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Wer wählt Donald Trump? United States of Trump

Bild#_MME_4_Der typische Trump-Wähler
Donald Trump in Tucson, Arizona am 19.03.2016

US-Wahlkampf: Donald Trump in Tucson, Arizona am 19.03.2016

(Quelle: ap)

VideoTrump - Freud und Leid der Republikaner
Ned Wiley

Donald Trump dominiert den Vorwahlkampf der Republikaner - sehr viele schämen sich seiner, sagt Ned Wiley, Vize der Republicans Overseas. Für andere wiederum zähle nur eines: Hauptsache Wahlsieg.

(09.03.2016)

VideoArizona: Trump und Clinton gewinnen
In den USA haben die Favoriten um die Präsidentschaftskandidatur ihre Führung ausgebaut. Donald Trump gewann die Vorwahlen in Arizona bei den Republikanern und Hillary Clinton bei den Demokraten.

In den USA haben die Favoriten um die Präsidentschaftskandidatur ihre Führung ausgebaut. Donald Trump gewann die Vorwahlen in Arizona bei den Republikanern und Hillary Clinton bei den Demokraten.

(23.03.2016)

VideoUS-Wahlen: TV-Debatte der Republikaner
Die jüngste TV-Debatte der Republikaner hat Überraschung gesorgt: Alle Bewerber versprachen, am Ende der Vorwahlen jeden Kandidaten der Partei zu unterstützen -auch wenn es Donald Trump sein sollte.

Die jüngste TV-Debatte der Republikaner hat für Überraschung gesorgt: Alle Bewerber versprachen, am Ende der Vorwahlen jeden Kandidaten der Partei zu unterstützen -auch wenn es Trump sein sollte.

(04.03.2016)

von Maya Dähne, New York

Der typische Trump-Wähler ist arm, weiß und wütend. Der Immobilien-Milliardär aus New York ist offensichtlich der Held der Abgehängten, zu kurz Gekommenen, Frustrierten. Aber auch immer mehr gebildete, wohlhabende Amerikaner bekennen sich offen zu Trump. 

Die Häuser sind groß und gepflegt. Eine Truppe Latinos kümmert sich um den manikürten Rasen vor der Tür. Vor der Doppelgarage parken europäische Luxuslimousinen und teure Geländewagen. Ein paar Kilometer nördlich von New York City, im wohlhabenden Westchester County, ist die Welt noch in Ordnung. Wer hier wohnt, hat es geschafft. Viele Banker, Anwälte und Geschäftsleute leben in der grünen Vorort-Idylle.

"Ich werde Donald Trump wählen", erklärt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen mag. "Und ich bin hier nicht die einzige. Alle Nachbarn sind für ihn." Die Nachbarn, das sind Bau- und Immobilienunternehmer, Broker und Hedgefonds-Manager. Sie sind Juden und Katholiken, Amerikaner und Einwanderer. Sie lesen die New York Times und das Wall Street Journal. Keiner von ihnen ist ein typischer Trump Wähler - zumindest wenn man der Statistik glaubt.

Trumps Fans: Arm und ungebildet

Die New York Times hat Dutzende Daten ausgewertet, um herauszufinden, wer die Trump-Wähler denn nun sind. Wie sie denken, wo sie wohnen, was sie verdienen. Das Ergebnis bestätigt, was viele längst ahnten: Die Mehrheit der Anhänger von Donald Trump wohnt nicht in Vorortvillen, sondern in Sozialwohnungen und Wohnwagensiedlungen. Viele haben keinen Schulabschluss. Sie arbeiten entweder gar nicht oder in schlecht bezahlten Jobs in der Landwirtschaft, im Baugewerbe oder in der Fabrik. Sie leben in von Rassismus und Arbeitslosigkeit geprägten Gebieten, in Mississippi, Alabama und West Virginia.

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"Ich liebe die Ungebildeten", verkündete Donald Trump nach seinem Sieg bei den Vorwahlen in Nevada im Februar. Kein Wunder: Es sind vor allem die Ungebildeten, Männer ohne College-Abschluss, bei denen er punktet. Sie fühlen sich als Verlierer - und hoffen auf Trump, den Gewinner, der das verkörpert, was für viele Amerikaner unerreichbar geworden ist: den amerikanischen Traum. Diese Wähler spricht Trump an - aber eben nicht nur diese.

Wunsch nach der harten Hand

Wolkenkratzer und Golfplätze tragen seinen Namen, er ist ein erfolgreicher Businessmann, er wird Amerika wieder groß machen - und sicher. Das glaubt auch die Hausbesitzerin aus dem wohlhabenden Westchester. "Was in Belgien und Frankreich passiert ist, kann hier doch jederzeit auch passieren. Trump hat Recht, wir müssen die Grenzen dicht machen und illegale Einwanderung stoppen."

Trump spricht ihr aus dem Herzen, als er kurz nach den Terror-Anschlägen in Brüssel erneut fordert, Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten und Folter zur Erpressung von Geständnissen einzusetzen. "Endlich einer, der nicht nur redet, sondern handelt." Anders, wie viele glauben, als die Regierung in Washington.

Politiker als Schimpfwort

Politiker ist für sie ein Schimpfwort. Und auch damit steht sie nicht allein: Einer Gallup-Umfrage zufolge sind gerade einmal ein Drittel der Amerikaner mit der Arbeit ihrer Regierung zufrieden. Ganze acht Prozent der Befragten halten die Kongressabgeordneten in Washington für ehrlich und anständig.

Donald Trump inszeniert sich dagegen als Anti-Politiker. Er ist Geschäftsmann, der Deals macht und sich nicht über den Tisch ziehen lässt. "Keiner kennt das System so gut wie ich", lautet sein Credo. Genau das gefällt seinen Fans in den Wohnwagensiedlungen wie auch in den Vorortvillen.

Für die Vorwahlen in New York am 19. April haben sich jedenfalls so viele Wähler wie nie registriert. Experten sagen voraus, dass Trump in seinem Heimatstaat die Mehrheit der Delegiertenstimmen holen wird. Und auch die Hausfrau aus Westchester ist sich sicher. "Trump wird gewinnen und am Ende hoffentlich auch Präsident werden."

US-Wahl 2016: Kandidaten

Hillary Clinton (Demokraten)

Hillary Clinton

2008 unterlag sie Barack Obama in den innerparteilichen Vorwahlen. Der machte sie später zur Außenministerin. Diesmal gilt die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton als große Favoritin bei den Demokraten - auch wenn ihr Kontrahent Bernie Sanders ihr mehr zu schaffen macht, als ihr lieb sein kann. Clinton hat als einzige Bewerberin überhaupt ein politisches Profil im Ausland. Sie steht für eine Fortsetzung der Außenpolitik Obamas, einen härteren Kurs gegen die Waffenlobby und soziale Erleichterungen für Familien.

Donald Trump (Republikaner)

Donald Trump

Er wirft mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, ist aber als Parteispender in Erscheinung getreten. Er unterstützte sowohl Republikaner als auch Demokraten. Im Jahr 2000 hatte er sich für die inzwischen unbedeutende Reform-Party schon einmal zur Wahl gestellt. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen. Er holzt vor allem gegen Migranten aus Mexiko und will eine Mauer zwischen beiden Ländern bauen.

27.03.2016
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