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Vorwahlen in South Carolina und Nevada Trump und Clinton gewinnen - Bush gibt auf

VideoClinton bei Vorwahlen vorn
US-Vorwahl - Clinton feiert Sieg in Nevada

Hillary Clinton hat bei der Vorwahl zur US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten im Bundesstaat Nevada einen weiteren Sieg errungen. Bei den Rpublikanern gewann erneut Donald Trump.

(21.02.2016)

VideoTrump und Sanders vorn
Der demokratische Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur Bernie Sanders bei einer Wahrkampfveranstaltung.

Die zweite Runde im Rennen um die US- Präsidentschaftskandidatur haben Donald Trump bei den Republikanern und Bernie Sanders bei den Demokraten gewonnen.

(10.02.2016)

VideoUS-Wahlkampf der Populisten
Ein Jahr vor den US-Wahlen beherrschen unkonventionelle Bewerber die Umfragen: Einmal Donald Trump, Selfmade-Milliardär und Politrüpel, zum anderen Bernie Sanders, Sozialist und politisches Urgestein.

Ein Jahr vor den US-Wahlen beherrschen die unkonventionellen Bewerber die Umfragen: Zum einen Donald Trump, Selfmade-Milliardär und Polit-Rüpel, zum anderen Bernie Sanders, Sozialist und politisches Urgestein.

(14.10.2015)

VideoTrump Präsident: Was wäre wenn?
Donald Trump

Er poltert oft laut, ist schrill und mit seinem Programm für viele das Horror-Szenario für die Nachfolge im Oval Office. Wir zeigen die Welt nach der US-Präsidenten-Wahl - mit dem Sieger Donald Trump.

(18.01.2016)

von Daniel Pontzen, Washington

Donald Trump siegt wieder – und arbeitet damit im Lager der Republikaner hemmungslos an seiner Unvermeidbarkeit. Frustriert schmeißt sein Konkurrent Jeb Bush das Handtuch. Bei den Demokraten kann Hillary Clinton den Lauf ihres Rivalen Bernie Sanders bremsen – zu einem womöglich entscheidenden Zeitpunkt. 


Hillary Clinton nickte und nickte. Als die demokratische Präsidentschaftsbewerberin nach ihrem Sieg in Nevada auf die Bühne trat und ihre Rede hielt, nickte sie jedem ihrer Worte hinterher, in langsamem Rhythmus, es war eine nonverbale aber trotzdem sehr laute Botschaft an ihre Unterstützer, eine "Seht, Ihr steht eben doch auf der richtigen Seite"-Botschaft. Das Nicken wirkte beruhigend – für ihre Anhängerschaft, ihren Wahlkampf-Tross und am meisten wohl: für sie selbst.

Knapper Sieg mit Signalwirkung

Vielleicht wird dieser knappe Sieg – 52 Prozent zu 48 Prozent gegen Bernie Sanders – im Nachhinein einmal als zentral eingestuft werden, als Game-Changer, sollte es so ausgehen, wie Clinton es erhofft.
Daniel Pontzen

Daniel Pontzen, ZDF-Korrespondent in Washington
Quelle: ZDF

Denn nach den ersten beiden Vorwahlen in Iowa und New Hampshire hatte sich das, worauf es so ankommt bei diesem Wahlmarathon, auf die Seite ihres Herausforderers geschlagen: das Momentum – eine Kraft, die man sich vielleicht am besten wie ein kleines unsichtbares Männchen vorstellen kann, ein Kobold, der entstehende Stimmungen in eine Richtung verstärkt, indem er sie anschiebt und ventiliert.

Dieser Kobold hatte es sich bei den Demokraten zuletzt eindeutig im Lager Bernie Sanders‘ bequem gemacht, die hauchdünne Niederlage in Iowa hatte sich schon fast wie ein Sieg für den Außenseiter angefühlt, und jener Triumph, den er dann in New Hampshire feierte, fiel derart deutlich aus, dass er wie ein Zaubertrank für den kleinen Kobold wirkte, das Momentum wuchs und wuchs.
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Selbst ein Sieg in Nevada schien plötzlich möglich, wo Clinton lange Zeit als klare Favoritin galt, unter anderem wegen des dortigen höheren Bevölkerungsanteils an Schwarzen, die sich seit der Präsidentschaft Bill Clintons in großer Zahl ihrem Lager verpflichtet fühlen. Um sie hatte Sanders zuletzt sehr gekämpft – die Mehrheit aber stimmte nun für Clinton.

Clinton setzt sich durch - diesmal

"Manche mögen an uns gezweifelt haben", sagt Hillary Clinton, kurz nachdem sie die Bühne betreten hat, "aber: Wir haben uns nie gegenseitig angezweifelt." Auch dabei nickt sie, ausdauernd und mit durchdringend streng-freundlichem Blick, so als wollte sie dem Kobold sagen: Freundchen, bis hierher und nicht weiter! Und tatsächlich: Das Momentum zu Sanders‘ Gunsten schrumpft durch das Ergebnis, es erhält einen empfindlichen Dämpfer, weil Momentum funktioniert wie Zinseszins – es wächst an seinem eigenen Wachstum.

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Sanders gratulierte Clinton per Telefon – und kündigte dann an weiterzukämpfen. Er wolle ab jetzt alle Energie auf den "Super-Tuesday" ausrichten, den 1. März, wo gleich in 14 Staaten vorgewählt wird. Um seine Entschlossenheit zu unterstreichen, schickte sein Wahlkampf-Team eine E-Mail an seine Unterstützer und bat alle um eine Drei-Dollar-Spende. Die Botschaft hier: Unser Basis-Wahlkampf lebt, alles bleibt möglich.

Trump lässt Cruz und Rubio hinter sich

Bei den Republikanern gibt es neben dem kleinen Kobold auch ein sehr großes Gespenst, das im Haus der Partei seit Monaten umherspukt, immer lauter und lauter, und so sehr die angestammten Bewohner des Hauses, das Partei-Establishment, es auch versuchen: Sie kriegen dieses Gespenst nicht zu fassen. Die Republikaner hielten ihre gestrige Vorwahl in South Carolina ab, und wie schon bei der letzten in New Hampshire gewann Donald Trump (32,5 Prozent) – vor Ted Cruz und Marco Rubio, die beide bei rund 22 Prozent lagen.

Zitat
Manche mögen an uns gezweifelt haben
Hillary Clinton

Jeb Bush, John Kasich und Ben Carson lagen deutlich zurück, weshalb sich die Frage, ob die drei weitermachen sollten, gleich danach lauter stellte denn je. Denn die Unfähigkeit der Republikaner, das ungebetene Gespenst Trump aus dem Haus zu jagen, liegt auch daran, dass zu viele Kammerjäger unterwegs sind, die sich gegenseitig behindern. Jede Wahl wird in Delegiertenstimmen umgerechnet, und während sich die Verfolger eifrig um die von Trump übriggelassenen Stimmen balgen, baut der seinen Vorsprung insgesamt munter aus.

Bush verabschiedet sich aus dem US-Wahlkampf

Bush hat – vielleicht auch deshalb – nun Konsequenzen gezogen und sich nach dem neuerlichen Rückschlag gestern aus dem Rennen zurückgezogen. Es war das Eingeständnis einer bitteren Niederlage, nachdem Bush einst als Favorit gestartet war. Doch sein Wahlkampf zündete nie – wie eine Silvesterrakete, die auf der Verpackung Spektakuläres verspricht und dann mit einem leisen dumpfen Pfff krepiert, noch ehe sie emporsteigt.

Trump hatte seine Unterstützer derweil in den Ballsaal eines Luxushotels zur Siegesfeier geladen. Dass er sich Anfang der Woche zur Abwechslung mal mit dem Papst anlegte und ihm auch das offenbar nicht maßgeblich geschadet hat, ist ein weiterer Hinweis auf die Entschlossenheit seiner Wähler, sämtliche Etiketten- und Regelbrüche großzügig zu übersehen – wenn nicht zu honorieren.

Es ist erst die dritte Etappe gewesen in einem Langstreckenrennen, das für die Teilnehmer mühsam, kraftzehrend und manchmal sehr schmerzhaft (bleiben) wird. Umso wichtiger ist es, den kleinen Kobold namens Momentum an seiner Seite zu wissen. Oder zumindest nicht auf der des Gegners.

US-Wahl 2016: Kandidaten

Hillary Clinton (Demokraten)

Hillary Clinton

2008 unterlag sie Barack Obama in den innerparteilichen Vorwahlen. Der machte sie später zur Außenministerin. Diesmal gilt die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton als große Favoritin bei den Demokraten - auch wenn ihr Kontrahent Bernie Sanders ihr mehr zu schaffen macht, als ihr lieb sein kann. Clinton hat als einzige Bewerberin überhaupt ein politisches Profil im Ausland. Sie steht für eine Fortsetzung der Außenpolitik Obamas, einen härteren Kurs gegen die Waffenlobby und soziale Erleichterungen für Familien.

Bernie Sanders (Demokraten)

Bernie Sanders

Der 74-Jährige ist der erfahrenste Parlamentarier im Rennen um das Präsidentenamt, 1990 wurde er erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt. Seit 2006 ist er Senator für den Staat Vermont. Sanders bezeichnet sich selbst als "demokratischer Sozialist" und wurde lange als krasser Außenseiter erachtet. Doch wenn er vor Tausenden Studenten spricht, bebt die Arena, Sanders verbreitet ungewöhnlich viel Energie. Er steht für eine liberalere Drogenpolitik, vor allem eine deutlich striktere Regulierung von Banken und Finanzmärkten.

Donald Trump (Republikaner)

Donald Trump

Er wirft mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, ist aber als Parteispender in Erscheinung getreten. Er unterstützte sowohl Republikaner als auch Demokraten. Im Jahr 2000 hatte er sich für die inzwischen unbedeutende Reform-Party schon einmal zur Wahl gestellt. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen. Er holzt vor allem gegen Migranten aus Mexiko und will eine Mauer zwischen beiden Ländern bauen.

21.02.2016
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