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US-Außenminister Kerry besucht Hiroshima Historischer Besuch in Hiroshima

VideoTreffen der G7-Außenminster
Atombombendom Hiroshima

In Hiroshima hat das Treffen der Außenminister der sieben größten Industrienationen begonnen. Themen sind vor allem die großen Krisen der Welt, der Krieg in Syrien und der Kampf gegen den Terrorismus.

(10.04.2016)

VideoWie funktioniert eine Atombombe?
Atombomben

Harald Lesch erklärt, wie eine Atombombe funktioniert.

(21.07.2015)

VideoÜbrigens ... zu Atomwaffen
Harald Lesch im Studio

Harald Lesch mit einem kritischen Kommentar zum Thema Atomwaffen.

(21.07.2015)

Am 6. August 1945 warf die US-Luftwaffe über der japanischen Stadt Hiroshima eine Atombombe ab. Um Japan endgültig zur Kapitulation zu zwingen, folgte am 9. August eine weitere Bombe über der Stadt Nagasaki. Mehr als 70 Jahre später ist erstmals ein US-Außenminister in Hiroshima. 

Es wird ein historischer Termin sein, wenn Kerry als bisher ranghöchster US-Politiker die Gedenkstätte in Hiroshima besucht. Er ist für ein Treffen der G7-Außenminister im Land und will an der Gedenkstätte Blumen für die Opfer des Atombombenangriffs niederlegen. Einem Sprecher zufolge unterstreicht der Besuch die Vision von US-Präsident Barack Obama für eine atomwaffenfreien Welt. US-Präsident Barack Obama hat Hiroshima bei seinen letzten Besuchen in Japan nicht besucht. Es ist aber möglich, dass er das beim G7-Gipfel im Mai tun wird.

Hunderttausende Tote in Hiroshima und Nagasaki

Über der kriegswichtigen japanischen Hafenstadt hatte ein Flugzeug der US-Streitkräfte am 9. August 1945 eine Atombombe mit dem Codenamen "Fat Man" abgeworfen. Drei Tage zuvor war über Hiroshima die US-Atombombe "Little Boy" niedergegangen. Bei den ersten und bisher einzigen Einsätzen von Atomwaffen im Krieg starben in Nagasaki am Tag der Bombe bis zu 75.000 Menschen, in Hiroshima etwa 80.000. Bis heute sind es insgesamt weit über 300.000 Tote.  Ein Überblick:

USA, Japan und die Atombombe

Das Manhattan-Projekt

Atompilz über dem Mururoa-Atoll

Unter dem Decknamen "Manhattan Project" forcierten die USA in den 1940er Jahren die geheime Entwicklung einer eigenen Atombombe. Damit wollten die Amerikaner Nazi-Deutschland zuvorkommen und den Zweiten Weltkrieg so rasch wie möglich siegreich beenden. Den Beschluss zum Bau der Bombe fasste Präsident Franklin D. Roosevelt im Dezember 1941. Damit kam das Waffenprojekt richtig in Gang.

Wichtige Vorleistungen waren bereits an der Columbia University im New Yorker Stadtteil Manhattan und anderswo erbracht worden. Im November 1942 wurde das Zentrum der Forschungen nach Los Alamos im US-Wüstenstaat New Mexico verlegt, wo Tausende Wissenschaftler und Techniker arbeiteten. Militärischer Chef war General Leslie R. Groves. Als "Vater der Atombombe" gilt J. Robert Oppenheimer, Physiker und Forschungsdirektor von Los Alamos.

Am 16. Juli 1945 detonierte die erste Testbombe auf einem stählernen Turm in der Wüste.

Das Wettrüsten

Das Zeitalter der Atomwaffen beginnt am 16. Juli 1945. US-Präsident Harry Truman erhält die Nachricht: "Baby is born." Um 5.29 Uhr Ortszeit war in der Wüste New Mexicos die erste Atombombe explodiert.

Nur drei Wochen später, am 6. und 9. August 1945 dann, setzen die USA die schreckliche Waffe das erste Mal gegen Menschen ein, in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki. Wenige Wochen nach dem Angriff spricht Josef Stalin zu sowjetischen Wissenschaftlern. "Die Balance zwischen den Mächten ist zerstört", sagt er, "baut die Bombe."

Damit ist das Wettrüsten der Supermächte eröffnet - aber nur offiziell, denn Stalin war von Anfang an über das amerikanische Atomprogramm im Bilde und hatte längst ein sowjetisches Gegenstück anlaufen lassen. Schon im August 1949 zündet die UdSSR ihre erste Atombombe. Den Befehl zur Entwicklung der Wasserstoffbombe hat Stalin da bereits gegeben, nun entwickeln auch die USA diese Waffe.

Ihr erster Test am 1. November 1952 im pazifischen Eniwetok-Atoll entwickelt die Zerstörungskraft von 700 Hiroshima-Bomben. Am 12. August 1953 ziehen die Sowjets nach. Zunächst haben die USA deutlich mehr Bomben als die UdSSR. Ab Mitte der 1960er Jahre pendelt sich ein nukleares Patt ein, hinzu kommen Trägersysteme zum Einsatz der Sprengköpfe. Außerdem bauen beide Seiten eine Zweitschlagskapazität auf - sie können auch nach einem Atomschlag den jeweiligen Gegner vernichten.

Beide Supermächte halten die Zahl ihrer Kernwaffen geheim, doch Schätzungen gehen am Ende des Kalten Kriegs davon aus, dass in ihren Arsenalen genug Sprengkraft steckt, um die Erde zwölf Mal zu zerstören.

Bomben auf Hiroshima und Nagasaki

Am 6. August 1945 startete der amerikanische B-29 Bomber "Enola Gay" in Richtung der japanischen Stadt Hiroshima. An Bord befand sich "Little Boy", eine mit Uran bestückte Bombe mit einer Sprengkraft von rund 13 Kilotonnen TNT. Um 8.15 Uhr Ortszeit wurde die längliche, fünf Tonnen schwere Atombombe in fast 9.500 Meter Höhe ausgeklinkt. In 580 Metern Höhe, nach 43 Sekunden, explodierte die Bombe. Ein riesiger Feuerball formte sich und eine Rauchsäule stiegt zum Himmel auf: Der Atompilz.

Die Druckwelle, viel gewaltiger als alle Orkanstürme, riss alles Leben nieder. Hitzestrahlung, in ihrem Zentrum mehr als 5.000 Grad Celsius heiß, ließ Dachziegel schmelzen, Haut verbrennen oder gar Körper einfach verdampfen. Von den 76.000 Häusern der Großstadt wurden 70.000 zerstört oder beschädigt. Extreme Radioaktivität fügte tödliche Schäden auch noch Tage später zu, so dass auch suchende Familienangehörige und ahnungslose Helfer verstrahlt wurden. Die Leidensgeschichte der "hibakusha", der Atombombenopfer, dauert bis heute an. Die höchsten Schätzungen der Todesopfer belaufen sich auf 140.000 nach Jahresfrist, mehr als 200.000 bis heute: Die meisten Opfer waren Zivilisten.

Drei Tage später, am 9. August 1945, detonierte über Nagasaki die zweite Atombombe der Kriegsgeschichte, befeuert nicht von Uran wie ihre Schwesterwaffe, sondern von Plutonium. "Fat Man" hatte eine wesentlich höhere Sprengkraft und forderte bis 1949 geschätzte 150.000 Tote.

Hiroshima und Nagasaki heute

Mehr als 70 Jahre nach den Bomben präsentieren sich beide als moderne Großstädte: Hiroshima, die Hafenstadt im Südwesten der Hauptinsel Honshu, ist heute eine quirlige Metropole mit etwa 1,1 Millionen Einwohnern. Hiroshima wurde als erste von einer Atombombe verwüstete Stadt weltweit als Symbol für den Frieden bekannt. Über eine Million Touristen jährlich besuchen das Friedensmuseum im Friedenspark. Der Hafen, die Fischverarbeitung und die benachbarten Mazda-Autowerke geben vielen Menschen Arbeit.

Nagasaki wurde von einer noch stärkeren Bombe verwüstet. Die Stadt an der Westküste der Insel Kiushu hat heute gut 430.000 Einwohner. Sie lockt deutlich weniger "Friedenstouristen" als Hiroshima an, wohl aber viele Besucher von farbenfrohen Veranstaltungen wie dem Laternenfest. Kirchen erinnern an die Christianisierungsversuche im 16. Jahrhundert. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind der traditionelle Seehandel mit Asien und Europa, die Kreuzschifffahrt, der Schiffbau und die Elektroindustrie.

Quelle: dpa, epd, kna

10.04.2016, Quelle: dpa
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