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Syrien Waffenruhe bröckelt - Gespräche verschoben

Video"Waffenruhe ist instabil"
Winand Wernicke

"Die Waffenruhe in Syrien ist zwar stabiler als erwartet, aber es gibt dennoch immer wieder Zwischenfälle", sagt ZDF-Korrespondent Winand Wernicke am Stützpunkt Latakia in Syrien.

(02.03.2016)

VideoSyrien: Verstöße gegen Waffenruhe
Journalisten in der nordsyrischen Küstenprovinz Latakia während der Waffenruhe

Die Waffenruhe in Syrien hält weitgehend. Die Feuerpause lässt die Menschen aufatmen. Doch immer wieder zeigen Scharmützel in der nordsyrischen Küstenprovinz Latakia: Der Krieg ist noch nicht vorbei.

(01.03.2016)

VideoSyrien: Einführung der Feuerpause
Ruinen in Syrien.

In Syrien wird die seit Samstag geltende Feuerpause weitgehend eingehalten. Die Menschen in den sonst umkämpften Städten können aufatmen. Auch wenn in den Ruinen von Homs nicht mehr viel übrig sind.

(29.02.2016)

Der UN-Syrienvermittler Staffan de Mistura hat die geplanten Genfer Friedensgespräche für Syrien vom 7. auf den 9. März verschoben. Er begründete dies mit logistischen und praktischen Gründen. Allerdings gibt es bei den Kriegsparteien Streit darüber, wie weit die geltende Waffenruhe eingehalten wird. 

"Die vereinbarten Gespräche hängen von der Lage vor Ort ab", sagte Samir al-Naschar vom Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition. "Wir sind Zeugen zunehmender Verletzungen der Waffenruhe durch die Russen und das syrische Regime. Wenn das so weitergeht, dann wird die Feuerpause zusammenbrechen." Das gefährde "alle künftigen Friedensgespräche", sagte er. Die letzten Friedensgespräche waren Anfang Februar nach nur wenigen Tagen in Genf abgebrochen und vertagt worden. Seit 2012 waren zwei ähnliche Verhandlungsrunden gescheitert.

Wie fragil die Lage ist wurde auch heute wieder klar. Trotz der Waffenruhe wurde im Nordwesten Syriens eine internationale Journalistengruppe beschossen, darunter auch ein Kamerateam des ZDF. Die Journalisten waren unter russischem Geleitschutz unterwegs, als mehrere Artilleriegeschosse in der Nähe der Reporter einschlugen (siehe Video). Laut dem russischen Militärsprecher Igor Konaschenkow sollen die Geschosse von türkischem Territorium aus abgefeuert worden sein.

Al-Nusra-Front und IS von Verhandlungen ausgeschlossen

Weitere Links zum Thema
An den Syrien-Verhandlungen im März sollen die von der Staatengemeinschaft anerkannten Kriegsparteien teilnehmen, also nicht die beiden größten Islamistentruppen der Al-Nusra-Front und des Islamischen Staates (IS). Sie dürfen weiter angegriffen werden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein US-Kollege John Kerry bezeichneten die Waffenruhe bei einem Treffen in Washington als Zeichen der Hoffnung für das Kriegsland. Kerry erklärte, Verstöße würden untersucht. "Es ist nicht überraschend, dass jemand Kampfflugzeuge in der Luft sieht oder sogar beobachtet, dass Kampfflugzeuge Bomben abwerfen. Die Frage ist, wo sie sie abgeworfen haben und wer dort am Boden ist."

Der syrische Präsident Baschar al-Assad nannte es mit Blick auf Deutschland "gut, wenn Flüchtlinge aufgenommen werden, die ihr Land in Not verlassen" hätten. Er fragte aber, ob es nicht klüger und billiger sei, Syrern zu helfen, weiter in ihrem eigenen Land zu leben. Dafür müsste sich der Westen entschließen, gegen den Terror zu kämpfen und nicht gegen sein Land, sagte Assad. Syrien erhalte militärische Hilfe aus Russland, dem Iran und dem Libanon gegen das Übergreifen des islamistischen Terrors. Letztendlich "sind sie nicht zu unserer Verteidigung gekommen, sondern zu ihrer eigenen Verteidigung", sagte Assad.

01.03.2016, Quelle: dpa
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