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Entsperren eines iPhones Hilfe fürs FBI? Apple wehrt sich vor Gericht

BildBild apple
Apple-Chef Tim Cook (Archivfoto vom 30.04.2015)

Apple-Chef Tim Cook

(Quelle: ap)

VideoFBI: San-Bernardino-Täter radikalisiert
Die Täter der mutmaßlichen Terrorattacke von San Bernardino waren nach Angaben des FBI schon seit einiger Zeit radikalisiert. Der Ehemann soll mehrmals auf einem Schießsstand trainiert haben.

Die Täter der mutmaßlichen Terrorattacke von San Bernardino waren nach Angaben des FBI schon seit einiger Zeit radikalisiert. Der Ehemann soll mehrmals auf einem Schießstand trainiert haben.

(08.12.2015)

VideoSan Bernardino: Schießerei war Terrorakt
Das FBI geht bei der Schießerei von San Bernardino inzwischen von Terrorismus aus.  Die mutmaßliche Täterin habe dem IS die Treue geschworen, eine Verbindung sei aber zunächst nicht gefunden worden.

Das FBI geht bei der Schießerei von San Bernardino inzwischen von Terrorismus aus. Die mutmaßliche Täterin habe dem IS die Treue geschworen, eine Verbindung sei aber zunächst nicht gefunden worden.

(05.12.2015)

Muss Apple dem FBI helfen, das iPhone-Passwort eines Verdächtigen zu knacken? Der IT-Riese hat Einspruch gegen eine entsprechende richterliche Anordnung eingelegt. Das FBI versuche, sich "gefährliche Macht" zu verschaffen, sagte Firmenchef Tim Cook. Notfalls werde er vor das Verfassungsgericht ziehen. 

Das Unternehmen forderte von einem Gericht in Kalifornien die Einstellung eines Verfahrens. Dieses hatte Apple angewiesen, dem FBI beim Entsperren des iPhones zu helfen, das von dem Attentäter von San Bernardino genutzt worden war.

In dem Schreiben heißt es: "Kein Gericht hat jemals das erlaubt, was die Regierung nun versucht. Kein Gesetz rechtfertigt solch eine unbegrenzte und weitreichende Auslegung des gerichtlichen Verfahrens, und die Verfassung verbietet es."

Fall schürt Grundsatzdebatte

Das iPhone wurde von Syed Rizwan Farook genutzt, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen erschossen haben soll. Das Telefon gehört der lokalen Behörde, bei der Farook arbeitete, die kennt aber das Passwort nicht. Die US-Bundespolizei vermutet wichtige Daten zu der Tat auf dem Gerät, kommt aber wegen der Sicherung mit einem Code nicht an die Informationen.

Das FBI will vor allem, dass Apple per Software-Eingriff die Funktion aushebelt, die den Inhalt des Telefons löscht, wenn zehn Mal ein falsches Passwort eingegeben wird. Außerdem soll Apple die Passwort-Eingabe über eine Schnittstelle einrichten, damit die Ermittler mit Hilfe eines Computers elektronisch verschiedene Kombinationen durchprobieren können.

Der Fall schürt inzwischen eine Grundsatzdebatte über Rolle und Schutz moderner Kommunikationsmittel bei der Verbrechensbekämpfung. FBI-Direktor James Comey sagte, dieses Problem sei die "schwierigste Frage", mit der er in seiner Laufbahn konfrontiert worden sei. Die zentrale Frage sei: "Wer wollen wir sein und wie wollen wir uns selbst regieren?", erklärte er in Washington.

Cook: FBI verschafft sich "gefährliche Macht"

Apple argumentiert in seinem Einspruch gegen die Anordnung, das FBI versuche, sich über die Gerichte "gefährliche Macht" zu verschaffen. "Die Regierung sagt: 'Nur dieses eine Mal' und 'Nur dieses Telefon'. Aber die Regierung weiß, dass diese Angaben nicht richtig sind", schreiben die Anwälte des Unternehmens.

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Cook hatte zuvor in einem Interview gesagt, den Behörden umfassenden Zugriff auf private Daten zu ermöglichen, wäre "schlecht für Amerika". Er sieht die Verschlüsselung und damit die Daten aller iPhone-Besitzer potenziell dem Zugriff staatlicher Behörden ausgesetzt, falls Apple dem FBI zeigt, wie das Handy geschützt wird.

Wenn Apple einlenke, könne das FBI "auf Bürgerrechten herumtrampeln", sagte Cook dem Fernsehsender ABC News. Auf die Frage, ob das Unternehmen durch eine Entschlüsselung von Farooks iPhone womöglich einen weiteren Anschlag verhindern könne, antwortete der Apple-Chef: "Manche Dinge sind hart und manche Dinge sind richtig. Und manche Dinge sind beides. Das ist eines dieser Dinge."

Es geht "um Privatsphäre von allen"

Apple habe "keine Sympathie für Terroristen", erklärte Cook. "Es geht nicht um deren Privatsphäre, sondern um die Privatsphäre von allen anderen." Er bekräftigte, dass Apple grundsätzlich nicht bereit ist, eine Software zum Entsperren von iPhones zu entwickeln. Eine solche Software wäre "wie Krebs".

Cook machte deutlich, dass er bereit ist, bis vor das Oberste Gericht der USA zu ziehen. Er schlug ein Treffen mit Präsident Barack Obama vor. Das Weiße Haus reagierte allerdings zunächst nicht darauf.

Der Fall hat in den USA zu einer neuen Debatte über Verschlüsselung und Sicherheit geführt. Unterstützt wird Apple von Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Firmen wie Google, Yahoo, Mozilla und Twitter. 

25.02.2016, Quelle: ap, afp, reuters
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