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merkzettel

900.000 Haushalte betroffen BSI: Telekom Opfer von Hackern

VideoTelekom: Massive Störungen
Telekom-Zeichen auf Smartphone.

Seit gestern haben rund 900.000 Kunden der Telekom kein Fernsehen, Internet und Telefon mehr. Das Unternehmen bestätigte, dass das Problem bundesweit auftrete. Die Vermutung besteht, dass ein bestimmter Router-Typ betroffen ist. Auch ein Hacker-Angriff wird nicht ausgeschlossen.

(26.03.2017)

VideoBundesweite Störung bei Telekom
Telekom-Logo auf Handy.

Für zehntausende Kunden der Telekom war das Telefonieren oder online gehen über das Mobilnetz am Vormittag nicht möglich. Der Grund für die Störung war ein Problem mit der zentralen Datenbank.

(11.06.2016)

Das Telefon ist tot, das TV-Programm weg und der Browser lädt nichts mehr. Fast eine Million Telekom-Kundenhaushalte waren seit dem Wochenende von massiven Netzausfällen betroffen. Das Bundesamt für Informationstechnik spricht inzwischen von einem weltweiten Angriff. 

Das Internet durchdringt für viele Menschen den kompletten Alltag, und in immer mehr Haushalten hält das Smart Home Einzug. Doch was ist, wenn das Internet ausfällt - und damit nichts mehr geht? Für 900.000 Haushalte in Deutschland war das am Sonntagnachmittag plötzlich bittere Realität.

Mit Hochdruck suchte die Deutsche Telekom nach der Ursache. Mit eingespielten Software-Updates und Patches bekam das Unternehmen die Ausfälle am Montag weitgehend in Griff. Offen blieb die Frage: Wie konnte es dazu kommen?

BSI: Weltweiter Angriff

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Deutsche Telekom
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Frühzeitig war auch von Seiten der Telekom ein möglicher Angriff von Außen ins Gespräch gebracht worden. Inzwischen verdichteten sich die Hinweise darauf. Am Nachmittag meldete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Ausfall sei Folge eines weltweiten Angriffs "auf ausgewählte Fernverwaltungsports von DSL-Routern". Ziel sei gewesen, "die angegriffenen Geräte mit Schadsoftware zu infizieren". Die Attacken seien auch in dem vom BSI selbst geschützten Regierungsnetz merkbar gewesen, hieß es. Warum bei einem weltweiten Angriff vor allem die Telekom für Schlagzeilen sorgte, blieb zunächst unklar.

Wie die Telekom berichtete, hatten manche Kunden seit Sonntagnachmittag zeitweise Einschränkungen bei der Internet-Nutzung oder starke Qualitätsschwankungen, bei manchen ging dagegen gar nichts mehr. Die Router der Kunden wurden vom Konfigurierungsserver nicht mehr erkannt.

Telekom rät: Stecker ziehen

Der Angriff erfolgte laut dem Internet Storm Center auf den Port 7547 der Router. Die Telekom riet betroffenen Nutzern, das Gerät für kurze Zeit vom Strom zu trennen und es dann erneut zu versuchen. Router sind die Schaltzentralen des Netzes und sorgen dafür, dass die Datenpakete ans Ziel kommen. Nach der Neuanmeldung und erneuten Registrierung war das Problem am Montag in den meisten Fällen behoben, weil aus dem Netz der Telekom dabei ein Update auf die Router eingespielt wurde.

Offenbar waren nur Router der Telekom-Marke Speedport betroffen. Laut Aussage des Herstellers AVM gab es nach aktuellem Stand keine Beeinträchtigungen bei Nutzern der Fritzbox. Eines der großen Rätsel dürfte für die Analytiker bei der Aufarbeitung des Vorfalls das uneinheitliche Fehlerbild gewesen sein, schätzt Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur des Fachmagazins "c't". Vom Konzern hieß es, mit näheren Details sei erst für die nächsten Tage zu rechnen.

Kostenloser Tagespass für betroffene Kunden

Telekom-Hotline

0800/3301000

Die Telekom bot betroffenen Kunden mit Mobilfunkvertrag an, sich kostenlos einen unbeschränkten Tagespass freischalten zu lassen um das Internet über das mobile Netz zu nutzen. "Die dort angezeigten Kosten werden nicht berechnet", heißt es in dem auf Facebook bei "Telekom hilft" veröffentlichten Angebot. Wer keinen Mobilfunkvertrag bei der Telekom habe, könne Hilfe im nächsten Telekom-Shop bekommen.

Unterdessen wird die wachsende Anfälligkeit wichtiger Infrastrukturen durch den Ausfall mehr als deutlich. Die Bundesregierung verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Cybersicherheit. Der nötige Schutz von Datennetzen sei eine Aufgabe, die Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sehr ernst nehmen müssten und ernst nähmen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag.

Router: Schaltzentralen des Netzes

Router sind wichtige Vermittlungsstellen und Verteilzentren für den Internet-Verkehr. Aufgabe der Geräte ist, die Datenpakete auf bestmöglichem Weg zu den Empfängern zu leiten. Dies erfolgt in der Regel mit Hilfe spezieller Tabellen, die wie ein Adressbuch fungieren. Dort ist aufgelistet, welche Netze über welche Wege zu erreichen sind. Nach dem Eintreffen eines Datenpakets übersetzt der Router die IP-Adresse, die gewöhnlich aus einer Folge von Zahlen besteht, in die Webadresse.

Es gibt verschiedene Typen von Routern, in privaten Haushalten sind in der Regel DSL- oder WLAN-Router aktiv. Sie leiten die Daten per Kabel oder über das Heimnetzwerk an die jeweiligen Browser der im Netz angeschlossenen Computer oder Smartphones weiter. Zum Schutz der Netze sind Router in der Regel mit einer eigenen Firewall ausgestattet. Auch Telefonate, die bei der Deutschen Telekom inzwischen überwiegend über das Internet-Protokoll geleitet werden, werden von den Routern vermittelt.

28.11.2016, Quelle: von Renate Grimming, dpa
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