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merkzettel

Ermittlung gegen Audi AG Audi tiefer in Abgas-Skandal verstrickt als gedacht?

VideoAudi AG unter Druck
Ein Audi steht am 15.03.2017 während der Bilanz-Pressekonferenz in Ingolstadt vor dem Audi-Forum

Kurz vor der Bilanzpressekonferenz des Autobauers haben Ermittler in der Zentrale in Ingolstadt sowie in Neckarsulm Büroräume durchsucht. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem VW-Abgasskandal. Der Verdacht: Betrug und strafbare Werbung.

(15.03.2017)

Nach Razzien in mehreren Audi-Niederlassungen wegen der Abgas-Manipulationen kristallisiert sich der Verdacht heraus, die Betrugs-Software könnte in der Zentrale in Ingolstadt entwickelt worden sein. Es könnte eng werden für Audi-Chef Stadler, meint ZDF-Reporter Alexander Poel. 

Der Audi-Chef selbst hatte sich auf der Jahresbilanz-Pressekonferenz zum Thema nicht geäußert. Zwar sind keine Privaträume von Stadler durchsucht worden, berichtet ZDF-Reporter Alexander Poel aus Ingolstadt. "Dass er aber gar nichts gewusst haben will von den Manipulationen, das macht ihn doch immer unglaubwürdiger". Im Unternehmen mehrten sich ebenfalls kritische Stimmen. "Ende des Jahres steht", so Poel weiter, "die Verlängerung von Stadlers Vertrag an". Es dürfte fraglich sein, ob der Aufsichtsrat dem dann noch zustimmt. 

Betrugsverfahren gegen Unbekannt

Am Morgen hatte die Staatsanwaltschaft München II mehrere Büros der Audi-AG in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen durchsucht. Kurz darauf leitete sie ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein - wegen des Verdachts auf Betrug und strafbare Werbung.

Gegenstand der Ermittlungen ist, so eine Pressemitteilung der Behörde, "der Verkauf von rund 80.000 Kraftfahrzeugen, die mit - von der Audi AG entwickelten - V6-3.0-Liter-Dieselmotoren ausgestattet worden waren und die im Zeitraum von 2009 bis 2015 auf dem US-Markt verkauft wurden". Der Vorwurf der Ermittler zwischen den Zeilen: Es wäre möglich, "dass die Entwicklung der Software in Deutschland stattgefunden hat" - in der Audi-Zentrale in Ingolstadt.  

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Verdacht auf Manipulation

"Es besteht der Verdacht", so die Staatsanwaltschaft in der Mitteilung weiter, "dass in diese Kraftfahrzeuge technische Vorrichtungen zur Manipulation von Abgaswerten eingebaut wurden, um die US-amerikanischen Abgasgrenzwerte einzuhalten, und die Käufer diesbezüglich nicht informiert wurden".

Der Absatz auf dem europäischen Markt sei nicht Gegenstand der Ermittlungen, da hier laut Kraftfahrt-Bundesamt keine unzulässige Beeinflussung von Abgaswerten festgestellt werden konnte.

"Laufendes Verfahren"

Audi selbst wollte sich zum Hintergrund der Durchsuchungen nicht äußern. "Bitte haben Sie Verständnis", so ein Firmensprecher, "dass wir uns zu den Inhalten der Ermittlung nicht äußern können, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt".

Audi-Chef Rupert Stadler stellte am Vormittag in Ingolstadt die Unternehmenszahlen für das vergangene Jahr vor und gibt einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr.

Bericht: Auch Renault betrügt beim Abgas

Beim französischen Autobauer Renault gibt es womöglich schon seit mehr als 25 Jahren Abgasmanipulationen. "Betrügerische Strategien" zur Senkung der Abgaswerte seien möglicherweise schon 1990 eingeführt worden, heißt es in einem am Mittwoch bekannt gewordenen Bericht der französischen Anti-Betrugs-Behörde DGCCRF. In die Affäre verstrickt sei die gesamte Führungsriege bis hoch zu Renault-Chef Carlos Ghosn. Der Autobauer wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die dem Wirtschaftsministerium untergeordnete Behörde verdächtigt Renault, eine Software entwickelt zu haben, um "die Ergebnisse von Abgastests zu fälschen". (afp)

15.03.2017, Quelle: dpa, ap, rtr
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