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merkzettel

VW-Skandal US-Anwälte wollen auch VW-Chef Müller belangen

BildVW CEO Matthias Müller zerknirscht
Matthias Müller am 20. November

Der Autobauer aus Wolfsburg steht wegen der Diesel-Affäre weiterhin unter Druck. Auch der neue VW-Chef Matthias Müller soll belangt werden.

(Quelle: reuters)

VideoRückrufaktion bei VW angelaufen
Bei VW läuft heute die größte Rückrufaktion in der Konzerngeschichte an.

Bei VW läuft heute die größte Rückrufaktion in der Konzerngeschichte an. Rund 2,4 Millionen VW-Besitzer werden gebeten, die Abgasmanipulierten Dieselautos umrüsten zu lassen.

(02.02.2016)

VideoVW: Viele waren früh informiert
Von den Abgasmanipulationen bei VW haben offenbar mehr Führungskräfte gewusst, als bislang bekannt war. Volkswagen bezeichnete die Vorwürfe eines Insiders als

Von den Abgasmanipulationen bei VW haben offenbar mehr Führungskräfte gewusst, als bislang bekannt war. Volkswagen bezeichnete die Vorwürfe eines Insiders als "reine Spekulationen".

(23.01.2016)

In der Affäre um gefälschte Abgaswerte nimmt die Klagewelle gegen
Volkswagen in den USA nun richtig Fahrt auf. In gleich drei Sammelklagen soll auch VW-Chef Matthias Müller persönlich zur Rechenschaft gezogen werden. 

Die Vorwürfe gegen die Wolfsburger sind heftig: "Volkswagens illegaler Komplott entstand aus Gier und der Ambition, den weltweiten Automarkt um jeden Preis zu dominieren", heißt es in den 719, 74 und 90 Seiten langen Klageschriften, die am Montag eingereicht wurden. Die Rede ist von einem der "unverschämtesten Unternehmensverbrechen der Geschichte". In den Klagen geht es zumeist um Vorwürfe wegen Betrugs, Vertragsbruchs, irreführender Werbung und Wettbewerbsverzerrung.

Allein das US-Umweltamt klagte bereits auf rund 42 Milliarden Euro

Über 500 Zivilklagen von US-Verbrauchern wurden im Dezember in Nordkalifornien gebündelt, um die Mammut-Verfahren zu vereinfachen. Hinter den zusammengeführten Sammelklagen stehen Autofahrer und Vertragshändler, die sich getäuscht sehen. Außerdem klagen Autohäuser auf Schadenersatz. Da VW seine vermeintlich umweltfreundliche "Clean Diesel"-Technologie aggressiv vermarktet habe, hätten sie weniger wirklich saubere Wagen verkauft, argumentieren sie.

VW hatte nach Betrugsvorwürfen, die das US-Umweltamt EPA am 18. September publik machte, Manipulationen in großem Stil bei Emissionstests eingeräumt. Das US-Justizministerium hat deshalb bereits im Januar eine erste Zivilklage im Auftrag der EPA gegen den Konzern eingereicht - alleine hier droht theoretisch eine Strafe von bis zu 46 Milliarden Dollar (etwa 42 Mrd Euro).

Viele Spitzenentscheider betroffen

VW steht in dem Skandal an diversen Fronten unter Druck. Die Wolfsburger haben sich mit den US-Behörden noch immer nicht auf einen Plan zur Beseitigung der "Defeat Device" genannten Manipulationsprogramme in fast 600.000 betroffenen Autos einigen können. Um US-Kunden zu besänftigen, nahm der Konzern bereits viel Geld für Einkaufsgutscheine und gratis Pannen-Service in die Hand.

Weitere Links zum Thema
Doch nicht nur VW-Chef Matthias Müller soll sich jetzt verantworten, auch andere Spitzenentscheider von Unternehmen, die in die Affäre um manipulierte Abgaswerte Hunderttausender Diesel-Autos verwickelt sein sollen. Dabei handelt es sich unter anderen um Audi-Chef Rupert Stadler und Volkmar Denner, den Vorstandsvorsitzenden des Zulieferers Bosch. Darüber hinaus zielt die Klage auf die US-Chefs von Audi und Porsche und die ehemaligen VW-Ingenieure Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz. Hinzu kommen der über den Skandal gestürzte Ex-VW-Boss Winterkorn und der US-Chef von VW, Michael Horn. Sie waren bereits zuvor als Beklagte im Visier der US-Anwälte.

Suche nach einer außergerichtlichen Lösung

VW bemüht sich derzeit, eine außergerichtliche Lösung zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten zu entwickeln und hat dafür den US-Staranwalt Kenneth Feinberg beauftragt. Feinberg hatte bereits dem US-Autoriesen General Motors nach einer Pannenserie wegen defekter Zündschlösser, die über 100 Autofahrer das Leben kostete, einen Hunderte Millionen Dollar schweren Entschädigungsfonds eingerichtet.

24.02.2016, Quelle: dpa, afp
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