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merkzettel

IS-Propaganda im Internet Der Pop-Dschihad

BildIS-Propaganda im Internet
Propaganda des IS im Internet

(Quelle: dpa Picture Alliance)

VideoWie kommuniziert der IS?
App und IS-Kämpfer

Die Attentäter von Paris, wie auch der sogenannte IS im Allgemeinen, kommunizieren auf verschlüsselten Kanälen im Internet, via Chatrooms der PS4 und über die App Telegram aus Berlin.

(26.11.2015)

VideoIS: Droh-Video von Paris-Attentätern
Screenshot des aufgetauchten Videos - ein mutmaßlicher IS-Anhänger

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat ein Internetvideo veröffentlicht, auf dem Attentäter von Paris zu sehen sein sollen - bei der Enthauptung von Geiseln. Frankreich will das Video prüfen.

(25.01.2016)

VideoWie der IS rekrutiert
Petra Ramsauer, Autorin von

"IS-Rekruter suchen gezielt nach Jugendlichen, die das Gefühl einer Entfremdung hatten", sagt  Autorin Petra Ramsauer. Sie erklärt Beweggründe und Strukturen, die Jugendliche zu IS-Kämpfern werden lassen.

(04.12.2015)

von Maya Dähne

In Videos und Filmen stellt der sogenannte Islamische Staat Terror und Gewalt als cool und nachahmenswert dar - und rekrutiert damit weltweit Anhänger. Auch in den USA. Erfolg hat die Terrormiliz vor allem mit Videos, die westlichen Filmen oder Computerspielen nachempfunden sind. 

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nur ein paar Klicks entfernt. Vor einem Jahr suchte Nader Saadeh aus New Jersey zum ersten Mal mit dem Stichwort im Netz. Er fand Artikel, studierte Karten. Wenige Wochen später lud er Propagandavideos herunter und kaufte ein Flugticket nach Jordanien. Sein Ziel: Syrien. Dort kam er allerdings nie an. FBI Agenten verhafteten ihn. Saadeh drohen nun bis zu 15 Jahre Haft.

Der 20-Jährige ist einer der Amerikaner, die sich von der Botschaft des IS angesprochen fühlen. Einem Bericht des  Extremismus-Projekts der George Washington University zufolge haben im vergangenen Jahr 250 US-Bürger versucht, nach Syrien oder in den Irak zu reisen. Darüber hinaus ermittelt das FBI gegen 900 gewaltbereite Extremisten in den USA. Die überwiegende Mehrheit von ihnen - 86 Prozent - sind junge Männer Mitte Zwanzig, die in den USA geboren sind. 40 Prozent von ihnen sind Konvertiten.

Internet als Terror-Beschleuniger

"Dank der sozialen Medien ist es für Terrorgruppen wie den IS einfacher denn je, junge Kämpfer im Ausland zu rekrutieren und radikalisieren", so FBI-Chef James Comey. "Die komplette Terrorpropaganda ist jederzeit zugänglich, rund-um-die-Uhr-Kommunikation mit Terroristen in Syrien ist problemlos möglich. Diese Dauer-Beschallung funktioniert und kommt bei vielen Jugendlichen an."

Kein Wunder, meint Javier Lesaca. Schließlich vermarkten die Propagandaexperten des IS ihre Terrorbotschaft zielgruppengerecht. Der Wissenschaftler analysiert seit zwei Jahren die Filme und Videoclips der Islamisten. Mehr als 1.000 von ihnen hat er inzwischen gesehen. Viele zeigen Kriegsszenen und Exekutionen, es gibt Rekrutierungsfilme und sogar Musikvideos mit Schlachtgesängen von Dschihadisten. 37 Prozent der Clips sind auf Arabisch, aber es gibt auch englische, französische, russische und deutsche Videos.

Spiel oder Wirklichkeit?

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"Der IS spricht die Sprache der Jugendlichen, die er anwerben will. Außerdem imitieren die Terror-Videos ganz bewusst westliche Filme oder Computerspiele", erklärt Javier Lesaca. "Es gibt zum Beispiel mehr als 20 IS-Videos, in denen jemand aus einem Autofenster wahllos auf Leute schießt. Das sieht haargenau so aus wie eine Szene aus der Computerspielserie "Grand Theft Auto". Die Produzenten wissen, dass ihrem Zielpublikum solche Bilder vertraut sind."

Die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit werden bewusst verwischt, wenn Gewehrsalven dröhnen, Menschen von Schüssen getroffen zusammensacken, und der Todesschütze ein Blutbad anrichtet. Es könnte eine Szene aus dem Computerspiel "Call of Duty" sein - oder ein reales Massaker in Syrien. Terror und Gewalt, verpackt als virtuelles Abenteuer für frustrierte, gelangweilte oder gewaltbereite Jugendliche.

Anti-Terror-Allianz mit Silicon Valley

Bei den Anti-Terror-Experten in Washington schrillen spätestens seit dem Attentat in San Bernardino die Alarmglocken. Das US-Außenministerium hat gerade ein " Center for Global Engagement" eingerichtet, dessen Aufgabe es künftig sein wird, der digitalen Propaganda des IS gezielt entgegenzuwirken.

Außerdem trafen sich Präsident Obama und die Chefs von Facebook, Twitter und YouTube erst neulich, um darüber zu beraten, wie man den IS in den sozialen Netzwerken wirkungsvoll stoppen und den virtuellen Boden unter den Füssen wegziehen kann. Allerdings sind die Islamisten offenbar schon wieder einen Schritt weiter. Neben den Netzwerken Twitter, WhatsApp und Facebook nutzen sie neuerdings ihre eigene verschlüsselte Chat App namens Alrawi.

28.01.2016
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