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Umstrittener Vergnügungspark SeaWorld gibt zu: Tierschützer unterwandert

BildUmstritten: Orca-Show
Orca-Show im Seaworld San Diego

(Quelle: ap)

VideoWie weit darf Tierschutz gehen?
Tierschutzaktivisten bei einer Demonstration

Brandanschläge, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch – Tierschützer gehen bis an die Grenzen des Erlaubten und darüber hinaus. Im Kampf gegen die Tierindustrie setzen sie Landwirte massiv unter Druck.

(11.08.2015)

Monatelang standen die Spionage-Vorwürfe im Raum - jetzt räumt der Vergnügungspark-Betreiber SeaWorld ein: Er hat eigene Mitarbeiter verdeckt unter Tierschutz-Aktivisten von PETA geschleust. 

Der Betreiber des US-Vergnügungsparks SeaWorld in Florida hat eingeräumt, eigene Mitarbeiter in Gruppen kritischer Tierschützer eingeschleust zu haben. Im Zuge einer internen Ermittlung habe der Verwaltungsrat beschlossen, die Praxis zu beenden, bei der sich Angestellte des Unternehmens als Tierrechtler ausgeben sollten. Das teilte Vorstandschef Joel Manby im Firmen-Blog mit.

Vorausgegangen waren heftige Anschuldigungen der Tierschutzorganisation PETA: Die Aktivisten warfen SeaWorld vor, Mitarbeiter bei der Organisation einzuschleusen. Sie sollten die Tierschützer angeblich zu Straftaten anstiften, mit denen SeaWorld PETA dann hätte belasten können.

"Bei ihren dreckigen Tricks erwischt"

SeaWorld habe ausschließlich Interesse daran gehabt, illegale Aktivitäten zu provozieren, sagte eine PETA-Sprecherin. "Wir haben sie bei ihren dreckigen Tricks erwischt." PETA kritisiert zudem, dass der aufgeflogene Mitarbeiter immer noch im Unternehmen sei. Das zeige, dass die Spitzelei vom Management geduldet werde.

Weitere Links zum Thema
SeaWorld steht vor allem wegen seiner Orca-Shows seit Jahren in der Kritik. Große Empörung löste im Juli 2013 der Dokumentarfilm "Blackfish" aus, der die Vorführungen der gedrillten Meeressäuger als skrupellose Ausbeutung der Unterhaltungsindustrie schildert. Seaworld kündigte im November an, zumindest eine der umstrittenen Vorführungen einzustellen. Doch der Image-Schaden ist nicht mehr abzuwenden.

Nach zwischenzeitlich deutlichen Rückgängen bei Besucherzahlen, Umsatz und Gewinn stabilisierten sich die Geschäfte im vergangenen Jahr zwar. Dennoch fiel im Schlussquartal ein Verlust von elf Millionen Dollar an, wie SeaWorld mitteilte. Die Aktie des Unternehmens fiel im New Yorker Handel um gut neun Prozent.

26.02.2016, Quelle: dpa
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