24.07.2016

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merkzettel

"Achse des Bösen" Tote US-Soldaten: Kein Weg zurück aus Nordkorea

BildNordkoreas Regime
Nordkoreas Diktator Kim Jong Un

(Quelle: rtr)

VideoMein Besuch in Nordkorea
Mein Besuch in Nordkorea: Menschen vor einem Haus

Freies Reisen ist für Ausländer in Nordkorea verboten. Doch selbst die von Behörden organisierten und streng begleiteten Reisen ermöglichen kleine Einblicke die ein Bild von dem Land bilden.

(28.01.2015)

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Der US-Student unsanft zum Richter geleitet von zwei nordkoreanischen Soldaten.

Nordkoreas höchstes Gericht hat einen 21-jährigen US-Touristen zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Der Student soll versucht haben, aus einem Hotel ein politisches Banner zu stehlen.

(23.03.2016)

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Einwohner von Pyongyang in Nordkorea schauen am Bahnhof auf einem Videoscreen die Nachrichten im Staatsfernsehen.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet. Der UN-Sicherheitsrat will noch heute eine Sondersitzung einberufen.

(06.01.2016)

Mehr als 50 Jahre nach Ende des Koreakriegs werden in Nordkorea noch immer über 5.000 amerikanische Soldaten vermisst. Die USA stoppten die Suche 2005 aus Sicherheitsgründen. Eine Wiederaufnahme ist nicht in Sicht. 

Der Dorfälteste stellt seine Schaufel beiseite, bückt sich zu einem dürren Busch und zieht einen Sack aus der frisch umgegrabenen Erde. Der Beutel enthält menschliche Gebeine, Stiefel und einen verrosteten grünen Helm. "Das sind eure amerikanischen GIs", sagt Song Hong Ik, der auf einem Grabhügel in Nordkorea steht. Möglicherweise hat er Recht. Doch seit mehr als zehn Jahren hat sich niemand mehr um die Überreste der seit dem Koreakrieg vermissten 5.300 US-Soldaten gekümmert.

"Bis sie wieder zuhause sind"

Dabei lautet einer der heiligsten Leitsprüche des US-Militärs "Until They Are Home" - "Bis sie wieder zu Hause sind". Unter diesem Motto suchen die Streitkräfte weltweit nach vermissten Soldaten aus früheren Kriegen. In Nordkorea aber wurde die Suche 2005 aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Und die miserablen Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang sprechen auch nicht für eine baldige Wiederaufnahme.

In der Zwischenzeit lassen die Bemühungen Nordkoreas um eine bessere Infrastruktur die Zahl möglicher Ausgrabungsstätten schrumpfen. Dazu zählt auch Songs Heimatort Ryongyon-Ri, 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Pjöngjang, wo gerade ein Wasserkraftwerk gebaut wird. Im Zuge der Bauarbeiten wurden nach Schätzung Songs die Gebeine von 70 bis 100 Toten gefunden. Die Gegend gehörte zu den wichtigsten Schlachtfeldern des Koreakriegs 1950 bis 1953.

Wegen Raketentests eisige Beziehungen

Zwischen 1996 und 2005 hatten gemeinsame US-nordkoreanische Suchteams in der Region bei insgesamt 33 Ausgrabungsaktionen die sterblichen Überreste von 229 Amerikanern geborgen. Dann brach die US-Regierung die Mission aber ab, weil sie die Sicherheit der Suchtrupps in Gefahr sah. Kritiker hatten moniert, Nordkorea nutze das Programm als Mittel, um Geld von den USA zu erhalten: "Bones For Bucks" ("Knochen gegen Dollars") lautete der Vorwurf.

2011 begannen zwar Gespräche über eine Wiederaufnahme der Suche. Wegen eines von den USA verurteilten nordkoreanischen Raketentests platzen die Verhandlungen aber rasch wieder. Seitdem gab es keinerlei Fortschritte.

Die staatlichen nordkoreanischen Medien warnten immer wieder davor, dass die Zeit für eine Bergung der Überreste amerikanischer Soldaten ablaufe angesichts zahlreicher Bau- und Infrastrukturprojekte. Die Nachrichtenagentur AP beantragte daraufhin, Ryongyon-Ri besuchen zu dürfen. Da das Verhältnis zwischen beiden Staaten nach wie vor von chronischem Misstrauen geprägt ist, wurde dies erst nach mehreren Monaten bewilligt. Erstmals reiste ein Reporter im Mai vergangenen Jahres mit einer Eskorte der Koreanischen Volksarmee in die Ortschaft, ein zweiter Besuch folgte im Dezember.

7.800 vermisste US-Soldaten

Von den insgesamt 36.500 im Koreakrieg getöteten US-Soldaten werden noch mehr als 7.800 vermisst. Etwa 5.300 von ihnen wurden in Nordkorea getötet, die meisten davon nach Angaben des US-Verteidigungsministerium bei Gefechten oder in Gefangenenlagern. Hunderte Leichname werden in der Umgebung von Ryongyon-Ri im Bezirk Kujang vermutet, einem von drei großen ehemaligen Kampfgebieten.

Eine Sprecherin der für vermisste Soldaten zuständigen Behörde DPAA im Pentagon, Oberstleutnant Holly Slaughter, sagte, den USA sei immer noch sehr daran gelegen, die Überreste der Gefallenen zu bergen. Sie sprach von einem "humanitären Einsatz für unsere vermissten Soldaten, deren Familien und die amerikanische Bevölkerung". Ihre Kollegin Major Natasha Waggoner räumte jedoch ein, dass es derzeit keine Pläne für Gespräche über neue Suchaktionen gebe.

Bush: "Achse des Bösen"

Dass es überhaupt jemals ein gemeinsames Suchprogramm gab, wirkt heute wie ein Wunder. Der Zusammenbruch der bis dahin fast 20 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) teuren Mission kam dagegen weniger überraschend. Schließlich befinden sich Nordkorea und die USA technisch noch immer im Krieg, da die Kämpfe 1953 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensabkommen beendet wurden.

Die Einstufung Nordkoreas auf einer "Achse des Bösen" durch den damaligen US-Präsidenten George W. Bush 2002 machte das Verhältnis noch eisiger, auch wenn die Suchaktionen noch einige Jahre weitergingen. 2006 führte Pjöngjang seinen ersten Atomtest durch, seitdem besteht kein nennenswerter Kontakt mehr zwischen beiden Staaten. 2007 übergab Nordkorea den USA in einem unilateralen Akt noch einmal die Überreste von sechs Soldaten.

Veteranen fordern Bergung

Veteranen ärgern sich über den Stillstand. "Für uns, die wir tatsächlich dort gekämpft haben, fühlt es sich an wie ein Zerrbild, dass wir es nicht schaffen, nach denjenigen zu suchen, die dort getötet wurden oder in Gefangenenlagern starben", sagt der Texaner Larry Kinard, Präsident des Verbands der Koreakriegs-Veteranen. Seit 1982 seien lediglich die Überreste von 332 US-Soldaten identifiziert worden.

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"Schätzungsweise 5.300 unserer Kameraden liegen noch in Nordkorea vergraben, und es gibt wenig oder keine Bemühungen, sie zu bergen", sagt Kinard. "Die Mitglieder des Veteranenverbands, die im Durchschnitt 85 Jahre alt sind, wünschen sich, dass ihre Kameraden gefunden, identifiziert, nach Hause gebracht und in unserem Land beigesetzt werden."

Song indes hat nach eigenen Worten gemischte Gefühle dabei, die Gebeine von US-Soldaten einzusammeln und in Sicherheit zu bringen. "Ehrlich gesagt ist es mir egal, ob die Amerikaner kommen oder nicht", sagt der Dorfälteste. "Aber sie schulden uns ein Dankeschön dafür, dass wir uns um ihre Toten kümmern."

27.03.2016, Quelle: von Eric Talmadge, ap
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