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Tat in Silvesternacht Elfjährige aus "Wut und Ärger" erschossen?

BildTrauer um Elfjährige
Trauer um tote Elfjährige in Oberaurach, Bayern

(Quelle: dpa)

VideoElfjährige erschossen
hallo deutschland am 4. Januar

Einige Themen: Elfjährige an Silvester erschossen: Polizei sucht Täter; Wintereinbruch: Schnee & Glätte legen Verkehr lahm; Making of „Traumschiff“ in Macau; Gefährlich und Teuer: Handys beim Fahren

(04.01.2016)

Im Fall der an Silvester erschossenen Janina sitzt jetzt ein Verdächtiger in Untersuchungshaft. Er soll aus "Wut und Ärger" auf eine feiernde Menschengruppe vor seinem Haus geschossen haben - dabei traf er das Mädchen tödlich. Nun wird wegen Mord ermittelt. 

Der Mann sei am Dienstag nach aufwändigen Ermittlungen unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden und sitze seit Mittwoch in Untersuchungshaft, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Bamberg, Erik Ohlenschlager. Der Mordvorwurf beruhe im Wesentlichen auf dem Vorwurf niedriger Beweggründe.

Tat mit Kleinkalibergewehr

Der Mann hat gestanden, in jener Nacht Schüsse aus seinem Kleinkalibergewehr abgegeben zu haben. Er bestritt jedoch, auf Personen gezielt oder in Tötungsabsicht gehandelt zu haben. Dies nähmen die Ermittler ihm aber nicht ab, sagte Staatsanwalt Ohlenschlager weiter. Sie gingen vielmehr davon aus, dass der Mann zumindest billigend in Kauf genommen habe, jemanden zu töten, betonte der Staatsanwalt. Der 53-Jährige habe "bewusst" gehandelt.

Der Verdächtige hatte demnach zunächst auf einem Sofa geschlafen, war dann aber gegen 01.00 Uhr durch den Lärm einer Menschengruppe erwacht, die auf der Straße vor seinem Grundstück mit Böllern und Feuerwerk feierte. Aus "Wut und Ärger" über die Störung sowie aus Frust über seine allgemein schwierige persönliche Situation habe der Mann ein Kleinkalibergewehr aus dem Keller geholt und vom Garten aus drei bis vier Mal in flachem Winkel auf die Gruppe geschossen, erläuterte der Staatsanwalt.

Verdächtiger "psychisch angeschlagen"?

Eines der Projektile traf die Elfjährige am Kopf und drang ins Gehirn ein. Sie brach bewusstlos zusammen. Sofort eingeleitete Wiederbelebungsversuche sowie eine Notoperation im Schweinfurter Krankenhaus konnten sie nicht retten; sie starb einige Stunden später. Ohlenschlager nannte den Verdächtigen "psychisch angeschlagen". Hintergrund seien eine bereits länger zurückliegende Trennung von seiner Familie sowie eine generell angegriffene Gesundheit, sagte der Ermittler.

Er arbeitet demnach als angestellter Kraftfahrer für die Verwaltung eines Gefängnisses, ist jedoch kein Justizvollzugsbeamter und hat nichts mit der Betreuung von Häftlingen zu tun. Das Kleinkalibergewehr besaß er legal. Der Mann war laut Ermittlern früher Mitglied in einem Schützenverein und hatte es deshalb erworben.

Untersuchungen laufen noch

Einzelheiten zu ihren Erkenntnissen über die genauen Abläufe der Tat wollten die Beamten unter Verweis auf die nicht abgeschlossenen Untersuchungen nicht nennen. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er derzeit noch nicht offenlegen, warum die Ermittler trotz der Aussage des Verdächtigen überzeugt seien, dass er gezielt geschossen habe, sagte Ohlenschlager.

Ins Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft geraten war der 53-Jährige, weil sie ihm fehlerhafte Aussagen zum Ablauf seiner Silvesternacht nachweisen konnten. Der Mann habe bei zunächst routinemäßigen Befragungen Angaben zu Zeiten und Aufenthaltsorten gemacht, die nicht stimmten, sagte der Leiter der Schweinfurter Kriminalpolizei, Armin Kühnert. Daraufhin seien die Ermittlungen gegen den Mann intensiviert worden. Am Dienstag wurde schließlich sein Anwesen durchsucht.

13.01.2016, Quelle: afp
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