31.07.2016
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merkzettel

Hilferufe aus Homs "Sie schlagen sich die Bäuche voll - wir fressen Gras"

BildHoms
Zerstörte Häuser in Homs am 26.1.2016

(Quelle: reuters)

VideoHoms - Eine zerstörte Stadt
Bilder aus Homs, 2016

6,5 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht. Allerdings gibt es immer weniger Gegenden, in die sie noch fliehen können. Ein Kamerateam hat per Drohne erschreckende Bilder aus Homs gedreht, die stellvertretend sind für die Zerstörung in vielen syrischer Städten.

(04.02.2016)

VideoWer flüchtet, verliert
Aktivist Adnan Adahhik Profil

Zwölf Millionen Menschen fliehen vor dem Syrienkrieg. Er nicht: Der Aktivist Adnan Adahhik empfindet Flucht als Aufgeben. Wer flieht räume dem Assad-Regime und Russland das Feld.

(04.02.2016)

VideoDie militärische Weltlage 2016
Militärparaden in China

Die globale Vormacht der USA schwindet, analysiert das renommierte Institut für internationale strategische Studien in London. Auch Europa müsse aufrüsten, um das transatlantische Bündnis zu erhalten.

(09.02.2016)

von Marcel Burkhardt

Der Bürgerkrieg in Syrien ist ein großes Thema auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Da reden vor allem Politiker. Wie aber bewerten Zivilisten in den umkämpften Gebieten die diplomatischen Bemühungen? heute.de hat in Homs nachgefragt. 

"Was haben die Konferenzen in Genf und Wien gebracht? Was geschieht jetzt in München? Sie reden lang und breit über Syrien – und wir sterben hier einer nach dem anderen, so sieht es aus.“ Der Mann, der diese Worte sagt, hat vor wenigen Tagen erst seine dreimonatige Tochter zu Grabe getragen. Sie starb an einer Lungenentzündung, die nicht behandelt werden konnte in Rastan, einer vom syrischen Militär belagerten Vorstadt von Homs.

Aktuelle Schätzung: Fast eine halbe Million Kriegstote in Syrien

Khaled H., Lehrer von Beruf, dokumentiert das Schicksal der Einwohner seiner Heimatstadt seit Jahren. Er ist zum Chronisten des Leidens geworden. Die Zahl der Opfer, die er berichtet, wächst täglich. Denn wie überall in den syrischen Kriegsgebieten leiden auch die Menschen in Rastan nicht nur unter Bombenangriffen, sondern auch an einem gravierendem Lebensmittel-, Medikamenten- und Heizmaterialmangel.

Syrische Schicksale

Seit Ausbruch der Kämpfe in Syrien berichtet heute.de regelmäßig über das Schicksal syrischer Zivilisten, etwa in der Serie "Hilferufe aus Homs". Die Recherche stützt sich vor allem auf kontinuierlich fortgeführte Interviews mit Augenzeugen, Informationen unabhängiger internationaler Hilfsorganisationen und der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Fast eine halbe Million Menschen seien in den vergangenen Kriegsjahren in Syrien zu Tode gekommen, berichtet aktuell das unabhängige "Syrian Centre for Policy Research". Das sind annährend doppelt so hohe Opferzahlen wie von den Vereinten Nationen vor anderthalb Jahren geschätzt. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie "Human Rights Watch" (HRW) beklagen seit langem massenhaft Kriegsverbrechen an Zivilisten – ob in Aleppo, Vororten von Damaskus, in Homs oder vielen anderen Orten in Syrien.

"Genf ist ein trauriges Schauspiel – München genauso"

Zuletzt dokumentierte HRW den Einsatz international geächteter Streumunition seitens des russischen Militärs, das die syrische Armee bei Vormarsch auf die Rebellengebiete aus der Luft unterstützt. Streubomben sind auch lange nach den Angriffen noch gefährlich, weil Teile der darin enthaltenen Munition nicht sofort explodieren, aber etwa durch Berühren jederzeit detonieren können.

"Die Welt kann nicht sagen, sie wisse nicht, was hier geschieht, wie wir krepieren", sagt Khaled. Von der Diplomatie erwartet er derzeit nichts mehr. "Wir haben noch mit Hoffnung auf die ersten Verhandlungen in Genf geblickt. Aber das, was jetzt dort passiert, ist ein trauriges Schauspiel, bei dem nichts herauskommt. In München ist es genauso."

Keine Hoffnung auf Kunst der Diplomatie: "Nur leere Worthülsen"

In der bayerischen Landeshauptstadt, wo an diesem Wochenende die 52. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) stattfindet, steht der Krieg in Syrien ganz oben auf der Agenda. Deutschland, die USA, Russland, Saudi-Arabien und Iran haben ihre Außenminister zur MSC entsendet. Eine weitere Gelegenheit, um eine Konfliktlösung voranzutreiben, sagen Diplomaten.

"Ein Scheißdreck wird passieren, sie werden leere Worthülsen präsentieren und sich beim Dinner die Bäuche vollschlagen, während wir hier Gras fressen", so drastisch formuliert es Abo H. im Gespräch mit heute.de. Wie Tausende andere Menschen ist der Mittvierziger seit Monaten in seinem Wohnviertel in Homs von der Außenwelt nahezu abgeschnitten. "Wir haben nur noch stundenweise Strom und Wasser, aber kaum noch Nahrung", berichtet er.

"Assad macht mit Putins Hilfe, was er will"

Nach den internationalen Berichten über das Aushungern der Menschen in Madaya und versprochenen Hilfstransporten in belagerte Orte hätten sie noch einmal zu hoffen gewagt, sagt Abo H.. Aber es seien keine Hilfen bei ihnen angekommen. "Assad macht mit Putins Hilfe, was er will. Und westliche Politiker beklagen das wortreich. Und das war’s dann. Ihnen glaubt keiner mehr hier. Wir sind ihnen egal. Wir alle sind Todgeweihte."

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Der Mann aus Homs erlebt nach eigenen Aussagen, wie der Belagerungsring seit Monaten immer enger gezogen werde. "Sie lassen nichts herein, gar nichts. Alle hier hungern." Andere Zivilisten, die in den vergangenen Jahren regelmäßig mit heute.de über ihr Leben und Leiden in Homs gesprochen haben, sind verschollen. Von vielen gibt es keinerlei Lebenszeichen mehr.

Syrer in umkämpften Gebieten fordern "Flugverbotszone"

Adnan A., Lehrer und Medienaktivist aus einem Vorort von Homs, zeigt im Skype-Videogespräch mit heute.de nicht explodierte Sprengkörper – seiner Aussage zufolge Spuren von Bombardements der vergangenen Tage. Er sagt: "Wir sind Tag und Nacht unter Beschuss – es sind Luftangriffe vom Regime und von Russland. Die Russen werfen Streubomben auf uns." Zahlreiche Videos und Fotos dokumentieren heftige Explosionen in der Gegend. Russland dagegen bestreitet den Einsatz von Streubomben in Syrien.

"Putin bombt uns in die Steinzeit zurück – und der Westen findet nur mahnende Worte", sagt Adnan und formuliert, was den Menschen in Syrien helfen würde: "eine Flugverbotszone". Das wäre zumindest ein Anfang, sagt der 27-Jährige. "Wird darüber in München ernsthaft gesprochen?", fragt er und appelliert nach einer Pause eindringlich: "Beendet endlich das Blutvergießen in Syrien – und verliert nicht noch mehr Zeit."

Die Akteure im Syrien-Konflikt

Assad-Regime

Baschar al-Assad

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter große Städte wie Damaskus oder Homs sowie den Küstenstreifen. Unterstützt von russischen Luftangriffen und Hilfe aus Iran machte die syrische Armee in den vergangenen Wochen deutlich Boden gut und kreiste unter anderem von den Rebellen kontrollierte Teile Aleppos im Norden ein. Ziel Assads ist es, die Rebellen-Gebiete der Stadt von der Außenwelt abzuschneiden. Sollte das gelingen, würde dieser Schlag Assads Verhandlungsposition deutlich stärken. Der Machthaber lehnt einen Rücktritt ab.

Islamischer Staat

IS-Kämpfer in Syrien  Aufnahmevom 07.04.2015

Die Terrormiliz IS ist die stärkste Kraft in Syrien neben dem Regime. Sie beherrscht im Norden und Osten riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in den vergangenen Monaten deutliche Niederlagen einstecken. Das US-Verteidigungsministerium schätzt die Zahl der Dschihadisten in Syrien und im Irak auf 19.000 bis 25.000 - früheren Schätzungen zufolge waren es mal 20.000 bis 33.000. Für den Rückgang seien demnach Verluste auf dem Schlachtfeld, Fahnenflucht und Disziplinarstrafen des IS gegen eigene Kämpfer verantwortlich, sagt ein Pentagon-Vertreter. Außerdem zeigten die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft Wirkung, den Fluss ausländischer Kämpfer nach Syrien und in den Irak einzudämmen.

Der IS kämpft sowohl gegen das syrische Regime als auch gegen andere Rebellengruppen. Die Dschihadisten zeichnen sich vor allem durch ihren extremen Hass gegen Andersgläubige aus. Sie streben einen Gottesstaat mit radikaler Auslegung an, der Scharia.

Al-Nusra-Front

Kämpfer der Al-Kaida-nahen Al-Nusra-Front

Erstmals tauchte Al-Nusra im Januar 2012 auf - zehn Monate nach dem Beginn der Proteste gegen den syrischen Staatschef Baschar al-Assad, aus denen sich der Bürgerkrieg entwickelte. Die Gruppe ist ein Ableger des Al-Kaida-Arms Islamischer Staat im Irak. In der nordirakischen Provinz Ninive war al-Dschulani ihr Anführer.

Im Jahr 2013 lehnte es Al-Nusra ab, sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen und band sich an Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri. Dieser erklärt die Gruppe zum einzigen Al-Kaida-Ableger in Syrien, wonach der IS sie aus der ölreichen östlichen Provinz Deir Essor vertrieb.

Laut dem Syrien-Experten Thomas Pierret von der Universität Edinburgh gehören Al-Nusra 7.000 bis 8.000 Kämpfer an. Auf mittlerer Kommandoebene sind nach seinen Erkenntnissen einige Ausländer aktiv, bei den Fußtruppen jedoch kaum. Andere Experten beziffern die Zahl der Kämpfer auf bis zu 10.000, etwa 80 Prozent von ihnen Syrer. Hochburgen der Gruppe sind die nordwestsyrische Provinz Idlib und der Süden der nördlichen Provinz Aleppo. Es gibt aber kein Gebiet, das ausschließlich von Al-Nusra kontrolliert wird - überall kämpft die Gruppe mit Verbündeten.

Weil sie mit vielen Rebellengruppen in ganz Syrien verbündet ist, gilt die Al-Kaida-nahe Al-Nusra-Front als zentrale Bedrohung für die seit dem späten Freitagabend geltende Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland. Denn die Waffenruhe gilt nicht für die Al-Nusra-Front. 

Rebellen

Syrische Rebellen schauen am 10.03.2015 in den Himmel

Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten. Zu diesen gehören die Gruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam.

Ahrar al-Scham gehört zu den stärksten Milizen im Nordwesten Syriens. Kritiker werfen der von Al-Kaida-Veteranen gegründeten Gruppe eine große Nähe zu dem Terrornetzwerk vor. Auch Ahrar al-Scham will einen "islamischen Staat", in dem die Scharia, das Recht Gottes, gilt. Viele Rebellen halten die Gruppe jedoch für moderater als IS und Nusra-Front. Ahrar al-Scham gehört zum Hohen Verhandlungskomitee (HNC), das die Opposition bei den Friedensgesprächen in Genf vertritt.

Wie Ahrar al-Scham wird auch Dschaisch al-Islam Experten zufolge von der Türkei und Saudi-Arabien unterstützt. Die Miliz ist vor allem in dem hart umkämpften Gebiet östlich von Damaskus stark. Auch sie gehört zum HNC. Ihr Vertreter Mohammed Allusch trägt sogar den Titel "erster Verhandler".

Teilweise kooperieren die Rebellen mit der Al-Nusra-Front, einem kampfstarken Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Sie gehört in Syrien zu den stärksten Milizen. Stark ist die Gruppe vor allem in der Provinz Idlib. Sie ist ideologisch eng mit dem IS verwandt ist, beide Gruppen sind allerdings miteinander verfeindet.

Hisbollah

Hisbollah-Kämpfer und syrische Armeesoldaten stehen auf einem Lastwagen mit Hilfsgütern

Die libanesische Schiitenmiliz kämpft im syrischen Bürgerkrieg seit langem an der Seite des Regimes. Sie wird von Iran finanziert, der Präsident Assad an der Macht halten will, um die Achse Libanon-Syrien-Irak-Iran zu sichern. Die USA haben die "Partei Gottes" auf ihre Terrorliste gesetzt, die EU betrachtet ihren militärischen Arm als Terrororganisation.

Opposition

syrische Opposition

Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul. In Damaskus sitzen zudem Oppositionsparteien, die vom Regime geduldet werden. Bei einer Konferenz in Riad einigten sich verschiedenen Gruppen auf die Bildung eines Hohen Komitees für Verhandlungen (HNC), dem aber einige prominente Vertreter der Opposition nicht angehören.

Die Kurden

Kobane: Kurdischer Kämpfer - Aufnahme vom 08.05.2015

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Die Kurdenmiliz ist im Kampf gegen die IS-Terrormiliz bislang sehr effektiv, ist daher wichtiger Partner des Westens und erhält dafür Hilfe aus den USA. Die Kurden kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime. Führende Kraft ist die Kurdenpartei PYD, ein Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK in der Türkei.

Das NATO-Mitglied Türkei indes bekämpft den bewaffneten Arm der PYD, die YPG, und scheint zunehmend beunruhigt wegen der jüngsten Geländegewinne der Gruppe im benachbarten Bürgerkriegsland. Mit dem Erstarken der Kurden in Syrien und dem Nordirak sieht Ankara auch die Bestrebungen zur Gründung eines Kurdenstaates wachsen.

Die USA und der Westen

Fregatte Augsburg der Bundesmarine

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien, ein Flugzeug zur Luftbetankung sowie die Fregatte "Augsburg", die im Persischen Golf einen Flugzeugträger schützt. Washington unterstützt moderate Regimegegner.

Russland

Archiv - Ein russischer SU-34 Kampfjet beim Abwurf ein Bombe am 09.12.2015

Seit September fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind. Moskau ist einer der wichtigsten Unterstützer des syrischen Regimes.

Iran

Hassan Rohani

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte libanesische Schiitenmiliz Hisbollah ist in Syrien an Assads Seite im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Erdogan und König Salman

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern Assads Sturz. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

13.02.2016
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