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US-Präsidentschaftswahl Donald Trump - mal Elefant, mal Teddybär

BildDonald Trump fordert Spenden
Präsidentschaftskandidat Donald Trump gibt sich kampfbereit

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump (69) hat nach Angaben des US-Senders Fox News Spenden in Höhe von fünf Millionen Dollar für eine Teilnahme an der jüngsten TV-Debatte gefordert.

(Quelle: ap)

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(18.01.2016)

Donald Trump hat an der jüngsten TV-Debatte der Republikaner nicht teilgenommen. Gesprächsthema bei seinen Konkurrenten war er dennoch. Die Abwesenheit des "Elefanten" bestimmte die Debatte. Trump zog derweil eine eigene Show ab, bei der ihm kein anderer Bewerber widersprechen konnte. 

Hinter dem Rednerpult: Sieben amerikanische Flaggen. Die Nationalhymne wird gespielt, im Auditorium der Drake University von Des Moines in Iowa, das Publikum ist aufgedreht, immer wieder ertönen "USA, USA"-Sprechchöre. Donald Trump ist noch gar nicht da, aber die Trump-Show hat schon begonnen. Und das Medienaufgebot ist riesig.

Als er hinter dem Vorhang herauskommt, ist es seine Bühne, er dominiert sie. Keine unangenehmen Fragen, keine Gegenargumente, keine Gegner. Nur pure Unterstützung. "Ich unterstütze ihn, weil er die Wahrheit sagt, nicht wie die anderen", sagt der 68 Jahre alte Vietnam-Veteran Ricky Redcliffe, der eigens dreieinhalb Stunden Autofahrt aus Minnesota auf sich genommen hat, um sein Idol zu sehen.

TV-Debatte ohne Trump

Ein paar Kilometer entfernt steht Ted Cruz, sein Hauptkonkurrent im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, auch auf einer Bühne. Cruz indes muss sich mit den anderen Bewerbern messen; Jeb Bush ist dabei, Marco Rubio, John Kasich. Es ist die letzte TV-Debatte der Republikaner, bevor bei der ersten innerparteilichen Vorwahl in Iowa am Montag erstmals die Wähler das Wort haben.

Donald Trump hat Ernst gemacht. Angekündigt hatte er es schon mehrfach: Die TV-Debatte findet ohne den Mann statt, der in allen Umfragen führt und der als Unternehmer das politische Establishment in den USA auf beispiellose Art herausfordert.

Fox News: Trump wollte Spende für Auftritt in TV-Debatte

Trump soll - das behauptet der TV-Sender "Fox News" - Spenden in Höhe von fünf Millionen Dollar gefordert haben, als Gegenleistung für eine Teilnahme an der Debatte. Das Geld sollte an Trumps Stiftungen gehen. Der Sender habe das Anliegen zurückgewiesen.

Vordergründig geht es um einen bizarren Streit Trumps mit "Fox News". Er war in einer frühen TV-Debatte mit der Moderatorin Megyn Kelly aneinandergeraten, die er bezichtigt seine Mitbewerber zu bevorzugen. Kelly war auch jetzt wieder unter den Fragestellern. "Wenn man nicht gut behandelt wird, dann muss man aufstehen, als Person und auch als Nation", ruft Trump unter dem Jubel seiner meist schwer patriotischen Zuhörer.

Trump im Medienrummel

Auf der Bühne der Debatte im Zentrum von Des Moines steht Trump nicht, Aufmerksamkeit bekommt er trotzdem. In den ersten Minuten der Debatte ist er mal der Elefant, der nicht da ist, mal der Teddybär.

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Bei seiner eigenen Veranstaltung, angeblich innerhalb von 48 Stunden zusammengezimmert, ist ihm nicht nur Jubel gewiss, sondern auch mediales Interesse. Rund 800 Zuhörern stehen 200 Journalisten gegenüber. "Wir haben mehr Kameras hier als die da drüben", scherzt er selber und zieht über die andere Kandidaten her, die sich von Lobbyisten leiten ließen und korrupt seien.

Der Elefant, der nicht im Raum ist

Ausdrücklich schließt er Rick Santorum und Mike Huckabee aus. "Das sind nicht solche", ruft er ins Publikum. Beide sind chancenlos im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Beide ließen sich von Trump einladen und loben ihren Gastgeber nun über den grünen Klee.

Wenige Kilometer entfernt sind die übrigen Bewerber weniger gut auf ihn zu sprechen. Moderatorin Megyn Kelly fragt gleich zu Beginn, was mit dem Elefant sei, der nicht im Raum ist. Ted Cruz antwortet mit einer Imitation: "Ich bin ein Wahnsinniger. Und jeder hier auf der Bühne ist dumm, fett und hässlich." Nun, da der Trump-Part vorbei sei, wolle er allen dafür danken, dass sie erschienen seien.

Ohne Trump hatte die Debatte mehr Substanz

Jeb Bush - Ex-Gouverneur von Florida und einst Favorit im Rennen - wird ebenfalls ironisch: "Ich vermisse ihn irgendwie. Ich wünschte, er wäre hier. Er war wie ein Teddybär für mich."

Trump war Bush bei früheren Debatten oft hart angegangen. Wie eigentlich jeden seiner Konkurrenten. Ohne ihn hat die Debatte mehr Substanz. Es ist weniger laut, es geht weniger um Nebensächliches.

US-Wahl 2016: Republikanische Kandidaten

Jeb Bush

Jeb Bush verkündet Kandidatur für US-Präsidentschaftswahl.

Jeb Bush bemühte sich bei seinem Wahlkampfauftakt sichtlich darum, nicht als Nachfolger von Vater George H. W. und Bruder George W. zu erscheinen, die beide schon im Weißen Haus saßen. Doch der frühere Gouverneur von Florida hat dank seiner Herkunft beste Kontakte ins republikanische Establishment und zu Geldgebern. In aktuellen Umfragen liegt der lange Zeit als Favorit gehandelte Bush dennoch nur auf hinteren Plätzen. Bush positioniert sich vor allem als Garant des wirtschaftlichen Aufschwungs und verweist dabei auf seine Bilanz in Florida. Mit seiner Ablehnung von Abtreibung und Homoehe liegt er auf der Linie des erzkonservativen Parteiflügels, seine gemäßigte Haltung in der Einwanderungspolitik und seine Unterstützung für landesweite Schulstandards sind Tea-Party-Anhängern aber ein Dorn im Auge. Zugleich könnten ihm diese Positionen aber in einem möglichen Duell mit Hillary Clinton helfen, die als aussichtsreichste Bewerberin bei den Demokraten gilt.

Donald Trump

Donald Trump

Als krasser Außenseiter galt lange Zeit Donald Trump. "Unser Land braucht einen wirklich großen Führer", begründete er seine Bewerbung vor Anhängern in den Trump Towers in New York. Er werde Amerika wieder groß machen und Iran und dem Terror in Nahost Paroli bieten. Zudem werde er gegen illegale Einwanderer eine Mauer an der mexikanischen Grenze bauen - und Mexiko werde dies bezahlen. "Niemand ist im Mauerbauen so gut wie Trump", sagte er. Der Immobilien-Tycoon hat ein Vermögen von mehreren Milliarden Dollar. Mittlerweile liegt er in den Umfragen weit vorne - gemeinsam mit Ben Carson.

Ben Carson

Ben Carson

Der afroamerikanische Neurochirurg gilt als äußerst konservativer Tea-Party-Mann. Carson rückte ins Rampenlicht, als er vor zwei Jahren bei einer Veranstaltung im Beisein Obamas die Gesundheitsreform des Präsidenten scharf kritisierte und den "moralischen Verfall" des Landes anprangerte. In Umfragen zur republikanischen Kandidatur belegt Carson derzeit regelmäßig Spitzenplätze.

Marco Rubio

Marco Rubio

Unter den Senatoren, die sich Hoffnungen auf die Kandidatur machen, hat Marco Rubio aus Florida in Umfragen derzeit die besten Karten. Der Jungstar und Sohn kubanischer Einwanderer setzt auf seine Anziehungskraft bei Latino-Wählern, außerdem ist er für markige Äußerungen in der Außenpolitik bekannt. Außerdem ist er charismatisch, unter anderem deshalb werden ihm gute Chancen gegen Hillary Clinton eingeräumt.

Ted Cruz

Ted Cruz aus Texas sitzt seit 2013 im Senat und wirbt um christlich-konservative Unterstützer. Mit seinem kompromisslosen Kampf gegen die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama wurde er zum Liebling der Tea Party. Er ist in Kanada geboren und hat kubanische Wurzeln. Als Hardliner stellt er sich klar gegen eine Einwanderungsreform sowie gegen Homoehe und Abtreibung.

Carly Fiorina

Carly Fiorina spicht im April auf einer Konferenz der Republikaner

Fiorina preist ihre Erfahrung als Konzernlenkerin an - auch wenn sie den Posten als Chefin von Hewlett-Packard einst auf Druck unzufriedener Aktionäre verlassen musste. Sie bezeichnet sich gerne selbst als die republikanische Antwort auf Hillary Clinton.

John Kasich

John Kasich

Auch John Kasich will für das höchste Staatsamt der Vereinigten Staaten kandidieren. Er sei der einzige republikanische Kandidat, der Erfahrung in drei wichtigen Bereichen der politischen Führung habe - dem Staatshaushalt, der nationalen Sicherheit und der Regierungsarbeit auf Ebene der Bundesstaaten -, sagte der Gouverneur und frühere Kongressabgeordnete. "Ich habe die Erfahrung und wurde auf die Probe gestellt. Die Probe, die einen formt und einen auf den wichtigsten Job der Welt vorbereitet."

Kasich war im Jahr 2000 schon einmal in den republikanischen Vorwahlen für den Präsidentschaftskandidaten der Partei angetreten - nachdem er drei Jahre zuvor als Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Repräsentantenhaus ein ausgeglichenes Budget erstritten hatte. Anschließend war er fast zehn Jahre als Führungskraft bei der Investmentfirma Lehman Brothers, bevor er Gouverneur im oft wahlentscheidenden Staat Ohio wurde.

Chris Christie

Chris Christie

Chris Christie ist Gouverneur von New Jersey. Er wolle "unser Land führen und die Welt verändern", sagte er bei der offiziellen Bekanntgabe seiner Bewerbung. Er wolle für mehr Kompromissbereitschaft in der Politik arbeiten.

Christie waren einst gute Chancen bescheinigt worden, doch ein Politskandal im eigenen Staat um Berater und einen absichtlich ausgelösten Stau auf einer Brücke Richtung New York City hat seine Umfragewerte und damit auch seinen Stern sinken lassen.

Aus dem Rennen

Rick Perry

Mehrere Kandidaten haben sich bereits zurückgezogen: Der texanische Ex-Gouverneur Rick Perry (im Bild), der Gouveneur des Bundesstaats Wisconsin, Scott Walker, der Senator von South Carolina, Lindsey Graham, der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, und der ehemalige Gouverneur von New York, George Pataki. Auch Mike Huckabee, Ex-Gouverneur von Arkansas, Rand Paul, Senator aus Kentucky, und Rick Santorum, Ex-Senator aus Pennsylvania, sind ausgestiegen.

(Quellen: afp, dpa, ap)

Die dominierenden Themen sind wie auch bei früheren Debatten der Kampf gegen den Terrorismus und die Außenpolitik. Aber einen klaren Gewinner gibt es nicht. Keiner der Männer auf der Bühne verfügt über Trums Showqualitäten.

Rubio will an Guantánamo festhalten

Ted Cruz bekommt seinen Moment. Er steht im Zentrum der Bewerber, da wo sonst Trump steht. Und er ist dort vor allem eine schöne Zielscheibe für die anderen, die ihm etwa eine zu lasche Haltung beim Thema Immigration vorhalten.

Marco Rubio, Senator von Florida, wählt auffällig oft die Formulierung "Wenn ich Präsident bin" und macht vor allem mit einer Äußerung von sich reden: Wenn er Präsident ist, werden Terroristen wieder in das berüchtigte Gefangenenlager Guantánamo geschickt. Das will Präsident Barack Obama eigentlich noch in seinen verbliebenen Monaten im Amt schließen.

Ben Carson schon weit im Abseits

Jeb Bush macht keinen Fehler, glänzt aber auch nicht. John Kasich bietet sich als moderate Alternative an. Chris Christie, Gouverneur von New Jersey , attackiert Hillary Clinton, Bewerberin der Demokraten, für die Geschichte mit den E-Mails. Clinton hatte als Außenministerin einst dienstliche Mails über ihr privates E-Mailkonto laufen lassen.

Ben Carson, Neurochirurg und äußerst konservativ, ist zwar noch dabei, aber schon so weit im Abseits, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte, bis er aufgibt. Rand Paul, der dank Trumps Abwesenheit eine Chance auf der Hauptbühne bekommt, fällt zumindest mit ein paar scharfen Attacken gegen die anderen auf.

Und am Ende kommen sie dann doch wieder auf den zurück, der nicht da ist. Beiläufig sagt Jeb Bush: "Donald Trump - ich habe seinen Namen erwähnt, falls ihn jemand vermisst."

29.01.2016, Quelle: von Michael Donhauser und Maren Hennemuth, dpa
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