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Trotz Isolation des Emirats Milliarden-Deal: USA liefert F-15-Flieger nach Katar

BildF-15-Flieger für Katar
F-15-Kampfflugzeug

(Quelle: reuters)

VideoGabriel warnt vor Kriegsgefahr
aussenminister gabriel trifft saudischen amtskollegen

Außenminister Sigmar Gabriel hat davor gewarnt, dass die Isolation des Emirats Katar zu einem Krieg am Golf führen könnte. Zuvor hatte Gabriel mit Amtskollegen von Saudi-Arabien und Katar über den Golf-Konflikt gesprochen.

(11.06.2017)

VideoKatar in der Krise
Katar-Krise

Sieben Staaten haben dem winzigen Katar die Freundschaft gekündigt. Darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Malediven. Der Vorwurf: Finanzielle Unterstützung diverser Terrororganisationen. Was ist dran?

(06.06.2017)

Video"Konfrontation mit Katar ist pikant"
Michael Lüders (links)

Die diplomatische Eskalation auf der arabischen Halbinsel hänge mit dem Besuch des US-Präsident Trump zusammen. Bei dem Abbruch der Beziehungen zu Katar gehe es Hintergründig um den Erzfeind Iran, zu dem Katar gute Beziehungen pflege, sagt Michael Lüders, Nahost-Experte.

(06.06.2017)

Das Emirat Katar ist von seinen arabischen Nachbarn isoliert. Fraglich war, ob die USA an der militärischen Zusammenarbeit festhalten. Nun steht fest: Washington und Doha bauen sie sogar aus. Die USA liefern dem Emirat F-15-Kampfflugzeuge, die rund zwölf Milliarden Dollar kosten sollen. 

Trotz der Kritik von Präsident Donald Trump an der Haltung Katars im Anti-Terrorkampf stärken die USA das Emirat militärisch. Beide Seiten unterzeichneten am Mittwoch einen Vertrag, wonach die Vereinigten Staaten Katar F-15-Kampfflugzeuge liefern. Nach Angaben Katars hat das Geschäft einen Umfang von zwölf Milliarden Dollar (10,7 Milliarden Euro). Zudem war für Donnerstag der Besuch zweier US-Kriegsschiffe in Katars Hauptstadt Doha geplant.

F-15 Deal bereits im November beschlossen

Ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums sagte, der Verkauf sei über die kommenden Jahre hinweg abgeschlossen worden. Katars Verteidigungsminister Khaled bin Mohammed al-Attijah sagte nach der Unterzeichnung des Deals, sein Land und die USA hätten ihre militärische Kooperation gefestigt. Jahrelang hätten beide Staaten bereits nebeneinander gekämpft, um Terrorismus auszulöschen und eine Zukunft mit Würde und Wohlstand zu ermöglichen.

Weitere Links zum Thema
Das US-Militär hatte bereits im November bekannt gegeben, Katar erhalte 72 F-15-Flugzeuge im Wert von 21,1 Milliarden Dollar. Unklar war, ob es sich bei dem jetzt abgeschlossenen Vertrag um einen zusätzlichen Waffenverkauf handelte, oder um einen Teil des Geschäfts vom November.

Zu der Schiffsvisite sagte ein Sprecher der 5. US-Flotte, es handle sich um einen Routinebesuch. Die staatliche Nachrichtenagentur Katars beschrieb die Präsenz der Schiffe unterdessen als Teil einer "gemeinsamen Übung" mit der katarischen Marine.

Türkei und Iran unterstützen Katar

Die Krise zwischen Katar und seinen arabischen Nachbarländern hat die
USA in eine schwierige Lage gebracht. US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, Katar bewege sich "in die richtige Richtung". Außenminister Rex Tillerson forderte alle Golfstaaten auf, vereint zu bleiben. Trump hingegen kritisierte wiederholt, Katar finanziere Terrorismus "auf sehr hoher Ebene".

Dies hatten auch Ägypten, Saudi-Arabien und andere Golfstaaten als Begründung angeführt, als sie vergangene Woche ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abbrachen und den Flug- und Schiffsverkehr einstellten. Saudi-Arabien ließ zudem auch keine Lastwagen mehr über die einzige Landgrenze des Nachbarlandes. Dies führte zunächst zu Hamsterkäufen in Lebensmittelgeschäften. Inzwischen liefern die Türkei und Iran Nahrungsmittel per Schiff.

Die USA unterhalten in Katar einen großen Stützpunkt mit 10.000 Soldaten. Auf die Frage von Senatorin Elizabeth Warren, ob der diplomatische Streit US-Militäroperationen beeinträchtige, sagte Generalstabschef Joseph Dunford, dies sei nicht der Fall.

Qatar Airways: Flugverkehr beeinträchtigt

Der Flugverkehr Katars scheint auch auf internationaler Ebene vor Herausforderungen gestellt. Die UN-Behörde zur Überwachung des weltweiten Luftverkehrs bestätigte, Katar habe sich über andere Staaten beschwert, die die Routen der staatlichen Gesellschaft Qatar Airways beschränkten. Katar meldete demnach, die Weigerung anderer arabischer Länder, katarische Flieger über ihrem Luftraum fliegen zu lassen, sei illegal.

Die UN-Behörde zur Luftsicherheit erklärte, am Donnerstag sollten hochrangige Vertreter aus Katar, Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain zusammenkommen, um über das Problem zu verhandeln.

Katar

Lage

Infokarte

Das Emirat Katar an der Ostküste der arabischen Halbinsel am Persischen Golf ist umgeben von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. Der Nachbar Bahrain ist ein aus 33 Inseln bestehender Staat in einer Bucht im Persischen Golf, westlich von Katar. Der Wüstenstaat Katar ist 2022 Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft.

Bodenschätze

Das Emirat Katar ist geografisch zwar nur etwa halb so groß wie Hessen, gewinnt international aber sowohl politisch als auch wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung. Große Vorkommen an Erdöl und Erdgas machten Katar zu einem der reichsten Länder der Erde.

Wirtschaft

Rund 2,6 Millionen Menschen leben in Katar, von denen der Großteil aus dem Ausland kommt und als Gastarbeiter beschäftigt ist. Das Land hat zahlreiche Beteiligungen an europäischen Unternehmen, darunter etwa Anteile am VW-Konzern und an der Baufirma Hochtief. Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira hat seinen Sitz in Katar.

Internationale Beziehungen

Katar ist Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und hat unter anderem zusammen mit Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten den Golfkooperationsrat mitgegründet, der eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in der Region als Ziel hat. Südlich der Hauptstadt Doha befindet sich der größte Stützpunkt der US-Armee in der arabischen Welt.

Kritik an Katar

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert Katar für die Ausbeutung von Gastarbeitern und eingeschränkte Meinungsfreiheit.

(Quelle: dpa)

15.06.2017, Quelle: ap
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