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Streit um Musikvideos GEMA fordert Schadenersatz von YouTube

BildSperrmeldung auf YouTube
Youtube und GEMA

Der Streit zwischen der Verwertungsgesellschaft GEMA und der Google-Tochter YouTube zieht sich schon seit Jahren hin. Nun stehen sich beide Kontrahenten erneut vor Gericht gegenüber.

(Quelle: dpa)

VideoDer Boom von Youtube
Youtube

Vor zehn Jahren wurde das erste Video auf die Videoplattform hochgeladen. Mittlerweile gilt Youtube als eines der mächtigsten sozialen Netzwerke der Welt und kann aus den Filmemachern Stars machen.

(04.08.2015)

VideoYoutube-Story
Kindervideo auf Youtube

Vom Belichtungsraum für Hobbyfilmemacher zum wirkmächtigen Medienkonzern: Was wird YouTube in Zukunft sein? Der erste Teil erzählt den Aufstieg von YouTube als popkulturelle Betrachtung.

(05.08.2015)

"Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar." Dieser Meldung auf YouTube dürfte den meisten Nutzern schon einmal begegnet sein. Dahinter steckt ein Rechtsstreit der Google-Tochter mit der Verwertungsgesellschaft GEMA. Nun geht der Streit in München in eine neue Runde. 

Der Streit zwischen der Verwertungsgesellschaft GEMA und der Google-Tochter YouTube ist zäh und zieht sich bereits seit Jahren hin. Nach einer ganzen Reihe von Gerichtsverfahren scheinen die Auseinandersetzungen festgefahren. Nun stellt die GEMA wieder Schadenersatzansprüche für vermeintlich unberechtigt verbreitete Musikvideos - diesmal vor dem Oberlandesgericht München.

Vor Gericht: GEMA gegen YouTube

Worum streiten GEMA und YouTube?

Videoportal Youtube auf einem Laptop

Im Kern dreht sich der schon seit Jahren währende Streit um zwei Fragen: Ist YouTube ein Musikdienst und steht damit in der generellen Verantwortung für die dort eingestellten Inhalte oder nur eine Plattform für die Verbreitung von Inhalten seiner Nutzer? Und zweitens: Was muss YouTube den Rechteinhabern oder Verwertungsgesellschaften an Lizenzen dafür zahlen, dass über die Plattform urheberrechtlich geschützte Musik abrufbar ist.

Was wird im Gerichtsverfahren verhandelt?

Richterhammer

Im aktuellen Gerichtsverfahren in München fordert die GEMA unter anderem auf Basis einer Liste von strittigen Werken auch Schadenersatz von der Google-Tochter wegen unrechtmäßiger Verbreitung im Netz.

Welche Positionen vertritt die GEMA?

Gema Logo

Die GEMA ist der Überzeugung, dass YouTube als Musikdienst auftritt, der mit Hilfe der Inhalte auch Werbeeinnahmen in großem Maßstab generiert. Die Künstler gingen dabei leer aus. Als Vertreterin der jeweiligen Rechteinhaber will sie die Verbreitung von Musikstücken untersagen, sofern mit ihr keine entsprechenden Lizenzvereinbarungen geschlossen wurden. Anderenfalls fordert sie Schadenersatz.

Wie steht YouTube zu den Vorwürfen?

YouTube-Chef Robert Kyncl strellt da neue Angebot "YouTube Red" vor

YouTube versteht sich dagegen in erster Linie als Plattform und technischer Dienstleister für die Inhalte, die die Nutzer selbst dort einstellen. Die Google-Tochter verweist zudem darauf, dass mit zahlreichen Rechteinhabern direkt Vereinbarungen geschlossen worden seien. Werbung werde nur geschaltet, sofern das mit diesen Rechteinhabern vereinbart sei. Die Erlöse flössen zu einem Großteil eben diesen Rechteinhabern zu. Bei vielen der von der GEMA beanstandeten Videos stünden der Verwertungsgesellschaft zudem aus verschiedenen Gründen gar keine Rechte zu.

Was ging dem Konflikt voraus?

GEMA, Youtube, Video nicht verfügbar

Eine Interimsvereinbarung war im März 2009 ausgelaufen. Seither können sich die Streitparteien nicht über die Konditionen für eine Verlängerung einigen. Während YouTube den Rechteinhabern beispielsweise eine Beteiligung an den erzielten Werbeeinnahmen bieten will, fordert die GEMA eine Vergütung pro angesehenes Video.

2010 wurde vom Landgericht Hamburg eine von der Verwertungsgesellschaft beantragte einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Eine Unterlassungsklage wies das gleiche Gericht 2012 zurück. Ein Schiedsverfahren, das die GEMA 2013 beantragte, wurde bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung der aktuellen Klage ausgesetzt.

2015 ging es vor dem Landgericht München und dem Oberlandesgericht Hamburg um die Löschung bestimmter Videos. YouTube müsse solche Inhalte sperren, sobald sie etwa auf Urheberrechtsverletzungen hingewiesen würden, entschieden die Richter. Zudem darf YouTube bei in Deutschland blockierten Videos mit einer Sperrtafel nicht mehr suggerieren, dass die GEMA die Wiedergabe unterbunden habe.

(Quelle: dpa)

28.01.2016, Quelle: dpa
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