29.06.2016

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#Kleberklärt Deshalb läuft der Super Tuesday dieses Jahr anders

Video#Kleberklärt den Super Tuesday
#Kleberklärt den Super Tuesday

Die großen US-Staaten wollen am Super Tuesday den kleinen zeigen, dass sie bei den Vorwahlen ein Wörtchen mitzureden haben. Und normalerweise werden die Außenseiter ausgesiebt. Normalerweise...

(01.03.2016)

VideoSuper Tuesday in den USA
Hillary Clinton beim Super Tuesday in den USA.

Möglicherweise die Vorentscheidung im Kampf ums Weiße Haus. An diesem Tag wird in den meisten Bundesstaaten gleichzeitig gewählt und es wird über die meisten Delegierten entschieden.

(01.03.2016)

von Claus Kleber

Es geht um Revanche: Die großen US-Staaten wollen am Super Tuesday den kleinen zeigen, dass sie bei den Vorwahlen noch ein Wort mitzureden haben. Dass sie bestimmen, wer Präsidentschaftskandidat wird. Normalerweise werden jetzt Außenseiter ausgesiebt. Dieses Jahr ist aber nichts normal. 

Den Ton bei den US-Vorwahlen setzen die Kleinen: Die paar Leute auf den Äckern von Iowa und in dem kleinen Staat New Hampshire machen traditionell die ersten Vorwahlen. Kleine Staaten, große Wirkung.

Links
US-Wahl 2016

Zu Beginn Überraschungen produziert

Dass Donald Trump die Kandidaten des Partei-Establishments blamiert, dass Hillary Clinton den alten Links-Außen Bernie Sanders nicht abschüttelt, diese Überraschungen haben Iowa und New Hampshire produziert. Nicht mal drei Prozent der Bevölkerung der USA. So war das immer wieder.

Das hat die großen Staaten - vor allem im Süden - geärgert. 1988 haben sie den großen Knall erfunden, damit sie keiner mehr ignorieren kann. Iowa und New Hampshire haben mit frühem Start gepunktet, am Super-Dienstag kommt Masse. Zwölf Staaten gleichzeitig. Die meisten liegen im sogenannten Bibelgürtel der USA, der auch der Revolvergürtel ist: im Herzen konservativ, patriotisch, gottesfürchtig.

Wer es schafft, auf so einer Fläche zu gewinnen, der hat auch das Zeug für das Endspiel ums Weiße Haus. Außenseiter wie Bernie Sanders oder Donald Trump werden am Super Tuesday ausgesiebt. Normalerweise. Dieses Jahr ist aber nicht normal.

Tag der großen Player?

Wenn Hillary Clinton Bernie Sanders am Super-Dienstag nicht davonzieht, hat sie ein Riesenproblem. Dann ist ihr Sieger-Image endgültig kaputt. Und wenn sich bei den Republikanern immer noch keiner rausschält, der Donald Trump gewachsen ist - dann gute Nacht, Partei-Establishment.

Wie das ausgeht? Keine Ahnung. Bisher war Super Tuesday immer der Tag der großen Player. Wer Geld hatte, alte Verbindungen und eine tief verwurzelte Organisation bis ins kleinste Dorf, hat gewonnen. Clintons und Bushs und solche Leute. Jetzt macht Social Media Kleinholz aus solchen Bastionen. Aufsteiger wie Bernie Sanders, die vor allem junge Leute begeistern, können alle überraschen. Donald Trump auch, der weiße Wutbürger mobilisiert. Es ist spannend wie nie.

Super Tuesday

Ergebnisse der Republikaner

Karte: Super Tuesday der Republikaner

Donald Trump gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Vermont und Virginia. Ted Cruz siegt in Oklahoma, Texas und Alaska. Marco Rubio hat in Minnesota die Nase vorn.

Ergebnisse der Demokraten

Karte: Super Tuesday der Demokraten

Hillary Clinton gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Texas und Virginia, Bernie Sanders in Colorado, Minnesota, Oklahoma und Vermont.

Zahl der Delegierten

Am Super Tuesday ging es bei den Republikanern um mehr als 600 Delegierte und bei den Demokraten um rund 1.000. Auf dem Spiel standen bei beiden Parteien gut ein Fünftel der Delegiertenstimmen. Für den Gesamtsieg braucht ein Bewerber bei den Republikanern 1.237 Delegierte. Bei den Demokraten muss der Sieger mindestens 2.382 Delegierte auf sich vereinen.

Wie es jetzt weitergeht

Grafik

Die Vorwahlen ziehen sich noch bis Juni. Ein wichtiges Datum ist der 15. März, wenn sich die Präsidentschaftsbewerber beider Parteien in fünf Staaten dem Votum der Wähler stellen, darunter Florida und Ohio. Bei den Republikanern werden die Delegierten ab Mitte März nicht mehr proportional zum Wahlergebnis vergeben, sondern gehen komplett an den Sieger in dem Bundesstaat.

(Quelle: afp, dpa)

01.03.2016
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