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merkzettel

Sunnitisches Königreich Saudis richten 47 angebliche Terroristen hin

BildSaudi-Arabien
Archiv: Mann vor Al-Faisaliya Tower in Riad am 27.01.2015

Saudi-Arabien hat 47 Menschen hingerichtet, die Terroristen gewesen sein sollen.

(Quelle: ap)

VideoSaudis und Türkei verbünden sich
Saudi-Arabien und die Türkei wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Sie gründen dazu einen gemeinsamen Rat, der sich unter anderem mit Sicherheitsfragen und wirtschaftlicher Kooperation befasst.

Saudi-Arabien und die Türkei wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Sie gründen dazu einen gemeinsamen Rat, der sich unter anderem mit Sicherheitsfragen und wirtschaftlicher Kooperation befasst.

(30.12.2015)

VideoEU ehrt saudischen Blogger
Links hält die Frau von Raif Badawi, Ensaf Haida, ein Bild von ihrem Mann hoch, während ihm Martin Schuz den Sacharow-Preis verleiht.

Das EU-Parlament hat Raif Badawi den Sacharow-Preis für geistige Freiheit verliehen. Wegen eines Blogeintrags, der den Islam beleidigt haben soll, sitzt er seit 2011 im Gefängnis.

(16.12.2015)

VideoErstmals wählen Frauen
Frauen verlassen eine Wahlstation in Saudi-Arabien

Bei den Wahlen in Saudi-Arabien durften erstmals Frauen sowohl wählen als auch kandidieren. Nach ersten Ergebnissen sind mindestens drei Kandidatinnen in Gemeinderäte gewählt worden.

(13.12.2015)

Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben 47 Menschen hingerichtet, die Terroristen gewesen sein sollen. Neben Al-Kaida-Mitgliedern wurde auch ein führender schiitischer Geistlicher getötet. Iran - mit dem sunnitischen Königreich verfeindet - drohte mit Vergeltung. 

Scheich Nimr al-Nimr war die zentrale Figur schiitischer Proteste während des arabischen Frühlings 2011. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht in dem Todesurteil gegen den seit 2012 inhaftierten Geistlichen eine weitere Maßnahme der saudischen Regierung, um abweichende Meinungen zu unterdrücken. Vor seiner Festnahme hatte al-Nimr öffentlich gesagt, das Volk wünsche keine Herrscher, die Protestierende töten oder ungerecht behandeln.

Kampf gegen Unterdrückung im Osten des Landes

In seinem Prozess beklagte er nach Angaben seines Bruders Ungerechtigkeit gegen Schiiten im Osten des Landes. Die politischen Vorwürfe stritt er demnach nicht ab, betonte aber, er sei nie bewaffnet gewesen und habe nie zu Gewalt aufgerufen. Ihm wurde auch Einfluss auf die Proteste von Schiiten im nahen Inselstaat Bahrain zugeschrieben. Saudi-Arabien hatte Soldaten dorthin entsandt, um den Aufstand zu bekämpfen.

Al-Nimr hatte während der Proteste 2011 die Abspaltung der mehrheitlich schiitischen Regionen Katif und Al-Ihsaa im Osten des Landes befürwortet. Vor einem Jahr wurde er wegen Aufwiegelung, Ungehorsams und Waffenbesitzes von einem Sondertribunal zum Tode verurteilt. Ende Oktober wurde das Todesurteil vom Obersten Gerichtshof Saudi-Arabiens bestätigt.

Iran: Das hat Konsequenzen

Iran warnte Saudi-Arabien daraufhin vor der Hinrichtung al-Nimrs. Sollte das Todesurteil gegen den Geistlichen vollstreckt werden, werde Saudi-Arabien einen "hohen Preis zahlen", sagte Irans Vize-Außenminister Hossein Amir Abdollahian. Die meisten der zwei Millionen saudiarabischen Schiiten leben im Osten des Landes. Die schiitische Minderheit klagt seit langem über religiöse und soziale Diskriminierung durch das wahhabitische Herrscherhaus in Riad.

Am Tag der Hinrichtung erneuerte Iran seine Drohung: "Anstatt sich mit den Terroristen zu beschäftigen, die die Region und die ganze Welt gefährden, lassen die Saudis eine Persönlichkeit wie al-Nimr hinrichten", sagte Außenamtssprecher Dschaber Ansari. Die rein politisch und religiös motivierte Tat reflektiere die irrationale und verantwortungslose Politik der Saudis, kritisierte Ansari weiter. Die Hinrichtung werde für das Königreich Konsequenzen haben. Am Sonntag soll es vor der saudischen Botschaft in Teheran eine große Protestdemonstration geben.

2015 mindestens 150 Menschen hingerichtet

Die amtliche saudische Nachrichtenagentur SPA veröffentlichte eine Liste mit den Namen der 47 Hingerichteten. Darunter waren auch ein Bürger des Tschad und ein Ägypter. Auch das Staatsfernsehen meldete die Exekutionen.

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Das ultrakonservative Königreich, in dem eine besonders strenge Auslegung des islamischen Rechts der Scharia gilt, richtete im vergangenen Jahr mindestens 150 Menschen hin. Das Land steht seit Jahren wegen der hohen Zahl von Hinrichtungen in der Kritik internationaler Menschenrechtsorganisationen. Auch wichtige Verbündete wie die USA äußern sich kritisch, scheuen aber vor Sanktionen gegen das ölreiche Land zurück.

Iran und Saudi-Arabien kämpfen um die Vorherrschaft am Golf. Teheran ist zusammen mit Russland wichtigster politischer und militärischer Unterstützer von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Von dort aus wird auch die Hisbollah-Miliz, die aus dem Libanon agiert, mit Waffen versorgt. Das saudische Königshaus wiederum fördert verschiedene Rebellengruppen, die Assads Sturz betreiben. Saudische Scheichs gelten zudem selbst als Unterstützer sunnitisch-islamistischer Organisationen.

02.01.2016, Quelle: ap, afp
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