26.06.2016
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US-Präsidentschaftswahl Damenwahl - das große Buhlen um Wählerinnen

VideoSuper Tuesday in den USA
Frauen bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump am 27.02.2016

Möglicherweise die Vorentscheidung im Kampf ums Weiße Haus. An diesem Tag wird in den meisten Bundesstaaten gleichzeitig gewählt und es wird über die meisten Delegierten entschieden.

(01.03.2016)

VideoPorträt: Hillary Clinton
Hillary Clinton

First Lady, Senatorin, Außenministerin: Hillary Clinton ist seit Jahrzehnten in der US-Politik. Sie will die erste US-Präsidentin werden. Über Stärken, Schwächen und Chancen der Demokratin.

(29.02.2016)

VideoPorträt: Donald Trump
Donald Trump

Donald Trump verspricht, Amerika wieder groß zu machen - und punktet damit im Präsidentschaftswahlkampf bei der frustierten Mittelschicht. Über Stärken, Schwächen und Chancen des Republikaners.

(29.02.2016)

VideoEtappensiege: Trump und Clinton
Jeb Bush gibt seinen Rücktritt von der Präsidentschaftskandidatur bekannt.

Erneuter Triumph für Donald Trump bei den Republikanern und knapper Sieg für die Demokratin Hillary Clinton bei den dritten US-Vorwahlen. Bei den Republikanern erklärte Jeb Bush seinen Rücktritt.

(21.02.2016)

von Maya Dähne, New York

Hillary Clinton setzt auf sie, Marco Rubio und Bernie Sanders umwerben sie. Sämtliche US-Präsidentschaftskandidaten buhlen um Wählerinnen. Nur Donald Trump hat es sich dank seiner sexistischen Sprüche mit vielen Frauen verscherzt. Weibliche Fans hat er trotzdem genug. 

"Ich bin eine gut ausgebildete und informierte junge Frau und ich finde Trump ist ein Prachtkerl, eine echte Perle", schwärmt Kelly Briana. "Was ich an ihm liebe ist, dass er die Dinge beim Namen nennt und dass er so politisch unkorrekt ist", schreibt die Studentin aus Wisconsin in einem Blogbeitrag unter dem Titel "Brains, Beauty, Trump".

Trump, der "einzig echte Mann"

Und sie ist nicht die einzige, die sich als Trump-Fan outet. Eine Unterstützergruppe namens Women for Trump, macht sich seit Monaten für den "einzigen echten Mann" in diesem Rennen stark. "Endlich einer, für den Kopftücher und Hijabs kein modisches Statement sind", twittert zum Beispiel @jakub_lisa.

"Wählerinnen, die traditionell konservativ wählen und den Republikanern nahestehen, beschäftigt in diesem Wahljahr vor allem ein Thema: die Terrorgefahr vor der eigenen Haustür. Für diese Frauen hat derjenige, der als starker Mann auftritt, die besten Chancen", erklärt Christine Matthews, Direktorin von Bellwether Research and Consulting, die das Wahlverhalten republikanischer Wählerinnen untersucht.

Pussy, Schlampe, Zicke

Tatsächlich hat Trump, der Mann der Frauen wahlweise als Pussy, Schlampe, Zicke oder Nutte bezeichnet, bei den ersten Vorwahlen 32 Prozent der Wählerinnen aus dem republikanischen Lager für sich gewonnen. Seine Gegner, Marco Rubio und Ted Cruz erreichten jeweils weniger als 20 Prozent der Stimmen.

Live beim "Super Tuesday"

Das ZDF berichtet die ganze Nacht über auf www.heute.de über den "SuperTuesday". Seien Sie immer auf dem neuesten Stand unter anderem mit unserem Liveblog.

Für Scottie Hughes, Journalistin und Autorin des Buches "ROAR: The New Conservative Woman Speaks Out" ist das kein Wunder. "Trump legt offen, was in Washington faul ist. Genau dasselbe macht die Tea Party seit Jahren", meint Hughes, die sich selbst als gottesfürchtige, waffenliebende, patriotische Mutter bezeichnet. "Die Tea Party wird mehrheitlich von Frauen getragen, deshalb ist es für mich nicht überraschend, dass so viele Frauen Trump lieben."

Allerdings schwärmen längst nicht alle Wählerinnen in den USA so glühend für "The Donald". "Die Mehrheit der Frauen, 60 Prozent, haben ein negatives Bild von Trump", stellt Expertin Matthews klar.

Das Frauenproblem der Republikaner

Die Republikaner tun sich mit weiblichen Wählern seit einigen Jahren schwer. Bei der Präsidentschaftswahl 2004 gaben die Hälfte aller berufstätigen Mütter George W. Bush ihre Stimme. 2012 entschieden sich nur noch ein Drittel für den republikanischen Kandidaten Mitt Romney.

Weitere Links zum Thema
"Die Republikaner sollten Ihre Botschaft an die Wählerinnen dringend überarbeiten - und ihr Frauenbild", meint Sabrina Schaeffer vom Independent Women's Forum. Denn nicht nur Donald Trump, auch die anderen Kandidaten scheinen ein ziemlich antiquiertes Bild von Frauen und Geschlechterrollen zu haben. So sprach beispielsweise der Gouverneur von Ohio und Präsidentschaftskandidat John Kasich kürzlich "von den vielen Frauen, die ihre Küche verlassen, um für mich Wahlwerbung zu machen."

Hillary wählen, weil sie eine Frau ist?

Die Demokraten haben im Wahljahr 2016 ihr ganz eigenes Frauenproblem. Hillary Clinton, die als erste Präsidentin ins Weiße Haus ziehen könnte, dachte lange Zeit, sie hätte die Stimmen der Frauen sicher. Bei den ersten Vorwahlen zeigte sich allerdings, dass vor allem junge Wählerinnen eher für ihren Konkurrenten Bernie Sanders, einen alten Mann, votierten. In New Hampshire sprachen sich 82 Prozent der weiblichen Wähler unter 30 für ihn aus.

"Ich sehe nicht ein, dass ich Hillary wählen soll, bloß weil sie eine Frau ist", sagen viele. Daran kann auch der berüchtigte Satz von Ex-Außenministerin Madeleine Albright nichts ändern: "Es gibt einen speziellen Platz in der Hölle für Frauen, die andere Frauen nicht unterstützen."

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen

Republikaner oder Demokraten, Donald Trump oder Hillary Clinton - wer die Wahlen gewinnen will, muss die weiblichen Wähler überzeugen. Seit den 1980er Jahren haben Frauen zuverlässig und in größerer Zahl als Männer ihre Stimme abgegeben. Bei der letzten Präsidentschaftswahl 2012 waren 53 Prozent der Wähler weiblich.

US-Wahl 2016: Kandidaten

Hillary Clinton (Demokraten)

Hillary Clinton

2008 unterlag sie Barack Obama in den innerparteilichen Vorwahlen. Der machte sie später zur Außenministerin. Diesmal gilt die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton als große Favoritin bei den Demokraten - auch wenn ihr Kontrahent Bernie Sanders ihr mehr zu schaffen macht, als ihr lieb sein kann. Clinton hat als einzige Bewerberin überhaupt ein politisches Profil im Ausland. Sie steht für eine Fortsetzung der Außenpolitik Obamas, einen härteren Kurs gegen die Waffenlobby und soziale Erleichterungen für Familien.

Bernie Sanders (Demokraten)

Bernie Sanders

Der 74-Jährige ist der erfahrenste Parlamentarier im Rennen um das Präsidentenamt, 1990 wurde er erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt. Seit 2006 ist er Senator für den Staat Vermont. Sanders bezeichnet sich selbst als "demokratischer Sozialist" und wurde lange als krasser Außenseiter erachtet. Doch wenn er vor Tausenden Studenten spricht, bebt die Arena, Sanders verbreitet ungewöhnlich viel Energie. Er steht für eine liberalere Drogenpolitik, vor allem eine deutlich striktere Regulierung von Banken und Finanzmärkten.

Donald Trump (Republikaner)

Donald Trump

Er wirft mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, ist aber als Parteispender in Erscheinung getreten. Er unterstützte sowohl Republikaner als auch Demokraten. Im Jahr 2000 hatte er sich für die inzwischen unbedeutende Reform-Party schon einmal zur Wahl gestellt. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen. Er holzt vor allem gegen Migranten aus Mexiko und will eine Mauer zwischen beiden Ländern bauen.

01.03.2016
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