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Visabeschränkungen im Vergleich Deutscher Pass öffnet die meisten Grenzen

BildDeutscher Reisepass
Deutscher Reisepass

Mit diesem Dokument geht es fast überall ohne Visum: Der deutsche Reisepass reicht für die Einreise in 177 von 218 Ländern aus. Das ist Weltrekord.

(Quelle: dpa)

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Abgrenzung statt Reisefreiheit - die Flüchtlingskrise und die Terroranschläge von Paris haben zu mehr Kontrollen an Europas Grenzen geführt. Wie groß ist die Gefahr für das Schengener Abkommen?

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Heute treffen sich die EU-Innenminister in Amsterdam, um über die Flüchtlingskrise zu beraten. Der Druck in der Union wächst: Wie soll es beim Thema Grenzkontrollen weitergehen?

(25.01.2016)

von Andreas Schrank

Reisen, wann und wohin man will, ganz ohne Visum: Dieses Privileg hängt vor allem von der Staatsangehörigkeit ab. Ein Bericht im Auftrag der Luftverkehrsvereinigung IATA zeigt nun, welche Pässen die meisten Grenzen aufheben. Dabei eröffnen sich dramatische Unterschiede. 

Wer einen deutschen Pass besitzt, kann sich glücklich schätzen: Damit kann er 177 von insgesamt 218 Ländern ohne Visum erkunden – mehr als mit jeder anderen Staatsbürgerschaft. Das steht im kürzlich veröffentlichten IATA-Visabeschränkungsindex. Am anderen Ende des Rankings steht das kriegsgebeutelte Afghanistan. Dessen Bürger genießen nur in 25 Ländern Visumsfreiheit.

Der Bericht, den die Londoner Beratungsfirma Henley und Partner für den internationalen Luftfahrtverband IATA erstellt hat, führt seit 2006 jedes Jahr die "besten" und "schlechtesten" Pässe auf. Ob für ein Land ein Visum benötigt wird, spiegelt die politischen Beziehungen zwischen Staaten wider und zeigt aktuelle politische und militärische Konflikte auf. So herrschen etwa in den fünf Schlusslichtstaaten des Index – neben Afghanistan sind das Pakistan, der Irak, Somalia und Syrien – politisch instabile Verhältnisse, teilweise sogar Bürgerkriege.

Deutschland zum dritten Mal ganz vorne, USA verlieren

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Deutschland belegt seit 2014 den ersten Platz in der Liste, in diesem Jahr aber erstmals als einziges Land. Im Vorjahr teilte es sich den höchsten Rang noch mit Großbritannien, 2013 außerdem mit Finnland, Schweden und den Vereinigten Staaten von Amerika. In der aktuellen Liste liegt die politische Supermacht nur noch auf dem vierten Platz. Davor kommen die Drittplatzierten Finnland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Schweden blieb unverändert auf Rang zwei. Die "besten" nichtwestlichen Pässe besitzen die Bürger Japans und Singapurs. Sie können damit in 173 Länder visumfrei einreisen.


"Zu den Kriterien, die ein Land für die visumfreie Einreise für die Bürger eines anderen Landes heranzieht, zählen die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern, gegenseitige Visaabkommen, Sicherheitsbedenken oder das Risiko einer Verletzung der Visabestimmungen", sagte ein Vertreter von Henley und Partner dem US-Sender CNN. Das internationale Unternehmen ist laut eigenen Angaben auf die Beratung von Wohlhabenden zu Staatsbürgerschafts- und Migrationsfragen spezialisiert.

Visumfreiheit nimmt global zu

Der Trend für die Visumsfreiheit weist nach oben. Kein Staat verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um mehr als drei Ränge. Dagegen machten viele Nationen große Schritte nach vorne. Den größten Sprung konnte der südostasiatische Inselstaat Osttimor verzeichnen: Dank eines wechselseitigen Visumabkommens mit der EU verbesserte sich die seit 2002 international anerkannte Republik um 33 Plätze auf den 57. Rang. Kolumbien schaffte 25 Ränge nach vorne und liegt nun auf Platz 50.


Aufgrund gelockerter Visabeschränkungen durch Japan, Südkorea und die USA genießen auch chinesische Staatsangehörige nun etwas mehr Reisefreiheit. Dabei spielen wirtschaftliche Interessen eine große Rolle: Immer mehr Chinesen sind wohlhabend genug, um sich Urlaubsreisen ins Ausland leisten zu können – und werden so zum Tourismusfaktor. Nach Angaben von CNN wollen auch Australien und Großbritannien ihre Einreisebestimmungen für Bürger aus dem Reich der Mitte vereinfachen.

02.03.2016
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