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Super Tuesday in den USA US-Vorwahlen: Bernie Sanders siegt in vier Staaten

BildSanders am Super Tuesday
Super Tuesday: Bernie Sanders

(01.04.1962 Quelle: reuters)

VideoSuper Tuesday in den USA
Hillary Clinton beim Super Tuesday in den USA.

Super Tuesday: Mit Abstimmungen in zwölf Bundesstaaten tritt der Vorwahlkampf zur Präsidentschaft in die heiße Phase.

(01.03.2016)

VideoPorträt: Hillary Clinton
Hillary Clinton

First Lady, Senatorin, Außenministerin: Hillary Clinton ist seit Jahrzehnten in der US-Politik. Sie will die erste US-Präsidentin werden. Über Stärken, Schwächen und Chancen der Demokratin.

(29.02.2016)

VideoPorträt: Donald Trump
Donald Trump

Donald Trump verspricht, Amerika wieder groß zu machen - und punktet damit im Präsidentschaftswahlkampf bei der frustierten Mittelschicht. Über Stärken, Schwächen und Chancen des Republikaners.

(29.02.2016)

Entscheidende Etappe im Rennen um das Weiße Haus. Hillary Clinton und Donald Trump gehen als Sieger aus dem Super Tuesday. Bernie Sanders konnte die Mehrheit der Stimmen in seinem Heimatstaat Vermont sowie in Oklahoma, Minnesota und Colorado für sich gewinnen und will weiter Spitzenkandidat der Demokraten werden. 

Deutliche Favoritensiege und Hoffnung für die Verlierer: Hillary Clinton und Donald Trump sind am Super Tuesday der US-Vorwahlen einer Präsidentschaftskandidatur für ihre Partei ein deutliches Stück näher gekommen. Aber auch die Verfolger ließen hin und wieder aufhorchen. Die von vielen vorhergesagte Vorentscheidung im Kandidatenrennen ist zumindest erst einmal verschoben. Am 8. und 15. März stehen erneut wichtige Vorwahltermine bevor.

Clinton und Trump jeweils in sieben Staaten vorn

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Die frühere US-Außenministerin Clinton gewann mit Texas, Tennessee, Virginia, Georgia, Alabama, Massachusetts und Arkansas mindestens sieben der elf Staaten. Sie musste aber mit Colorado, Vermont, Oklahoma und Minnesota auch vier Staaten ihrem Herausforderer Bernie Sanders überlassen, der "eine politische Revolution" ausrief. Allerdings strich Clinton ihre Siege in durchschnittlich größeren Staaten ein und holte sich eine deutliche höhere Zahl von Delegierten. Bei beiden Parteien werden die Delegierten proportional zum Stimmergebnis vergeben. Nicht ausschließlich die Sieger erhalten Delegierte.

Der umstrittene Immobilien-Milliardär Trump siegte bei den Republikanern in mindestens sieben Staaten: Georgia, Vermont, Alabama, Massachusetts, Virginia, Tennessee und Arkansas. Er verlor aber den wichtigen Staat Texas an dessen erzkonservativen Senator Ted Cruz. In Texas ging es bei den Demokraten um 252 und bei den Republikanern um 155 Delegierte. Auch Oklahoma ging an Cruz. Minnesota gewann Marco Rubio.

Super Tuesday

Ergebnisse der Republikaner

Karte: Super Tuesday der Republikaner

Donald Trump gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Vermont und Virginia. Ted Cruz siegt in Oklahoma, Texas und Alaska. Marco Rubio hat in Minnesota die Nase vorn.

Ergebnisse der Demokraten

Karte: Super Tuesday der Demokraten

Hillary Clinton gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Texas und Virginia, Bernie Sanders in Colorado, Minnesota, Oklahoma und Vermont.

Zahl der Delegierten

Am Super Tuesday ging es bei den Republikanern um mehr als 600 Delegierte und bei den Demokraten um rund 1.000. Auf dem Spiel standen bei beiden Parteien gut ein Fünftel der Delegiertenstimmen. Für den Gesamtsieg braucht ein Bewerber bei den Republikanern 1.237 Delegierte. Bei den Demokraten muss der Sieger mindestens 2.382 Delegierte auf sich vereinen.

Wie es jetzt weitergeht

Grafik

Die Vorwahlen ziehen sich noch bis Juni. Ein wichtiges Datum ist der 15. März, wenn sich die Präsidentschaftsbewerber beider Parteien in fünf Staaten dem Votum der Wähler stellen, darunter Florida und Ohio. Bei den Republikanern werden die Delegierten ab Mitte März nicht mehr proportional zum Wahlergebnis vergeben, sondern gehen komplett an den Sieger in dem Bundesstaat.

(Quelle: afp, dpa)

Republikaner mit fünf Kandidaten

In Vermont lag Trump mit John Kasich Kopf-an-Kopf, in Alaska gab es am Morgen noch kein Ergebnis. In vielen Staaten kamen Cruz und Rubio gemeinsam auf deutlich mehr Stimmen als Trump. Cruz rief daher dazu auf, das Feld der republikanischen Bewerber, dem auch der frühere Neurochirurg Ben Carson angehört, zu verkleinern.

"Unsere Kampagne ist die einzige, die Donald Trump geschlagen hat und schlagen kann", sagte Cruz. Solange das Feld der Republikaner mit noch immer fünf Kandidaten so groß bleibe, mache das eine Kandidatur Trumps wahrscheinlicher.

Am Super Tuesday wurden rund 20 Prozent aller Delegierten vergeben; 600 bei den Republikanern und rund 1.000 bei den Demokraten. Um nominiert zu werden, muss ein republikanischer Bewerber auf mindestens 1.237 Delegierte kommen, ein demokratischer auf 2383.

Sanders will weiter um Kandidatur kämpfen

Bei den Demokraten lieferte Clintons Kontrahent Bernie Sanders der früheren First Lady und Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton in einigen Staaten einen harten Kampf. Sanders gewann nicht nur seinen Heimatstaat Vermont, er siegte auch in Oklahoma, Minnesota und Colorado. Massachusetts gewann Clinton knapp. Im Februar hatte Sanders bereits New Hampshire für sich entschieden.

"Im ganzen Land haben Demokraten heute dafür gestimmt, Mauern einzureißen, so dass wir zusammen großartig sein können", sagte Hillary Clinton bei einem Auftritt in Florida. "Amerika ist stark, wenn wir alle zusammen stark sind. Amerika hat nie aufgehört, großartig zu sein."

Trump: "Werde die Wahrheit sagen"

Trump gab sich bei einer Pressekonferenz in Florida für seine Verhältnisse vergleichsweise sachlich. Er wolle die Partei der Republikaner einen und auf Dialog setzen. "Ich bin einer der die Wahrheit sagt, und ich werde die Wahrheit sagen", beteuerte der Immobilienmogul aus New York.

Die Parteiführung der Republikaner stemmt sich vehement gegen eine Kandidatur des exzentrischen Seiteneinsteigers. Marco Rubio, Hoffnungsträger des Establishments, konnte jedoch erneut beim Wähler nicht überzeugen. Lediglich in Minnesota gelang ihm ein Sieg. In Virginia unterlag der Senator aus Florida Trump knapp. In vielen anderen Staaten wurde er aber teilweise sogar von Cruz oder Kasich auf Rang drei verwiesen und könnte bei der Vergabe der Delegierten dort leer ausgehen.

Cruz siegt nicht nur in Texas

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Rubio erklärte vor Anhängern, in zwei Wochen in seinem Heimatstaat Florida werde er richtig angreifen. Er bezeichnete Trump als Trickbetrüger. "Die Partei von Lincoln und Reagan und die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten werden niemals von einem Hochstapler übernommen werden", rief Rubio.

Anders als Rubio konnte der Texaner Cruz positive Stimmung in Wahlergebnisse ummünzen. Der erzkonservative Senator fuhr in seinem Heimatstaat Texas einen klaren Sieg ein und konnte auch in Oklahoma Trump auf Distanz halten. Cruz hat damit nach seinem Sieg in Iowa zum Auftakt des Vorwahlreigens bereits drei Siege auf dem Konto.

US-Wahl 2016: Kandidaten

Hillary Clinton (Demokraten)

Hillary Clinton

2008 unterlag sie Barack Obama in den innerparteilichen Vorwahlen. Der machte sie später zur Außenministerin. Diesmal gilt die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton als große Favoritin bei den Demokraten - auch wenn ihr Kontrahent Bernie Sanders ihr mehr zu schaffen macht, als ihr lieb sein kann. Clinton hat als einzige Bewerberin überhaupt ein politisches Profil im Ausland. Sie steht für eine Fortsetzung der Außenpolitik Obamas, einen härteren Kurs gegen die Waffenlobby und soziale Erleichterungen für Familien.

Bernie Sanders (Demokraten)

Bernie Sanders

Der 74-Jährige ist der erfahrenste Parlamentarier im Rennen um das Präsidentenamt, 1990 wurde er erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt. Seit 2006 ist er Senator für den Staat Vermont. Sanders bezeichnet sich selbst als "demokratischer Sozialist" und wurde lange als krasser Außenseiter erachtet. Doch wenn er vor Tausenden Studenten spricht, bebt die Arena, Sanders verbreitet ungewöhnlich viel Energie. Er steht für eine liberalere Drogenpolitik, vor allem eine deutlich striktere Regulierung von Banken und Finanzmärkten.

Donald Trump (Republikaner)

Donald Trump

Er wirft mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, ist aber als Parteispender in Erscheinung getreten. Er unterstützte sowohl Republikaner als auch Demokraten. Im Jahr 2000 hatte er sich für die inzwischen unbedeutende Reform-Party schon einmal zur Wahl gestellt. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen. Er holzt vor allem gegen Migranten aus Mexiko und will eine Mauer zwischen beiden Ländern bauen.

02.03.2016, Quelle: dpa
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