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Detonation im Zentrum Autobombe in Ankara: Dutzende Tote und Verletzte

VideoAnkara: "Polizeikonzept gescheitert"
Roland Strumpf

"Es gibt Defizite in der Sicherheitspolitik", sagt ZDF-Korrespondent Roland Strumpf nach dem jüngsten Anschlag in der Türkei. Erdogan könnte sich nun ermächtigen entschiedener gegen Kurden vorzugehen.

(14.03.2016)

VideoTote bei Explosion in Ankara
ZDF-Korrespondent Roland Strumpf zum Anschlag in Ankara.

Ein Terroranschlag in Ankara hat viele Todesopfer gefordert. Durch höhere Präsenz wollte die Polizei nach dem letzten Anschlag weitere verhindern, sagt ZDF-Korrespondent Roland Strumpf.

(13.03.2016)

VideoTerror-Anschlag in Ankara
In Flammen stehender Bus nach Anschlag in Ankara

In der türksichen Hauptstadt ist eine Autobombe nahe eines Militärkonvois explodiert, mindestens 28 Menschen kamen ums Leben. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

(17.02.2017)

VideoTerror in der Türkei
Bewaffnete Polizei in der Türkei

Im Südosten der Türkei herrscht Bürgerkrieg. Ankara fährt Panzer auf und die Kurden setzen sich ähnlich brutal zur Wehr. Trägt die türkische Politik zu den aktuellen Ereignissen bei?

(12.01.2016)

Erst vor wenigen Wochen erschütterte ein schwerer Anschlag die türkische Hauptstadt Ankara. Nun hat wieder eine Autobombe Dutzende Menschen in den Tod gerissen und verletzt. "Die Regierung", so ZDF-Korrespondent Strumpf, "geht von einem Terroranschlag aus". 

Sofort nach dem Anschlag habe es eine Nachrichtensperre gegeben - denn "das Innenministerium geht ganz klar von Sicherheitsmängeln aus", so Roland Strumpf weiter, Das bedeute, dass die Behörden "trotz höherer Polizeipräsenz eindeutig nicht in der Lage sind, die Stadt ausreichend zu schützen". Vor zwei Tagen hatte die US-Botschaft angeblich noch vor einem möglichen Anschlag auf türkische Regierungsgebäude und Wohnungen in Ankara gewarnt.

Bei dem Autobombenanschlag im Zentrum der Hauptstadt Ankara waren nach Behördenangaben vom Abend mindestens 34 Menschen getötet worden. Weitere 125 Menschen seien bei dem Attentat nahe des belebten Kizilay-Platz verletzt worden, teilte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu mit. Nach Angaben der Behörden hatten ein oder zwei Selbstmordattentäter an einer Bushaltestelle ihr mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug gezündet. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Starke Explosion am Kizilay-Platz

Gegen 18.45 Uhr Ortszeit wurde der Kizilay-Platz von einer starken Explosion erschüttert. Mehrere Fahrzeuge, darunter auch Busse, gerieten in Brand oder wurden beschädigt. Auch benachbarte Geschäfte wurden beschädigt. Es brach Panik aus.

Krankenwagen brachten die Verletzten in zehn verschiedene Krankenhäuser. Vier erlagen später ihren Verletzungen, wie Gesundheitsminister Müezzinoglu nach einem Sicherheitstreffen mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu mitteilte. Bei 19 weiteren Verletzten war der Zustand demnach ernst.

"Keine Hinweise auf deutsche Opfer"

Unklar war zunächst, ob auch Deutsche unter den Opfern waren. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte, die deutsche Botschaft stehe mit den türkischen Behörden in engem Kontakt. Die Nachrichtenlage sei noch "unübersichtlich", doch gebe es bislang "keine Hinweise auf deutsche Opfer".

Der Kizilay-Platz wurde von zahlreichen Polizisten abgeriegelt. Hubschrauber flogen über dem Anschlagsort, wie ein AFP-Fotograf berichtete. An dem Platz gibt es zahlreiche Geschäfte sowie eine U-Bahn-Station. In dem Gebiet liegen zudem das Parlament, der Sitz des Ministerpräsident sowie das Botschaftsviertel der türkischen Hauptstadt.

"Abscheuliche Tat"

Wer hinter dem Anschlag stecken könnte, sagte Innenminister Efkan Ala zunächst nicht. Er sprach lediglich von ersten ernstzunehmenden Erkenntnissen, die zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht würden. Gleichzeitig bekräftigte er, die Türkei werde ihren "Kampf gegen den Terrorismus" entschlossen fortsetzen. In ersten Reaktionen verurteilte der französische Staatspräsident François Hollande die "abscheuliche" Tat. US-Botschafter John Bass sagte, er sei zutiefst "betrübt und entsetzt".

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Erst Mitte Februar waren in der Nähe des Kizilay-Platzes bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara 29 Menschen getötet worden. Zu dem Anschlag hatte sich damals die militante Kurdenorganisation Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) bekannt. Sie kündigte weitere Anschläge an, insbesondere auf bei Touristen beliebte Orte in der Türkei.

Kurdenkonflikt wieder eskaliert

Nach zwei Jahren relativer Ruhe war der Kurdenkonflikt in der Türkei im vergangenen Sommer wieder eskaliert. Die türkische Armee geht seit Dezember im Südosten des Landes mit aller Härte gegen mutmaßliche Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor. Am Sonntag verhängte sie über zwei weitere Orte im vorwiegend kurdischen Südosten des Landes eine nächtliche Ausgangssperre.

Ebenfalls seit dem Sommer gilt in der Türkei wegen einer Reihe tödlicher Anschläge die höchste Alarmstufe. Vier der Anschläge schrieben die Behörden der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu. Der schwerste Anschlag ereignete sich am 10. Oktober im Zentrum von Ankara, als zwei Selbstmordattentäter bei einer prokurdischen Demonstration 103 Menschen in den Tod rissen. Am 12. Januar wurden bei einem Selbstmordanschlag in einem Touristenviertel von Istanbul zwölf deutsche Touristen getötet.

13.03.2016, Quelle: dpa, rtr, afp
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