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IPI-Weltkongress Türkei verweigert kritischem Blogger Weiterreise

BildMazen Darwish
Mazen Darwish

Mazen Darwish wurde 2015 als World Press Freedom Hero ausgezeichnet.

(Quelle: IPI)

Video"Cihan" unter Zwangsverwaltung
Die türkische Nachrichtenagentur

Nach der regierungskritischen Zeitung "Zaman" ist auch die Nachrichtenagentur "Cihan" in der Türkei unter staatliche Aufsicht gestellt worden. Beide gehören zum Medienkonzern "Feza Gazetecilik".

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(17.03.2016)

von Johannes Hano, Doha

Eigentlich sollte Mazen Darwish auf einem internationalen Medienkongress in Doha über die Gefahren für Journalisten im Nahen Osten sprechen. Doch er kam dort nicht an. Die Türkei hinderte den syrischen Anwalt und Blogger an der Weiterreise. 

Der prominente syrische Rechtsanwalt und Blogger Mazen Darwish wollte am Wochenende in Doha in Katar zur Eröffnung des Weltkongresses des International Press Institute (IPI) sprechen. Doch auf dem Flughafen Istanbul war für den UNESCO- und Pinter-Preisträger 2014 und IPI World Press Freedom Hero 2015 Schluss. Türkische Sicherheitskräfte nahmen ihn mit der Begründung fest, Teile seiner Reisedokumente seien gefälscht.

Mazen hat deutsche Reisedokumente

Die Sache ist pikant, denn Mazen, der drei Jahre in einem syrischen Gefängnis saß und dem die Todesstrafe drohte, war mit deutschen Reisedokumenten unterwegs. Erst im vergangenen Sommer wurde er nach massiver Intervention der Bundesregierung, aber auch von Menschen- und Presserechtsgruppen wie Amnesty International, dem International Press Institute und Reportern ohne Grenzen aus der Haft entlassen.

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Weil das syrische Regime Mazen keinen Pass aushändigen wollte, stellten ihm deutsche Behörden Reisedokumente aus, mit denen Darwish das Land verlassen konnte. In Deutschland wurde ihm vorerst eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis gewährt, wohl auch, weil er als Vertreter der syrischen Opposition an den Syrien-Gesprächen in Genf teilnimmt.

Visum nicht akzeptiert

Von dort war er am Freitag aufgebrochen, um auf dem IPI-Weltkongress in Doha über die Gefahren und Risiken für Journalisten in der Region zu sprechen. Darwish sagt, die türkischen Sicherheitskräfte auf dem Flughafen hätten ihn getreten und ihm vorgeworfen, er habe sein Visum für Katar gefälscht und ihn auf den nächsten Flieger zurück nach Genf gesetzt.

Das Visum aber sei gültig und von Katars Behörden ausgestellt gewesen, sagt das IPI. "Die Behandlung von Mazen Darwish ist völlig inakzeptabel. Wir erwarten von den türkischen Behörden eine Erklärung", so John Yearwood, Vorsitzender des IPI.

Kritik an türkischer Regierung Grund Behördenaktion?

Mazen selbst hat eine Vermutung: Seit Dezember kritisiert er die türkische Regierung für ihre Untätigkeit bei der Aufklärung eines Mordes. Am 27. Dezember 2015 war der syrische Journalist Naji Jerf am helllichten Tag in der Türkei erschossen worden. Seine Behandlung durch die türkischen Behörden könne mit seiner Kritik in Verbindung stehen, spekuliert Mazen. Völlig aus der Luft gegriffen scheint das nicht. Denn der türkische Präsident Erdogan macht keinen Hehl daraus, was er von kritischen Journalisten hält - nämlich nichts.

20.03.2016
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