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merkzettel

Nach sexuellen Übergriffen Köln: Was bislang bekannt ist, was nicht

BildKöln Hauptbahnhof
Köln - Hauptbahnhof - 31.12.2015

Der Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht.

(Quelle: ap)

VideoMehr Videoüberwachung?
Demo

Nach den gewaltsamen Übergriffen in Köln, Hamburg und Stuttgart ist immer noch nicht klar, wer die Täter waren. Die Polizei wertet weiterhin Videos aus. Würde mehr Videoüberwachung helfen?

(06.01.2016)

VideoPolizei empört über De Mazière
Vertreter der Polizeigewerkschaften haben die Kritik am Einsatz in der Silvesternacht in Köln scharf zurückgewiesen. Bundesinnenminister de Maizière hatte zuvor das Vorgehen der Beamten kritisiert.

Vertreter der Polizeigewerkschaften haben die Kritik am Einsatz in der Silvesternacht in Köln scharf zurückgewiesen. Bundesinnenminister de Maizière hatte zuvor das Vorgehen der Beamten kritisiert.

(06.01.2016)

VideoAnzeigeflut auch in Hamburg
Der Musikclub

Silvester hat auch in Hamburg Nachwirkungen: Die Polizei dort hatte nochmal ausdrücklich aufgerufen, Straftaten zu melden. Bereits heute liegen 53 Anzeigen vor, davon 39 wegen sexueller Belästigung.

(06.01.2016)

Viele der mutmaßlichen Täter waren betrunken und völlig enthemmt. Mehr als hundert Anzeigen sind nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht eingegangen, darunter zwei wegen Vergewaltigung. Doch viele Fragen zu den Vorfällen in Köln sind noch offen. Ein Überblick. 

Köln: Was wir wissen - und was nicht

Anzahl der Täter

Am Silvesterabend versammelte sich eine große Menschenmenge vor dem Kölner Bahnhof, darunter eine große Zahl gewalttätiger Männer. Viele waren betrunken und enthemmt. Sie feuerten Raketen und Böller in die Menge.

Gegen 23 Uhr hatte sich die Gruppe auf dem Bahnhofsvorplatz und der Treppe zum Dom auf etwa 1.000 bis 1.500 Personen vergrößert, heißt es im Bericht des NRW-Innenministeriums. Die Stimmung war aggressiv, deswegen räumte die Polizei den Platz.

Sexuelle Gewalt und Diebstahl

Aus der Menschenmenge bildeten sich kleinere Gruppen von Männern. Sie umzingelten Frauen und begrapschten oder beraubten ihre Opfer. Auch Vergewaltigungen wurden bei der Polizei angezeigt.

Bislang liegen der Polizei mehr als 500 Anzeigen vor. In mehr als 230 Fällen handelt es sich um Sexualstraftaten, teils zusammen mit Diebstahl. Bei den übrigen Anzeigen geht es um Diebstahl und Körperverletzung.

Identität der Täter

Die Bundespolizei, die für die Sicherheit an Bahnhöfen zuständig ist, hat etwas mehr als 30 Verdächtige identifiziert - größtenteils Migranten aus Algerien, Marokko, auch einige aus Iran und Syrien. Viele der Verdächtigen sind Asylbewerber.

Vier der Tatverdächtigen sind dem Innenministerium zufolge bereits in Untersuchungshaft, ihnen wird Diebstahl und Raub in Zusammenhang mit den Ereignissen in der Silvesternacht vorgeworfen. Welche Delikte die anderen begangen haben sollen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Beweisführung wird in jedem Falle problematisch. Das Getümmel und die Menge an Beteiligten erschweren den Nachweis konkreter Verbrechen Einzelner.

Organisierte Banden?

Die Polizei kann bislang nicht bestätigen, dass organisierte Banden für die Übergriffe verantwortlich sind. Es ist unklar, ob es zwischen den Taten in Köln und in anderen Städten zum Jahreswechsel einen Zusammenhang gibt.

Unter anderem in Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart häufen sich die Anzeigen von Frauen, die in der Silvesternacht sexuell belästigt und ausgeraubt wurden. In Hamburg gingen mehr als 100 Strafanzeigen ein.

Widersprüchliche Informationspolitik

Die Informationspolitik der Behörden folgte offenbar einer Salamitaktik: Die Erkenntnisse kamen in den Tagen nach den Übergriffen scheibchenweise. Teilweise widersprachen sich die Informationen der Polizei.

(Quelle: dpa)

Köln: Was wir nicht wissen

Täter

Nach eigenen Angaben hat die Kölner Polizei bislang mehrere Tatverdächtige ermittelt. Augenzeugenberichten zufolge soll es sich beim Großteil der Täter um junge Heranwachsende aus nordafrikanischen Herkunftsländern und dem Nahen Osten gehandelt haben. Die Beweisführung gestalte sich der Polizeisprecherin zufolge als sehr schwierig, was vor allem an der Gemengelage liege. Es war dunkel, die Täter konnten in der Menschenmasse untertauchen. Es werde nach den Worten der Sprecherin "verdammt schwierig", Täter dingfest zu machen.

Organisierte Verbrechen

Ob es sich um eine organisierte Bande handelt oder sich die Täter vorab verabredet haben - dazu hat die Polizei noch keine Erkenntnisse. "Es scheint allerdings seltsam, dass das alles zufällig passiert ist", sagte eine Sprecherin.

Neue Masche des Trickdiebstahls

Ebenfalls unklar ist, ob die Übergriffe einer neuen Masche des Trickdiebstahls folgten, ähnlich der "Antänzer"-Methode. Polizeipräsident Wolfgang Albers zufolge haben die Silvestervorfälle ein neues Ausmaß. Frühere Opfer der "Antänzer" seien in der Regel Männer gewesen, das habe sich nicht im sexuellen Bereich abgespielt.

Zusammenhänge zwischen den Städten

Ob es Zusammenhänge zu den Taten in Hamburg und weiteren Städten gibt, ist auch offen. Die Polizeisprecherin sagte lediglich, das sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

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07.01.2016, Quelle: dpa
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