26.09.2017

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Mittelmeer Tausende Bootsflüchtlinge - Retter am Limit

VideoRettung für Rettungsboote
Bei einer Rettungsaktion auf dem Mittelmeer geraten zwei Schiffe in Seenot.

Bei einer Rettungsaktion auf dem Mittelmeer zwischen Libyen und Italien sind Schiffe zweier deutscher Hilfsorganisationen vorübergehend in Seenot geraten. Hans-Peter Buschheuer von der Sea-Eye spricht von einer "humanitären Notsituation".

(17.04.2017)

VideoTausende Flüchtlinge gerettet
Libyen: Rettungsaktion im Mittelmeer

Die italienische Küstenwache und Hilfsorganisationen haben am Samstag rund 4.000 Bootsflüchtlinge vor der libyschen Küste gerettet. Mindestens 20 Flüchtlinge sind jedoch ertrunken.

(16.04.2017)

Video"Jugend rettet"
Die Schiffscrew von

Die Schiffscrew des Berliner Vereins "Jugend rettet" ist mit der MS Iuventa auf dem Mittelmeer unterwegs und engagiert sich ohne Bezahlung. Ihre Mission: Flüchtlinge aus überfüllten Booten retten.

(11.10.2016)

Auf dem Mittelmeer spielen sich Szenen ab, die private Hilfsorganisationen so noch nicht erlebt haben. Mehrere Tausend Menschen wurden am Wochenende gerettet - doch dann geraten deutsche Helferschiffe wegen zu vieler Flüchtlinge an Bord selbst in Seenot. 

Crew und Flüchtlingen an Bord des privaten deutschen Rettungsschiffes "Iuventa" im Mittelmeer geht es nach Angaben der Hilfsorganisation "Jugend rettet" den Umständen entsprechend gut. "Wir arbeiten weiterhin auf Hochtouren an einer Lösung", schrieb die Besatzung auf Facebook.

Das Schiff, das wegen zu vieler Flüchtlinge an Bord das Notsignal "Mayday" abgesetzt hatte, liegt jetzt im Windschatten eines großen Tankers. "Insofern hat sich die Situation entspannt", sagte Julian Pahlke, der sich an Bord der "Iuventa" befindet. Man warte auf ein Schiff aus Malta, das der Hilfsorganisation die rund 400 Migranten abnehmen und diese ans Festland bringen sollte. 

Helfer: Beispiellose Situation

Am Sonntag hatte sich die Situation für die Seenotretter zugespitzt: "Wir sind komplett manövrierunfähig, weil so viele Personen an Bord sind", berichtete Pauline Schmidt, Sprecherin der Organisation. Der Kapitän der Iuventa, Kai Kaltegärtner, hatte gesagt: "Wenn keine Hilfe kommt, werden wir Leute verlieren." Denn die Geretteten befinden sich auf dem offenen Deck des Schiffes.

Auch das private Rettungsschiff "Sea-Eye" aus Regensburg hatte das Notsignal "Mayday" an die Seenotrettungsstelle in Rom gesendet. Weitere 400 Flüchtlinge befanden sich in kleinen Booten und ohne Rettungswesten in der Nähe der Schiffe.

In den vergangenen drei Tagen haben die italienische Küstenwache und Hilfsorganisationen nach Angaben von Medien rund 5.000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Der Gründer der maltesischen Rettungsorganisation "Migrant Offshore Aid Station", Christopher Catrambone, sagte dem US-Sender CNN, "niemand hat jemals etwas Vergleichbares gesehen, wie wir an diesem Wochenende".

Kreuze in der Donau für die namenlosen Toten

Inzwischen kündigten die Unterstützer der "Sea-Eye" an, als Erinnerung an die namenlosen Toten des Osterwochenendes in Regensburg zehn Kreuze an der Donau errichten zu wollen. Mitglieder der privaten Seenotrettung wollen eine Trauerfeier mit Mahnwache abhalten. "Lassen Sie es nicht zu, dass das Massensterben im Mittelmeer weitergeht. Unsere Zivilisation darf nicht vor der Küste Afrikas enden", hieß es.

Weitere Links zum Thema

Die gemeinnützige Organisation Sea-Eye e.V. ist eine private Initiative mit zwei 26 Meter langen ehemaligen Fischkuttern. Die hochseetauglichen Schiffe wurden für den Zweck der Seenotrettung umgerüstet. Die "Sea-Eye" ging im Februar 2016 auf Fahrt ins
Mittelmeer.

Die "Iuventa" der Hilfsorganisation "Jugend rettet" war im Sommer 2016 von Emden aus zu ihrer Rettungsmission im Mittelmeer aufgebrochen. Der 33 Meter lange frühere Fischtrawler wurde von dem Verein erworben und umgerüstet. "Jugend Rettet" war 2015 von jungen Menschen in Berlin gegründet worden, nachdem mehr als 800 Flüchtlinge bei einem Unglück im Mittelmeer gestorben waren.

17.04.2017, Quelle: dpa, epd
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