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Sexuelle Übergriffe Köln: Welche Straftaten wurden von wem begangen?

BildKöln Hauptbahnhof
Hauptbahnhof in Köln

(Quelle: dpa)

VideoKrisentreffen in Köln
Youtube-Bild vom Kölner Hauptbahnhof

In der Silvesternacht sollen vor dem Kölner Hauptbahnhof etwa 1.000 Männer Frauen sexuell bedrängt und ausgeraubt haben. Bisher gab es 60 Anzeigen. Die Täter sollen aus dem arabischen Raum stammen.

(05.01.2016)

VideoPlickert: "Neue Qualität der Gewalt"
Arnold Plickert

"Wir hatten auf der Domplatte 1.000 bis 1.500 Personen, stark alkoholisiert und enthemmt. Es ist massiv zu Sexualdelikten gekommen", so Arnold Plickert, Gewerkschaft der Polizei. "Es ist ungeheuerlich".

(05.01.2016)

VideoPresseschau: Gewalt in Köln
Sylke Tempel

"Es sind nicht nur sexuelle Übergriffe gewesen, (…) sondern auch Kriminalität. Den Leuten sind die Geldbörsen, die Smartphones, die Tablets gestohlen worden", an diesen Aspekt der Ereignisse in Köln erinnert die Chefredakteurin der Zeitschrift "Internationale Politik", Sylke Tempel.

(05.01.2016)

Am fünften Tag nach den sexuellen Übergriffen durch Männer aus dem "arabischen oder nordafrikanischen Raum" am Kölner Hauptbahnhof sind noch viele Fragen ungeklärt. Welche Straftaten von wem begangen wurden und wie die Politik darauf reagiert, haben wir hier zusammengestellt. 

Welche Straftaten wurden von wem begangen?

Am Silvesterabend versammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz etwa 1.000 teils alkoholisierte Männer, die laut Polizei "dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum" stammten. Aus der Menge hätten sich Gruppen von mehreren Männern gebildet, sie sollen Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt haben.

Konkreteres über die Täter weiß die Polizei nach eigenen Angaben nicht. Die Ermittler sprechen von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung. Der Polizei lagen bis jetzt 90 Anzeigen vor, darunter auch Diebstähle von Taschen, Handys und Geldbörsen. "Wir gehen von weiteren Taten aus, die uns noch nicht angezeigt wurden", sagte Polizeipräsident Wolfgang Albers.

Warum ist die Polizei nicht eingeschritten?

Die Polizei hatte die Ansammlung auf dem Bahnhofsplatz in der Silvesternacht nach eigener Darstellung beobachtet und den Platz schließlich vorrübergehend räumen lassen, weil Böller in die Menge geworfen wurden. Der vielfache Missbrauch sei den Beamten zunächst nicht aufgefallen.

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Erst als zwischen 1.00 und 1.30 Uhr bei der Kölner Polizei und Bundespolizei die ersten Anzeigen erstattet wurden, habe die Polizei von dem "massiven Vorgehen" erfahren, sagte der NRW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert.

Was unternimmt die Polizei jetzt?

Die Kölner Polizei hat nach den Vorfällen eine Ermittlungsgruppe "Neujahr" eingerichtet. Am Sonntag nahmen Polizisten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs fünf Männer fest, die Frauen bedrängt und Reisende bestohlen haben sollen. Ob sie auch etwas mit den Taten in der Silvesternacht zu tun haben, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar. Die Polizei kündigte mit Blick auf den bevorstehenden Karneval an, alles dafür zu tun, damit sich solch ein Vorfall nicht wiederholt.

Die Ermittlungsgruppe "Neujahr" werde aufgestockt, um den Tätern auf die Spur zu kommen, so Polizeipräsident Albers. Unter anderem werten sie Handyvideos und Material aus Überwachungskameras aus.

Wie reagiert die Polizeigewerkschaft?

Die Polizeigewerkschaft GdP reagierte entsetzt auf die Vorfälle. "Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht", sagte der NRW-Landesvorsitzende der GdP, Arnold Plickert.

Die stark alkoholisierten Täter seien "völlig enthemmt und gewaltvoll" vorgegangen. "Ein Täter hat einer Zivilpolizistin in die Hose gefasst", berichtete Plickert. Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine "tiefe Betroffenheit".

Wie reagiert NRWs Innenminister?

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) reagierte scharf auf die Ereignisse. "Wir nehmen es nicht hin, dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen", zitierten der Kölner "Express" und der "Kölner Stadt-Anzeiger" den Minister. "Deshalb ist es notwendig, dass die Kölner Polizei konsequent ermittelt und zur Abschreckung Präsenz zeigt."

Wie reagiert Kölns Oberbürgermeisterin?

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) bezeichnete die Vorfälle im "Kölner Stadt-Anzeiger" als "ungeheuerlich". Es könne nicht sein, dass Besucher, die nach Köln kämen, Angst haben müssten, überfallen zu werden. "Wir können nicht tolerieren, dass hier ein rechtsfreier Raum entsteht", sagte die parteilose Politikerin der Zeitung.

Polizei und Bundespolizei seien "dringend gefordert". Es müssten Schritte unternommen werden, um "insbesondere Frauen vor solchen Übergriffen zu schützen". Möglicherweise müsse man auch die Video-Überwachung im Hauptbahnhof ausweiten.

05.01.2016, Quelle: epd, dpa, afp, ZDF
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