27.06.2016
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Rückgang der Zahlen im Winter Viele Flüchtlingsunterkünfte offenbar halb leer

BildUnterkunft in Gera
Stockbetten in Flüchtlingsunterkunft in Gera

Durch geringere Flüchtlingszahlen im Winter sind viele Unterkünfte offenbar nicht voll belegt. Viele Länder erwarten aber einen Anstieg der Zahlen im Frühling.

(Quelle: dpa)

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Wegen des Rückgangs der Flüchtlingszahlen im Winter sind Flüchtlingsunterkünfte in mehreren Bundesländern nicht einmal zur Hälfte belegt. Das ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag". Doch die meisten Länder bereiten sich auf einen deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahl im Frühjahr vor. 

Nach der Umfrage der  "Welt am Sonntag" werden in Sachsen nur 25 Prozent der Plätze genutzt. In Thüringen liegt die Auslastung bei 33 Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei 40 und in Schleswig-Holstein bei 46 Prozent. Andere Länder melden danach hingegen, dass ihre Kapazitäten weiterhin nahezu komplett ausgelastet sind. Dazu gehören Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt.

Niedersachsen: 390 statt 1.900 Asylsuchende pro Tag

Im sächsischen Innenministerium hieß es der "Welt am Sonntag" zufolge, dass die Flüchtlingszahl zuletzt deutlich zurückgegangen sei. Der Rückgang bei der Auslastung der Kapazitäten sei aber auch darauf zurückzuführen, dass zahlreiche Asylsuchende auf die Kommunen verteilt worden seien. Weil die genaue Entwicklung der Flüchtlingskrise kaum prognostiziert werden könne, sollen die aktuell rund 20.000 Erstaufnahmeplätze in Sachsen zunächst erhalten bleiben.

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Niedersachsen registrierte danach seit Jahresbeginn im Tagesdurchschnitt etwa 390 Asylsuchende, im November waren es noch 1.900. Hier sind allerdings die Kapazitäten noch zu 81 Prozent ausgelastet. Auch aus dem Integrationsministerium in Rheinland-Pfalz, wo die Erstaufnahmeeinrichtungen derzeit zu 63 Prozent belegt sind, heißt es, dass die Flüchtlingszahl durch die kalte Jahreszeit "deutlich gesunken" sei.

Anstieg der Zahlen im Frühjahr erwartet

Dennoch bereiten sich die meisten Länder wieder auf einen deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahl im Frühjahr vor. So planen zehn von ihnen sogar den Ausbau der Kapazitäten in den landeseigenen Erstaufnahmeunterkünften. Eine Reduzierung ist laut Zeitung in keinem Land geplant.

Hintergrund der Vorkehrungen ist vor allem die Erfahrung der vergangenen Jahre, dass die Zahl der Menschen, die ihre Heimat verlassen, im Frühling ansteigt. Trotz der Bemühungen der Bundesregierung ist die Zahl der im Asylverfahren befindlichen Flüchtlinge nicht spürbar zurückgegangen. Während der Bund für die Bearbeitung der Asylanträge zuständig ist, kümmern sich die Bundesländer vor allem um die Erstaufnahme. Anschließend werden viele Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt.

2.000 Iraker freiwillig ausgereist?

Unterdessen sind fast 2.000 Iraker seit dem vergangenen Herbst freiwillig aus Deutschland ausgereist. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf einen Bericht des Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration (GASIM), der vertraulich gestempelt ist und aus diesem Monat stammt. Nach den Gründen für die Ausreise befragt, gaben Iraker an, dass sich die Versprechen von Schleusern nicht erfüllt hätten.

Die Ausreisen sind bemerkenswert, da laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge derzeit rund 88 Prozent der Iraker einen positiven Bescheid als Asylbewerber erhalten. 2015 wurden mehr als 121.000 Iraker in den Bundesländern untergebracht. Damit lag der Irak nach Syrien und Afghanistan bundesweit auf dem dritten Platz der Hauptherkunftsländer von Asylantragstellern.

14.02.2016, Quelle: afp, KNA
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