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merkzettel

Gut für den Geldbeutel Tariflöhne steigen schneller als Preise

Bildfoto
Personen mit Einkaufstüten

(Quelle: dpa)

VideoEin Jahr Mindestlohn
8,50 Euro liegen auf Arbeitshandschuhen.

Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland die Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde. Bundearbeitsministerin Nahles zieht nach einem Jahr Mindestlohn eine positive Bilanz.

(02.01.2016)

Deutschlands Arbeitnehmer profitieren weiterhin von Aufschwung und geringer Preissteigerung. Ausgehandelte Lohnzuwächse werden auch 2016 tatsächlich bei den Beschäftigten ankommen. 

Die fetten Jahre sind für Deutschlands Arbeitnehmer noch nicht vorbei. Nach kräftigen Reallohnzuwächsen im gerade abgelaufenen Jahr deutet auch 2016 vieles darauf hin, dass zumindest die nach Tarif bezahlten Beschäftigten über mehr Kaufkraft verfügen werden. Neben kräftigen Lohnsteigerungen ist dafür vor allem die immer noch niedrige Inflation verantwortlich - also die Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten nachgefragt werden.

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Seit Montag ist es amtlich: Die Tariflöhne legten 2015 erneut deutlich stärker zu als die Inflation. Die Verdienste inklusive Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld lagen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,1 Prozent über dem Vorjahr. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im gleichen Zeitraum dagegen nur um vorläufig 0,3 Prozent.

Mehr Geld im Portemonnaie

Unter dem Strich haben die Beschäftigten somit deutlich mehr Geld im Portemonnaie. Das reale Plus von rund 1,8 Prozent stärkt ihre Kaufkraft und kann den volkswirtschaftlich wichtigen Binnenkonsum weiter ankurbeln.

Nach früheren Berechnungen des gewerkschaftlichen Tarifarchivs des Wirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) lag das reale Wachstum der Tariflöhne 2015 sogar bei kräftigen 2,4 Prozent. Damit sei es den Gewerkschaften seit 2012 das vierte Jahr in Folge gelungen, Tarifsteigerungen oberhalb der Preissteigerungsrate durchzusetzen, erklärte WSI-Leiter Reinhard Bispinck. Zuvor hatte es aber auch ein Jahrzehnt lang meist sinkende Reallöhne gegeben.

Jahreszahlen für die Reallohn-Entwicklung sämtlicher Arbeitnehmer will das Statistische Bundesamt erst in einigen Wochen veröffentlichen. Auch wegen des Einflusses des gesetzlichen Mindestlohns könnte hier die Steigerung sogar noch etwas stärker als bei den Tarifbeschäftigten ausfallen, erwartet das WSI.

Die Vorgaben aus den ersten neun Monaten des Jahres 2015 deuten jedenfalls darauf hin, denn bis einschließlich September hatten die Bundesstatistiker ein Reallohn-Plus von 2,4 Prozent berechnet. Im bisher stärksten Jahr 1992 ermittelten sie ein Reallohn-Plus von 4,9 Prozent. 2014 waren es 1,7 Prozent.

Gute Aussichten für 2016

Die Aussichten der Beschäftigten für 2016 sind ähnlich positiv, auch wenn langsam der dämpfende Effekt extrem niedriger Inflationsraten schwindet. Laut dem Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute soll der Verdienst je Arbeitnehmer 2016 im Jahresdurchschnitt um 2,5 Prozent zunehmen.

Das läge immer noch deutlich über dem prognostizierten Anstieg der Verbraucherpreise von 1,1 Prozent. Angesichts der Lage am Arbeitsmarkt geht beispielsweise die Sal. Oppenheim-Volkswirtin Ulrike Kastens davon aus, dass die verfügbaren Einkommen sogar um 3,5 Prozent wachsen könnten.

IG Metall vor neuer Tarifrunde

Ihren Teil dazu beitragen will die IG Metall, die ab März die Gehälter für mehr als 3,7 Millionen Beschäftigte der deutschen Schlüsselbranchen Metall und Elektro neu aushandelt. Gewerkschaftschef Jörg Hofmann hat bereits eine reine Lohnrunde angekündigt, sich zur Höhe der Forderung an den Arbeitgeberverband Gesamtmetall aber noch zurückgehalten.

In die vorherige Runde war Deutschlands stärkste Gewerkschaft mit einer Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld gezogen und hatte schließlich ein Plus von 3,4 Prozent bei 15 Monaten Laufzeit durchgesetzt. Weniger soll es wohl 2016 auch nicht werden.

11.01.2016, Quelle: Christian Ebner, dpa
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