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Silvesternacht Helsinki: Ähnliche Vorfälle wie in Köln

BildSilvesternacht in Helsinki
Silvesternacht in Helsinki

Helsinki in der Silvesternacht. Auch hier berichten Frauen von sexuellen Übergriffen.

(Quelle: dpa)

VideoVerdächtige festgenommen
Der Kölner Polizeipraesident Wolfgang Albers spricht in Köln bei einer Pressekonferenz.

Die Polizeigewerkschaft geht davon aus, dass Flüchtlinge unter den Tätern der Übergriffe waren. Der Druck auf Polizeipräsident Albers steigt - Rücktrittsforderungen hat dieser bislang zurückgewiesen.

(08.01.2016)

VideoÜbergriffe auch in Stuttgart
Polizeiauto auf dem Schlossplatz in Stuttgart

Köln ist kein Einzelfall. Auch in Stuttgart wurden Frauen in der Silvesternacht bedrängt, belästigt und bestohlen.

(08.01.2015)

Video"Versagen der Polizeiführung"
Claus Kleber in Gespräch mit dem CDU-Fraktionsvorsitzende Armin Laschet

Es müsse auch in Köln möglich sein, die innere Sicherheit zu gewährleisten, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag Armin Laschet und kritisiert die Polizei scharf.

(07.01.2016)

Die Vorfälle lassen aufhorchen: Auch in der finnischen Hauptstadt Helsinki berichten Frauen von sexuellen Übergriffen. Rund 1.000 Asylbewerber hatten sich an Silvester auf dem Hauptbahnhof versammelt. Aus der Gruppe wurden drei mutmaßliche Täter verhaftet. Direkte Verbindungen zu Köln soll es nicht geben. 

In den Tagen nach Neujahr sind bei der Polizei in Helsinki drei Anzeigen wegen sexueller Belästigung eingegangen, sagte Polizeichef Ilkka Koskimäki  der Deutschen Presse-Agentur. Alle Fälle sollen sich nahe des Hauptbahnhofs der Stadt ereignet haben. Hier hatten sich nach Angaben der Polizei am Abend rund 1.000 Asylbewerber versammelt. Drei mutmaßliche Täter aus dieser Gruppe seien festgenommen worden, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß.

Mehr Polizisten im Einsatz als je zuvor

"Sie feierten dort Silvester", sagte Koskimäki. "Wir hatten viele Polizeibeamte dort, um die Situation zu kontrollieren. Die meisten waren sehr friedlich und haben sich gut benommen." Etwa 15 Störenfriede hätten die Polizisten mit auf die Wache genommen.
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Weil die Polizei vorher Tipps - unter anderem von der Migrationsbehörde - bekommen hatte, dass Übergriffe geplant sein könnten, sei sie sehr gut vorbereitet gewesen, sagte Koskimäki. "Wir hatten mehr Polizisten in der Stadt als jemals zuvor."

An einem Asylbewerberheim hatte die Polizei am Silvestertag sechs Männer in Gewahrsam genommen, die im Verdacht standen, Angriffe geplant zu haben. Neujahr wurden sie aber wieder freigelassen.

"Keine Verbindung zu Köln"

Dank der Hinweise könnten die Beamten Übergriffe in einem Ausmaß wie in Köln verhindert haben, meinte Koskimäki. "Es gibt keine Verbindung zu den Ereignissen dort, aber das Phänomen ist sehr ähnlich."

Seiner Einschätzung nach hat es nie zuvor an Silvester in Helsinki solche Übergriffe gegeben. Vollständig aufgeklärt sind die Ereignisse bislang nicht. "Vielleicht finden wir nie heraus, was wirklich geplant war", sagte der Polizeichef.

Vorfälle in Österreich und der Schweiz

Ähnliche Vorfälle scheinen auch in Österreich passiert zu sein. Wie der Österreichische Rundfunk berichtet, gingen auch Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft in Salzburg ein. Mehrere Frauen berichteten von sexuellen Übergriffen. Sie waren demnach von einer Gruppe von Männern bedrängt, unsittlich berührt und bestohlen worden. Drei verdächtige Syrer und Afghanen seien vernommen worden. Die Ermittlungen dauern noch an.

Auch in der Schweiz gab es am Silvesterabend sexuelle Übergriffe auf Frauen. Ein halbes Dutzend Frauen habe angegeben, im Anschluss an ein Feuerwerk in Zürich bestohlen und dabei gleichzeitig sexuell belästigt worden zu sein, teilte die Polizei mit. Die Frauen seien "in der Menschenmenge von mehreren Männern mit dunklerer Hautfarbe angegangen worden". Die Polizei suche nach weiteren Betroffen und Zeugen.

Köln: Was wir wissen - und was nicht

Anzahl der Täter

Am Silvesterabend versammelte sich eine große Menschenmenge vor dem Kölner Bahnhof, darunter eine große Zahl gewalttätiger Männer. Viele waren betrunken und enthemmt. Sie feuerten Raketen und Böller in die Menge.

Gegen 23 Uhr hatte sich die Gruppe auf dem Bahnhofsvorplatz und der Treppe zum Dom auf etwa 1.000 bis 1.500 Personen vergrößert, heißt es im Bericht des NRW-Innenministeriums. Die Stimmung war aggressiv, deswegen räumte die Polizei den Platz.

Sexuelle Gewalt und Diebstahl

Aus der Menschenmenge bildeten sich kleinere Gruppen von Männern. Sie umzingelten Frauen und begrapschten oder beraubten ihre Opfer. Auch Vergewaltigungen wurden bei der Polizei angezeigt.

Bislang liegen der Polizei mehr als 500 Anzeigen vor. In mehr als 230 Fällen handelt es sich um Sexualstraftaten, teils zusammen mit Diebstahl. Bei den übrigen Anzeigen geht es um Diebstahl und Körperverletzung.

Identität der Täter

Die Bundespolizei, die für die Sicherheit an Bahnhöfen zuständig ist, hat etwas mehr als 30 Verdächtige identifiziert - größtenteils Migranten aus Algerien, Marokko, auch einige aus Iran und Syrien. Viele der Verdächtigen sind Asylbewerber.

Vier der Tatverdächtigen sind dem Innenministerium zufolge bereits in Untersuchungshaft, ihnen wird Diebstahl und Raub in Zusammenhang mit den Ereignissen in der Silvesternacht vorgeworfen. Welche Delikte die anderen begangen haben sollen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Beweisführung wird in jedem Falle problematisch. Das Getümmel und die Menge an Beteiligten erschweren den Nachweis konkreter Verbrechen Einzelner.

Organisierte Banden?

Die Polizei kann bislang nicht bestätigen, dass organisierte Banden für die Übergriffe verantwortlich sind. Es ist unklar, ob es zwischen den Taten in Köln und in anderen Städten zum Jahreswechsel einen Zusammenhang gibt.

Unter anderem in Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart häufen sich die Anzeigen von Frauen, die in der Silvesternacht sexuell belästigt und ausgeraubt wurden. In Hamburg gingen mehr als 100 Strafanzeigen ein.

Widersprüchliche Informationspolitik

Die Informationspolitik der Behörden folgte offenbar einer Salamitaktik: Die Erkenntnisse kamen in den Tagen nach den Übergriffen scheibchenweise. Teilweise widersprachen sich die Informationen der Polizei.

(Quelle: dpa)

08.01.2016, Quelle: dpa
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