24.05.2016
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merkzettel

Safer Internet Day Dem Fake auf die Schliche kommen

VideoKampf gegen Fake-Meldungen
Zitat: Glaube nicht alles, was du im Internet liest, nur weil da ein Bild mit einem Zitat steht

Netz-Gerüchte, Falschmeldungen und Propaganda aufzudecken ist das Ziel des österreichischen Vereins Mimikama. Mehrere Ehrenamtliche und drei Angestellte sind damit ziemlich beschäftigt.

(29.01.2016)

VideoAufklärung im Fall Lisa
Russlands Außenminister Sergei Lavrov spricht auf einer Pressekonferenz in Moskau.

Die Staatsanwaltschaft Berlin ist sich sicher: Die 13-jährige Lisa ist nicht vergewaltigt worden. Ihre Handydaten beweisen, dass sie die vermeintliche Tatnacht bei einem Bekannten verbracht hatte.

(29.01.2016)

VideoStreit um angebliche Vergewaltigung
Demonstration von Russlanddeutschen gegen angebliche Vergewaltigung.

Ärger um die angebliche Vergewaltigung eines deutsch-russischen Mädchens: Während die Berliner Polizei eine Vergewaltigung dementiert, wirft Russlands Außenminister Lawrow den Behörden Vertuschung vor.

(26.01.2016)

von Alfred Krüger

Gerüchte, Propaganda, Hassbotschaften: Falschmeldungen überschwemmen die sozialen Netzwerke. Viele Nutzer sind verunsichert. Auch der Safer Internet Day macht das heute zum Thema. Aber wie erkennt man gefakte Nachrichten auf Facebook und Co.? Ein paar Tipps. 

Links
Safer Internet Day
Das ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich
Das Foto zeigt Kinder in islamischer Gebetshaltung. Sie knien auf Gebetsteppichen und berühren mit der Stirn den Boden. Offenbar handelt es sich um eine Schulklasse. Im Hintergrund sind drei Lehrerinnen zu sehen. Das Foto tauchte kürzlich bei Facebook auf. "Deutsche Kinder lernen dank links-rot-grüner Pädagogik-Ideologie, wie man sich dem Islam unterwirft", so die Statusmeldung zu diesem Bild.

Aus der Luft gegriffen

Das Foto ist echt, die Statusmeldung aus der Luft gegriffen. Tatsächlich zeigt das Bild keine deutschen, sondern niederländische Schüler. Es wurde von der Webseite einer niederländischen Schulseite kopiert. Im Rahmen des Schulprojekts "Andere Kulturen" hatten Schüler dieser Schule eine Moschee besichtigt. Dabei wurde ihnen auch erklärt, wie Muslime beten.

Falschmeldungen, Gerüchte und Halbwahrheiten überschwemmen das Netz. Einmal in die Welt gesetzt verbreiten sie sich in Windeseile bei Twitter, Facebook, YouTube und Co. Oft ist es schwierig, richtige Meldungen von falschen zu unterscheiden. Denn Fakten, Gerüchte und Lügen sind oft so geschickt miteinander verwoben, dass der Wahrheitsgehalt einer Meldung nicht sofort zu erkennen ist.

Weitere Links zum Thema
Auch der heutige Safer Internet Day beschäftigt sich mit Falschmeldungen im Netz. Er wird in Deutschland von der EU-Initiative Klicksafe koordiniert und steht in diesem Jahr unter dem Motto "Extrem im Netz". Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes hat aus Anlass des Tages eine Informationsseite ins Netz gestellt, die sich speziell an Jugendliche sowie junge Erwachsene wendet und über den Umgang mit Hass- und Gewaltbotschaften in sozialen Online-Netzwerken aufklären soll. Aber wie erkennt man nun, ob es sich um eine Falschmeldung handelt?

Erst denken, dann teilen

Bevor man einen zweifelhaften Beitrag bei Facebook und Co. mit "Gefällt mir" markiert oder teilt, sollte man sich die Zeit nehmen, den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Wer hat Bild, Video und Kommentar gepostet? Wie vertrauenswürdig ist die Quelle? Will sie informieren oder Meinung machen? Zu empfehlen ist auch die Google-News-Suche. Sie kann Antwort auf die Frage geben, ob der Sachverhalt von anderen Medien aufgegriffen und bestätigt oder als Fälschung enttarnt wurde.

Eine zuverlässige Informationsquelle ist zudem die österreichische Webseite mimikama.at. Hier werden Falschmeldungen sorgfältig geprüft. Mimikama ist auch auf Facebook aktiv aktiv. Wer auf eine zweifelhafte Nachricht stößt, kann sie den Betreibern melden. Mimikama-Mitarbeiter prüfen dann die Meldung. Die Ergebnisse werden auf der Webseite und bei Facebook veröffentlicht. Auch per Newsletter kann man sich über aktuelle Falschmeldungen informieren lassen.

Umgekehrte Bildersuche

Zu den Methoden der Fälscher gehört es, echte Fotos und Videos aus dem Zusammenhang zu reißen und mit falschen Bildunterschriften zu versehen. So geistert zurzeit das Bild einer jungen Schwedin durchs Netz, die von einem Asylbewerber vergewaltigt und ermordet wurde. Verschwiegen wird, dass der Fall fünf Jahre zurückliegt und der Täter längst verurteilt wurde. Das Opfer wird als "schwedische Willkommensbefürworterin" tituliert. Dadurch wird der Eindruck erweckt, es handele sich um einen aktuellen Fall.

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Elternratgeber: Schau hin!
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Die umgekehrte Bildersuche bei Google oder beim Bildersuchdienst tineye.om kann solche Manipulationen aufdecken. Zuerst wird das fragliche Bild auf die eigene Festplatte kopiert. Dann zieht man das Foto mit der Maus in die Eingabezeile der Bildersuche. Anschließend wird eine Trefferliste mit Webseiten angezeigt, auf denen das Bild zu finden ist. Oft wird schon durch die ersten Links klar, ob das Foto tatsächlich zeigt, was die Bildunterschrift behauptet. Zuweilen muss man sich durch die Trefferliste hangeln, bis man aussagekräftige Quellen gefunden hat.

Umgekehrte Videosuche

Die umgekehrte Suche gibt es auch für Videos, die bei YouTube veröffentlicht wurden. Amnesty International hat den YouTube DataViewer entwickelt und ins Netz gestellt. Hier gibt man die YouTube-Adresse eines Videos ein, und das Tool liefert das Upload-Datum sowie einige Vorschaubilder des Videoclips, die bereits mit der umgekehrten Bildersuche bei Google verlinkt sind. Die Google-Trefferlisten präsentieren dann Links zu Webseiten, die das Video enthalten und Aufschluss geben können, ob es authentisch ist.

09.02.2016
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