ulrike Meinhof mit, was die Republik zu erwarten hat: "Natürlich kann geschossen werden."

1971: Erster Mord der RAF

RAF: Chronik Heidelberg

Der bewaffnete Kampf zieht junge Menschen an: In den ersten Jahren gehören bis zu 39 Mitglieder zur Baader-Meinhof-Gruppe. Mit Banküberfällen finanzieren sie sich ihr Leben im Untergrund. Knapp eineinhalb Jahre nach der Baader-Befreiung begeht die RAF den ersten Mord: Als der Zivilfahnder Norbert Schmid am 22. Oktober 1971 in Hamburg drei RAF-Mitglieder kontrollieren will, erschießen sie ihn. Ein halbes Jahr später die ersten Bombenanschläge: Vier Soldaten sterben bei Explosionen in den US-Hauptquartieren in Frankfurt und Heidelberg (Foto) im Mai 1972.


Vor ihrem ersten Mord hat die RAF schon in den eigenen Reihen ein erstes Opfer: Am 15. Juli 1971 stirbt Petra Schelm beim Schusswechsel mit einem Polizisten in Hamburg.

1972: Die RAF-Führer werden gefasst

RAF Chronik: Baader Verhaftung

Andreas Baader liegt schreiend am Boden, eine Polizeikugel hat ihn in den Oberschenkel getroffen. Holger Meins tritt mit erhobenen Händen auf die Straße. Er trägt nur eine Unterhose, sein Körper ist abgemagert. Zwei Stunden haben sich die beiden RAF-Mitglieder am Morgen des 1. Juni 1972 in einer Garage in Frankfurt verschanzt, dann gelingt es der Polizei, sie festzunehmen. Kurz zuvor hatten sie Jan-Carl Raspe verhaftet – er stand als Wache vor der Tür.

Den Festnahmen in Frankfurt folgen weitere: Am 7. Juni wird Gudrun Ensslin in einer Modeboutique am Hamburger Jungfernstieg verhaftet, am 15. Juni fassen Polizisten Ulrike Meinhof in einer Wohnung in Hannover. Die Führer der ersten RAF-Generation sind hinter Gittern.

1973: Erster Hungerstreik

RAF Chronik. Hungerstreik

Die RAF-Häftlinge werden auf Gefängnisse in ganz Deutschland verteilt. Sie sitzen in Einzelhaft, dürfen nicht an Gemeinschaftsveranstaltungen teilnehmen, nicht mal am Gottesdienst. Viele haben keinen Kontakt zu anderen Häftlingen – und mit den Wärtern wollen sie nicht reden. "Isolationsfolter" nennt die RAF dies und tritt im Januar 1973 in den ersten Hungerstreik.

Die Hungerstreiks dauern einen Monat, zwei Monate, fünf Monate. Am 9. November 1974 stirbt Holger Meins daran. Mit den Aktionen und ihrer Kritik an den Haftbedingungen gewinnt die RAF Sympathisanten außerhalb der Gefängnisse.

1975: Sturm auf die Botschaft in Stockholm

RAF Chronik: Botschaft

Schüsse knallen durch die deutsche Botschaft in Stockholm, Menschen rennen ins Freie. Zwölf gelingt die Flucht nicht. RAF-Mitglieder fesseln die Geiseln und fordern, Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und 23 weitere Häftlinge freizulassen. Die Bundesregierung lehnt ab.

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, erschießt das Kommando zwei Attachés. Plötzlich bebt das Gebäude: Die RAF hat ihren Sprengstoff versehentlich gezündet. Geiseln und Besetzer fliehen aus der brennenden Botschaft. Die Polizei nimmt die Terroristen fest, zwei von ihnen sterben an ihren Verletzungen. Die Befreiungsaktion des 24. April 1975 ist gescheitert. Ein Jahr später erhängt sich Ulrike Meinhof in ihrer Zelle.

7.4.1977: Mord an Buback

RAF Chronik: Buback Mord

Generalbundesanwalt Siegfried Buback ist einer der Todfeinde der RAF. Er ist der oberste Ankläger der Häftlinge, steht für den verhassten Staat. Buback weiß, dass er zu den gefährdetsten Menschen Deutschlands gehört. Sein Fahrer hat am Morgen des Gründonnerstags 1977 noch das Kennzeichen des Dienstwagens gewechselt. Es hilft nichts: Als das Auto gegen 9.15 Uhr an einer Ampel in Karlsruhe stoppt, werden von einem Motorrad aus Schüsse in den Wagen gefeuert. Buback und seine beiden Begleiter sterben. Wer sie getötet hat, ist bis heute nicht bekannt.

Drei Wochen später werden in Stammheim Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt. Die "Offensive 77" geht weiter: Am 30. Juli 1977 stirbt Dresdner-Bank-Sprecher Jürgen Ponto durch Kugeln der RAF.

5.9.1977: Schleyer-Entführung

RAF Chronik: Schleyer

Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer ist schon fast bei seiner Dienstwohnung in Köln angekommen, als ein Kinderwagen vor seinem Auto auf die Straße rollt. Der Fahrer tritt auf die Bremse. RAF-Terroristen nehmen Schleyers Wagen und das Begleitfahrzeug unter Beschuss. Die vier Begleiter des Arbeitgeberpräsidenten sind sofort tot. Schleyer ist Gefangener der RAF.

45 Tage lang hält die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten die Republik in Atem. Oberstes Ziel der zweiten RAF-Generation ist es, die Gefangenen der ersten Generation freizupressen. Doch die Bundesregierung bleibt hart. Am 19. Oktober 1977 wird Schleyers Leiche im Kofferraum eines Audis im Elsass gefunden.

13.10.1977: "Landshut"-Entführung

RAF Chronik: Landshut

86 Passagiere sind mit dem Lufthansa-Flugzeug "Landshut" auf dem Heimweg von Mallorca nach Frankfurt, als der Pilot gezwungen wird, die Route zu ändern: Vier Palästinenser haben das Flugzeug in ihre Gewalt gebracht. Sie fordern, die RAF-Häftlinge und zwei eigene Gesinnungsgenossen freizulassen.

Für die Passagiere beginnt ein fünftägiger Irrflug nach Südosten. Zahlreiche Flughäfen verweigern dem gekaperten Jet die Landung. In Aden erschießen die Terroristen Kapitän Jürgen Schumann (Foto). In Mogadischu drohen sie, das Flugzeug in die Luft zu sprengen. Doch kurz vor Ende des Ultimatums stürmt eine Anti-Terroreinheit der GSG9 die "Landshut". Alle Passagiere werden befreit.

18.10.1977: Tod in Stammheim

RAF Chronik: Stammheim

Als die Radionachrichten die "Landshut"-Befreiung melden, beginnt die Todesnacht von Stammheim. Andreas Baader schießt sich in Zelle 719 in den Nacken. Gudrun Ensslin erhängt sich an ihrem Zellenfenster. Jan-Carl Raspe setzt sich eine Pistole an die Schläfe und drückt ab. Den Häftlingen ist es gelungen, sich Waffen ins Gefängnis schmuggeln zu lassen.

Nach dem Tod der Gefangenen erschießt die RAF Arbeitgeberpräsident Schleyer. Es ist das Ende des "Deutschen Herbstes". Baader, Ensslin und Raspe werden auf dem Stuttgarter Waldfriedhof beerdigt. Das passt nicht allen Bürgern: Manche fordern, ihre Leichen auf die Müllkippe zu werfen. Viele Linke glauben indes, die Gefangenen seien ermordet worden. Die Legende treibt neue Mitglieder zur RAF.

1982: Mohnhaupt und Klar in Haft

RAF Chronik: Christian Klar

Fünf Jahre nach dem "Deutschen Herbst" entdecken Pilzsammler im Wald des hessischen Heusenstamms eine vergrabene Plastikkiste. Die Polizei buddelt sie aus – und stößt auf Waffen, Pässe, 55.000 Mark, Fotos von der Schleyer-Entführung und verschlüsselte Papiere. Südlich von Frankfurt haben die Beamten das Zentrallager der RAF ausgemacht – samt Wegbeschreibungen zu weiteren Depots.

Am 11. November 1982 nehmen Polizisten im Wald von Heusenstamm Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz fest. Fünf Tage später wird Christian Klar (Foto) bei einem Depot östlich von Hamburg verhaftet. Die zweite RAF-Generation ist Geschichte. Ihre Kommandeure Mohnhaupt und Klar sind gefasst, zehn weitere Mitglieder haben sich in die DDR abgesetzt. Sie werden 1990 enttarnt.

ab 1985: Morde der dritten Generation

RAF Chronik: Herrhausen

Kaum Spuren, unbekannte Täter: Die Morde der dritten RAF-Generation sind nahezu perfekte Verbrechen. Erstes Opfer ist im Februar 1985 Ernst Zimmermann, Chef der Maschinen und Turbinen-Union. Ein halbes Jahr später lockt Birgit Hogefeld einen GI aus einer Wiesbadener Diskothek. Die RAF erschießt ihn, um mit seinem Ausweis auf die US-Airbase in Frankfurt zu kommen. Kurz darauf tötet dort eine Bombe zwei Menschen.

Es folgen die Morde an Siemens-Manager Karl-Heinz Beckurts (Juli 1986), dem Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt, Gerold von Braunmühl (Oktober 1986), Deutsche-Bank-Sprecher Alfred Herrhausen (November 1989; Foto) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (April 1991). Aus der dritten RAF-Generation werden nur Eva Haule und Birgit Hogefeld verhaftet. Sämtliche Morde zwischen 1985 und 1991 sind ungeklärt.

1993: Schießerei in Bad Kleinen

RAF Chronik: Badkleinen

Ein V-Mann hat die Polizei auf die Spur gebracht. Auf dem Bahnhof im mecklenburgischen Bad Kleinen will Birgit Hogefeld am 27. Juni 1993 Wolfgang Grams treffen. Die Spezialeinheit GSG9 rückt an. Hogefeld wird verhaftet, Grams will fliehen und schießt auf seine Verfolger. Den GSG9-Beamten Michael Newrzella trifft er tödlich. Auch Grams stirbt im Kugelhagel – ein Tod, der die Republik wochenlang beschäftigt.

Nach der Schießerei in Bad Kleinen halten sich die Behörden bedeckt, Gerüchte entstehen. Zeugen behaupten, GSG9-Beamte hätten Grams gezielt in den Kopf geschossen, als er wehrlos am Boden lag. Vor Gericht wird der Verdacht nie bestätigt. Doch das Blutbad hat Konsequenzen: Generalbundesanwalt Alexander von Stahl wird entlassen, Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU) tritt zurück.

1998: Auflösungserklärung

RAF Chronik: Auflösung

"Vor fast 28 Jahren, am 14. Mai 1970, entstand in einer Befreiungsaktion die RAF: Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte." Dieses Schreiben geht am 20. April 1998 bei der Nachrichtenagentur Reuters in Köln ein. Die RAF verkündet ihre Auflösung und bekennt, es sei ein "strategischer Fehler" gewesen, „neben der illegalen, bewaffneten keine politisch-soziale Organisation aufzubauen“. Über die Opfer fällt kein Wort.

34 Menschen hat die RAF ermordet, 27 Terroristen starben im "bewaffneten Kampf". Die Häftlinge kamen nach teils jahrzehntelangen Gefängnisstrafen wieder frei. Verena Becker wurde 35 Jahre nach dem Buback-Mord wegen Beihilfe zu einer neuen Freiheitsstrafe verurteilt.

19.01.2016, Quelle: dpa, ZDF
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