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Suche nach Vermissten Taiwan: Tote und Hunderte Verletzte nach Erdbeben

VideoErdbeben in Taiwan
Erdbeben in Taiwan: Hochhaus umgestürzt

Mehrere Gebäude sind bei dem Beben in Tainan eingestürzt - darunter auch Hochhäuser.

(06.02.2016)

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Spätestens seit Fukushima hat die Diskussion um die Erdbebensicherheit von Städten und Gebäuden eine neue Brisanz erreicht. "Terra X" besucht Forscher in den seismisch aktivsten Gebieten der Erde.

(05.05.2013)

Viele überraschte das Beben im Schlaf: In der Stadt Tainan im Süden Taiwans sind bei einem Erdbeben mehrere Gebäude in sich zusammengestürzt, darunter auch Hochhäuser. Die Zahl der Toten ist auf mindestens fünf gestiegen, Hunderte wurden verletzt. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach weiteren Verschütteten. 

In der Stadt Tainan sind bei dem Beben der Stärke 6,4 in der Nacht zum Samstag mehrere mehrstöckige Wohnhäuser eingestürzt. In den Trümmern eines 16-stöckigen Hochhauses starb auch ein Baby. Noch immer werden Menschen unter den Trümmern vermisst.

Hochhaus zur Seite gestürzt

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mehr als 200 Menschen aus den Trümmern des Wei-Kuan-Hochhauses gerettet, das komplett auf die Seite stürzte. Zur Zahl der Vermissten machten die Behörden zunächst keine offiziellen Angaben.

Die Rettungskräfte waren im Dunkeln mit Scheinwerfern im Einsatz, um in den Trümmern nach weiteren Überlebenden zu suchen. Mit Leitern, Kränen und Baggern versuchten sie, in die völlig zerstörten Wohnungen zu gelangen. Auf der Straße standen erschöpfte und fassungslose Bewohner.

"Häuser sind nach links und rechts geschwankt"

"Ich habe Häuser gesehen, die nach oben und unten, und nach links und rechts geschwankt sind", sagte ein Bewohner des Hochhauses dem Fernsehsender SET TV. Eine Frau berichtete, sie habe mit einem Hammer ihre verbogene Wohnungstür aufgebrochen, um ins Freie zu gelangen. Ein Mann sagte der Zeitung "Apple Daily", er habe Kleidungsstücke zusammengeknotet, um sich von seiner Wohnung im neunten Stock in den sechsten Stock abzuseilen.

In dem Hochhaus leben nach offiziellen Angaben mehr als 250 Menschen in fast hundert Wohnungen. Taiwans Innenminister Chen Wei Jen sagte aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens sogar noch mehr Menschen in dem Haus aufgehalten haben könnten, da kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest viele Menschen bei Verwandten zu Besuch seien.

Regierungschef Chang San Cheng an der Unglücksstelle

Auch Regierungschef Chang San Cheng eilte zur Unglücksstelle. Eine ältere Frau berichtete ihm unter Tränen, dass ihr Sohn, ihre Schwiegertochter und ihre Enkelkinder im 15. Stock verschüttet worden seien, wie "Apple Daily" berichtete.

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In der ganzen Stadt wurden nach Behördenangaben mehr als 300 Menschen verletzt. 60 von ihnen wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Aus den Trümmern eines siebenstöckigen Hauses, das ebenfalls einstürzte, wurden mindestens 30 Menschen geborgen.

Keine Tsunami-Warnung

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 39 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Kaohsiung. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik teilte mit, es bestehe keine Gefahr einer Riesenwelle.

Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2.400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.

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06.02.2016, Quelle: dpa, afp
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