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Ehemals weniger als ein Cent pro Liter Tank-Paradies Venezuela hebt Benzinpreise an

BildTankstelle in Caracas
Mann an einer Tankstelle in Caracas

(Quelle: reuters)

VideoNotstand in Venezuela
Venezuelas Präsident Maduro hat angesichts des abgestürzten Ölpreises und der hohen Inflation den wirtschaftlichen Notstand erklärt. Das Dekret sieht begrenzten Maßnahmen in den nächsten 60 Tagen vor.

Venezuelas Präsident Maduro hat angesichts des abgestürzten Ölpreises und der hohen Inflation den wirtschaftlichen Notstand erklärt. Das Dekret sieht begrenzten Maßnahmen in den nächsten 60 Tagen vor.

(16.01.2016)

VideoÖlpreis fällt - die Folgen
ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann

Der Ölpreis fällt und fällt. Die Erdöl exportierenden Länder spüren es bereits ganz konkret in ihren Kassen. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann zu den Folgen für Deutschland.

(11.02.2016)

VideoÖlpreis auf Talfahrt
Heizöl-Tanklaster

Der Ölpreis sinkt, Benzin und Heizöl sind so günstig wie seit Jahren nicht. Das freut die Verbraucher, laut Wirtschaftsexperten hat der Preisverfall jedoch auch hierzulande Schattenseiten.

(21.01.2016)

0,01 Dollar - so viel hat ein Liter Benzin bislang in Venezuela gekostet. 20 Jahre lang wurden die Preise nicht erhöht. Eine Flasche Wasser kostet mehr als ein voller Tank. Doch die Subventionen sind kaum noch zu finanzieren. Der sozialistische Präsident Maduro muss unpopuläre Maßnahmen ergreifen. 

Venezuela, das Land mit den größten Ölreserven der Welt, subventioniert das Benzin bisher mit rund zehn Milliarden US-Dollar im Jahr. "Wir haben das billigste Benzin der Welt. In den USA kostet ein Liter mindestens 0,78 Dollar (...) und in Venezuela nur 0,01 Dollar", verteidigte der sozialistische Präsident Nicolás Maduro in einer Ansprache die Maßnahme. Diese sei notwendig, um die tiefe Krise zu bekämpfen. Die Opposition, die im Dezember bei der Parlamentswahl eine Mehrheit in der Nationalversammlung erringen konnte, wirft ihm Misswirtschaft vor und strebt ein Referendum zu seiner Abwahl an.

Schwere Unruhen bei der letzten Preiserhöhung

Eine Benzinpreis-Erhöhung galt bisher aus politischen Gründen als sehr heikel, 1989 war es bei einem solchen Vorhaben zu schweren Unruhen mit hunderten Toten gekommen ("Caracazo"). Nun soll der Liter Benzin rund einen Bolivar kosten (91 Oktan) beziehungsweise 6 Bolivar für 95 Oktan - was bei einem Geldwechsel auf dem Schwarzmarkt immer noch bedeutet, dass ein Liter Benzin nur knapp 15 Dollar-Cent kosten beziehungsweise 75 Dollar-Cent. 

Aber die Devisen sind knapp und die Inflationsrate mit über 200 Prozent die höchste der Welt, weshalb viele Bürger gegen die zahlreichen Preissteigerungen aufbegehren.

Wechselkurs zum Dollar auf dem Prüfstand

Weitere Links zum Thema
Auf dem Schwarzmarkt kann der Dollar derzeit zu 800 bis 1000 Bolivar gewechselt werden. Präsident Maduro kündigte an, dass der offizielle Wechselkurs etwa für Touristen künftig bei einem Dollar zu 200 Bolivar liegen soll. Der sich komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas - und schwer unter Druck.

Mit seinen Einnahmen werden die Sozialprogramme für untere Schichten finanziert. Bei einem Ölpreis von unter 30 Dollar je Barrel ist das kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und hat nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel Erdöl. Die Fördermenge soll derzeit 2,8 Millionen Barrel Öl und Flüssiggas pro Tag betragen. Venezuela bemüht sich im Rahmen des Ölkartells OPEC darum, dass der globale Ölpreis rasch wieder steigt.

18.02.2016, Quelle: dpa
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