27.06.2016
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merkzettel

Syrien Madaja: Hilfskonvois bringen Nahrung für 40 Tage

VideoHilfe erreicht Madaja
LKW mit Nahrungsmitteln und Hilfsgütern

(11.01.2016)

VideoSyrien: Hunger als Waffe
Kinder im syrischen Ort Madaja drohen zu verhungern.

Die Situation für die Menschen in Syrien wird immer dramatischer. Seit Monaten schließen Syriens Regime und Verbündete den Ort Madaja ein, tausenden Menschen droht der Hungertod.

(07.01.2016)

VideoHungersnot in belagerter Stadt
Tausende vom Hungertod bedrohte Menschen im belagerten syrischen Madaja müssen weiter auf Hilfe warten. Aus logistischen Gründen könnten die Lieferungen erst in Kürze beginnen, so das Rote Kreuz.

In der belagerten syrischen Stadt Madaja sollen rund 1000 Menschen vom Hungertod bedroht sein. Nun hat die syrische Regierung die dringend benötigten Hilfslieferungen der Vereinten Nationen genehmigt.

(10.01.2016)

VideoCSU fordert Flüchtlingsobergrenze
Polizist und Flüchtling

Nach Deutschland sind im Dezember täglich bis zu 4000 Flüchtlinge gekommen, die meisten über Bayern. Ministerpräsident Seehofer fordert wieder eine Obergrenze. Konkret: 200.000 Menschen jährlich.

(04.01.2016)

Im syrischen Bürgerkrieg ist auch Hunger eine Waffe. Bis auf die Knochen sind Tausende in Madaja abgemagert, Dutzende Menschen schon verhungert. Aus politischen Gründen wurden lange keine Lebensmittel in die Stadt gelassen. Jetzt sind die ersten Hilfskonvois angekommen. 

Der Konvoi mit etwa 40 Lastwagen voll Nahrung und Medikamenten erreichte nach Angaben eines Sprechers des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Nachmittag die Zufahrt zu der Stadt im Westen Syriens, musste zunächst aber noch mehrere Kontrollpunkte passieren. Madaja ist seit einem halben Jahr von Regierungstruppen eingeschlossen. Das gezielte Aushungern von Zivilisten gilt völkerrechtlich als Kriegsverbrechen.

Nahrung reicht für 40.000 Menschen und 40 Tage

Das Hilfspaket reicht nach Angaben des Syrischen Roten Halbmonds, um die bis zu 40.000 Menschen in der Stadt 40 Tage lang zu versorgen. Insgesamt starben in Madaja seit Dezember nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mindestens 28 Menschen wegen Mangelernährung - darunter sechs Kinder im Alter unter fünf Jahren. Erst am Sonntag bestätigte die Hilforganisation fünf Todesfälle. Neben den Zivilisten sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte etwa 125 lokale Kämpfer der Rebellen in der Stadt. Spannungen zwischen ihnen und der Bevölkerung gebe es nicht.

Zeitgleich zu der Hilfe für Madaja sollte eine Lieferung in den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kefraja im Nordwesten Syriens eintreffen. Diese Dörfer werden von Regierungstruppen gehalten, auch dort war nach Angaben von Menschenrechtlern ein Mensch infolge der Blockade gestorben. Die Hilfslieferungen in Madaja und den beiden Dörfern gehen auf eine von den Vereinten Nationen vermittelte Abmachung zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und Rebellen zurück.

Letzte Lieferung im Oktober

Hilfsorganisationen konnten nach eigenen Angaben zuletzt im Oktober Lieferungen nach Madaja bringen. Aktivisten berichteten, die Menschen ernährten sich von Blättern, Hunden und Katzen. Bilder von bis auf die Knochen abgemagerten Menschen hatten international Entsetzen ausgelöst.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte schätzt, dass sich bis zu 40.000 Menschen in Madaja aufhalten. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen spricht von mehr als 20.000 Menschen. Eigentlich hat der Ort nur einige Tausend Einwohner, doch infolge von heftigen Kämpfen um die nahe Stadt Sabadani flohen vielen Menschen nach Madaja.

Frankreich: Attacken gegen Zivilisten sollen eingestellt werden

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Frankreich forderte eine rasche Öffnung der Stadt. Zudem sei es eine "absolute Notwendigkeit, dass Syrien und Russland ihre militärischen Operationen gegen die Zivilbevölkerung beenden", sagte Außenminister Laurent Fabius in Paris. Vor den geplanten Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts appellierte Fabius an die syrische Regierung, die "wahllosen Attacken" gegen Zivilisten einzustellen und die Belagerung aufzugeben.

Ärzte ohne Grenzen hatte am Sonntag regelmäßige Hilfseinsätze für Madaja und die anderen eingeschlossenen Orte verlangt. "Eine einzelne Lieferung wird das Problem nicht lösen", sagte der stellvertretender medizinische Direktor Tammam Aludat.

Auch Mitarbeiter der Kinderhilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit brachen am Montag nach Madaja auf. Die Organisation World Vision International berichtete unter Berufung auf die Vereinten Nationen, insgesamt benötigten rund 400.000 Menschen in Syrien dringend Lebensmittel, Trinkwasser und Medizin.

Syrien

Madaja

Karte von Syrien mit der Stadt Madaja

11.01.2016, Quelle: dpa, ap
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